67. Über Berliner Autoren

auf der Leipziger Buchmesse schreibt das Magazin Zitty:

Michael Lentz: „Offene UnruhFischer, Frankfurt/Main 2010. 175 S., 16,95 Euro
Michael Lentz moderiert am 20.3. um 20 Uhr eine Veranstaltung mit Herta Müller
im Zentraltheater, Boesestr. 1, Leipzig

Volker Braun: „Flickwerk“, Suhrkamp, Frankfurt/Berlin 2009, 77 S., 16,90 Euro
„Werktage 1977-1989“, Suhrkamp, Frankfurt/Berlin 2009, 998 S., 29,80 Euro
Volker Braun nimmt am 21.3. um 14.45 Uhr
am politischen Lyrik-Wettbewerb
„Salve Bodoni 270“ im Congress Center,
Mehrzweckfläche 2 teil

66. Windgedichte

Die Revolution frisst ihre Kinder. Die Beatliteratur machte da keine Ausnahme. Der amerikanische Dichter Louis Gordon war ein Nischenkind. Ein Aufständischer, der gegen alles und jeden aufbegehrte. Einer, der sich am Ende selbst auffraß, verdaute und in seine kleinen dreckigen Gedichte wieder ausspuckte.

Louis Gordon schrieb knappe und harte Gedichte, die vom Leben am Rande der Gesellschaft erzählen. Denn dort lebte er. Immer am Rand einer Klippe stehend. Immer auf dem Sprung. Immer mit einem Schrei im weit geöffneten Mund. …

Klar ist, Louis Gordon sollte nicht nur eine Fußnote der Literaturgeschichte bleiben. Er gehört eindeutig in eine Ahnengalerie mit Burroughs und Kerouac. Es ist an der Zeit, das Werk dieses großen Dichters wieder neu zu entdecken. Auch wenn Gordon selbst das nicht gewollt hätte. Er hätte versucht, einen Drink zu schnorren und gemurmelt: „Verpisst euch!“

Und dann?

Vielleicht hätte er sich unter eine Brücke zurück gezogen, hätte sich eine Spritze gesetzt, um dann ein Gedicht in den Wind zu murmeln. Diese Windgedichte sind leider auf immer verloren.

Die wenigen Gedichte, die es von Gordon gibt, und die nicht nur dem Wind gehören, sollten endlich wieder gelesen werden. / Guido Rohm, Textem

Bücher von Louis Gordon:

  • Some Girls (Black Sparrow Press, 1966)
  • Einige hübsche Mädchen mit Prothesen (Danon Verlag, 1972, ins Deutsche übersetzt von Ute Paulsen)
  • Trockeneis-Blues (Ausgewählte Gedichte) (Danon-Verlag, 1973, ins Deutsche übersetzt von Ute Paulsen)
  • After the bomb (Letters from Hell)(City Lights Press, 1981)

65. Die Russische Version

Ein israelischer Roman aus dem Hebräischen und ein russischer Lyrikband haben den amerikanischen Preis für die beste Übersetzung gewonnen. Der Preis wurde vor 3 Jahren von „Three Percent“ gegründet, einer Gruppe, die das Übersetzen fördern will, teilte die University of Rochester in New York am Mittwoch mit. Bei dem Lyrikband handelt es sich um „The Russian Version“ von Elena Fanailowa. Das Buch wurde von Genia Turowskaja und Stephanie Sandler übersetzt und erschien bei der Ugly Duckling Presse.

Fanailowa ist eine russische Lyrikerin, Doktorin und Radioreporterin, deren Gedichte sich mit den Verwerfungen in den letzten 30 Jahren der russischen Geschichte beschäftigen. / CBC Arts

64. Leipziger Literaturverlag

Donnerstag, 18.03.2010, 20:00 Uhr, Kurt- Wolff-Depot / Kulturgenußladen

Leipziger Literaturnacht
mit Ilona Schlott, Viktor Kalinke, Dieter Krause, Suzanne Latour, Carsten Zimmermann und Sascha Heße
Ausstellungseröffnung mit Arbeiten von Käthe Bauer
Musik: Thomas Flemming, Sascha Heße u.a.

Kurze und eigenwillige Texte zwischen Leichtigkeit und Gewicht, melancholischer Betrachtung und skurrilem Humor. Scharfe Analyse und liebevoller Blick zugleich. Immer im Auge behaltend, daß Leben Detail ist, was beachtet werden will, soll das Ganze gelingen – das ist die Leipziger Literaturnacht.

„Ich bin nicht bekifft, ich bin immer so. Ich laufe schon ein Leben lang herum, als hätte ich eine LUPE vor der Linse. Als wäre ich mit dem Keplerschen Fernrohr im Kepele schon auf die Welt gekommen. So daß ich jede Seattlemaus für einen Dinosaurier der Neuzeit halte…“ (Ilona Schlott)

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Sonnabend, 20. März 2010, 20:00 Uhr, Kurt- Wolff-Depot / Kulturgenußladen

Leipziger Übersetzernacht
In Zusammenarbeit mit: TRADUKI- Literarische Begegnungen mit Südosteuropa, Verlagsstiftung Sarajevo, Universität Leipzig, Camões-Institut, DGLB, SHARAZAD – Geschichten fürs Leben
Moderation: Viktor Kalinke, Mala Vikaite

Mitwirkende: Elisabeth Müller (Carlos Aguilera, Kuba), Cornelia Marks, André Schinkel und Astrid Philippsen (Hadžem Hajdarevic, Zilhad Kljucanin, Bosnien), Jürgen Strasser & Margret Millischer (Jean-Michel Maulpoix, Frankreich), Michael Kegler (Rui Zink, Portugal), Markus Sahr (Helder Macedo, Portugal) und Will Firth (Igor Isakovski, Mazedonien)

Die Leipziger Übersetzernacht ist zur Institution geworden. Jedes Jahr treffen sich am Abend des Buchmessesamstag internationale Autoren und ihre Übersetzer ins Deutsche im Leipziger Literaturverlag, um sich in einer öffentlichen Werkstatt über aktuelle Projekte auszutauschen.

Im Leipziger Literaturverlag:

Hadžem Hajdarevic, Land, das es nicht gibt
Gedichte
Aus dem Bosnischen von Astrid Philippsen,
Cornelia Marks & André Schinkel
ISBN 978-3-86660-089-8, 144 S.
http://www.l-lv.de/autoren/hajdarevic.htm
Gefördert durch die Verlagsstiftung Sarajevo und TRADUKI.

Axel Helbig & Ulf Großmann (Hg.), Skeptische Zärtlichkeit
Junge deutschsprachige Lyrik
ISBN 978-3-86660-077-5
http://www.l-lv.de/autoren/helbig.htm

Dieter Krause, Farbkammern
Gedichte
ISBN 978-3-86660-093-5, 104 S.
http://www.l-lv.de/autoren/krause.htm

Carsten Zimmermann: „licht etc.“
Gedichte
ISBN 978-3-86660-083-6
http://www.l-lv.de/autoren/zimmermann.htm

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Leipziger Literaturverlag
Kurt-Wolff-Depot
Kulturgenußladen

Brockhausstr. 56
D-04229 Leipzig

Tel.: 0341 / 3011 – 430
Fax: 0341 / 3011 – 431

Ihre Bestellung bitte an:
post@l-lv.de

Unser gesamtes Programm und weitere Informationen sind zu finden unter:

www.l-lv.de
www.leipzigerliteraturverlag.de

63. Vortanzen

Für den ersten Nachmittag am Mittwoch, 24. März, wird die indische Tänzerin Lalitha Devi auftreten und indische Lyrik vortanzen. / Stuttgarter Wochenblatt

62. Horst Samson liest

„Die Tage in diesen Längen und Breitengraden / Sind kaltgestellt. Wir leben / Verschüttet im ungelobten Land“. So beginnt eines der Gedichte in Horst Samsons Lyrikband La Victoire. Diese Auftaktzeilen verdeutlichen, worum es Samson geht: Er setzt sich in seinen Texten mit dem Leben im Rumänien der Ceausescu-Ära auseinander, er arbeitet den sozialistischen Albtraum auf: Schreibend nur könne er sich zur Wehr setzen, sagt der Lyriker selbst. So wird Literatur, so werden Gedichte zu einem Überlebensmittel in einer Zeit, in der das Wort die einzige nutzbare Waffe gegen Unrecht, Verfolgung und Unterdrückung zu sein scheint. / kulturkurier

Hessisches Literaturforum im Mousonturm e.V.
Literaturforum im Dritten
Donnerstag, 11. März 2010, 20 Uhr
Eintritt: 6,-/3,-

61. Gelegentlich werktätig

Bedeutsam an diesem Band ist auch, dass er die Entwicklungen und Konstanten im lyrischen Schaffen einzelner Dichter erkennen lässt, neben den bereits Genannten besonders jene Volker Brauns, Peter Huchels, Karl Mickels, Heinz Czechowskis, Harald Gerlachs und Wolfgang Hilbigs. Die Struktur dieser Anthologie ermöglicht thematische Vergleiche von Jahr zu Jahr; sie zeigt freilich auch, woher die ostdeutschen Lyriker der jüngeren Generation vor und nach der sogenannten Wende kommen und wovon sie sich abgesetzt haben – man denke etwa an Uwe Kolbe, Barbara Köhler, Kathrin Schmidt und Lutz Seiler. …

Die Form dieser Gedichte verweigerte sich zumeist dem Experiment; die Autoren arbeiten motivisch vergleichsweise konventionell, rufen Hölderlin auf und die Droste (Biermann unüberhörbar Heine), erinnern pflichtschuldig an Lenin (Rainer Kirsch), aber auch an die Geschwister Scholl (Waltraud Hauff). Sie leiden am «deutschen Problem», an diesem «zerrissenen Land», dem « einen Organismus mit zwei Herzen» (Eva Strittmatter) und geben sich nur gelegentlich «werktätig». / Rüdiger Görner, NZZ 11.3.

Lyrik der DDR. Hrsg. v. Heinz Ludwig Arnold und Hermann Korte. Unter Mitarbeit von Nadine J. Schmidt und Axel Ruckaberle. S.-Fischer-Verlag. Frankfurt am Main 2009. 448 S., Fr. 42.90.

60. Nonsens und Philosophie

Generell aber gilt: man sollte eben nicht hinter jedem komischen Gedicht eine „ernste Botschaft“ suchen – der Reiz liegt oft im Sprachspiel und in der Absurdität.

Das trifft wahrscheinlich auch auf dieses Gedicht zu: „Der Habicht fraß die Wanderratte, nachdem er sie geschändet hatte“. Das Spiel mit dem Tabubruch ist hier ja eindeutig. Warum lachen wir aber trotzdem?

Keine Theorie kann das hinreichend erklären. Bestimmte Grundmuster sind aber erkennbar: Das Spiel mit Kontrasten, das Unterlaufen von Erwartungen. Die überraschende Wendung zu Dingen, die normalerweise ungesagt bleiben, hier etwa zum Sexuellen. Der Nonsens hat hier durchaus auch seine philosophische Dimension. / Dirk Becker sprach mit Christian Maintz, Potsdamer Neueste Nachrichten

59. Donaufahrt

„quellen“ heißt der neue Gedichtband des Ernst-Jandl-Preisträgers Ferdinand Schmatz, und tatsächlich sprudelt und rauscht und fließt und rieselt es in ihm, dass es nur so eine Freude ist. Im Zentrum steht eine lyrische Donaufahrt von Breg und Brigach bis ins Schwarze Meer. Heute (11. März) wird das im Haymon Verlag erschienene Buch in der Alten Schmiede in Wien präsentiert. / relevant.at

Ferdinand Schmatz: „quellen. Gedichte“, 170 Seiten, Haymon, 17.90 Euro, ISBN 978-3-85218-627-6, Präsentation: Donnerstag, 11. März, 19 Uhr, Alte Schmiede Wien; Gert Jonke: „Alle Gedichte“, Herausgegeben und mit einem Nachwort versehen von Klaus Amann, Jung und Jung, 160 Seiten, 20 Euro, ISBN 978-3-902497-65-9.

58. Im Schatten

Zu den gut besuchten Veranstaltungen der Brandenburgischen Frauenwoche gehörte auch die Lesung von Irmtraud Gutschke, die am Dienstagabend in der Stadt- und Landesbibliothek aus ihrem 220 Seiten starken biografischen Interviewbuch „Eva Strittmatter – Leib und Leben“ las. … Gutschke erzählte eine Episode über die Folgen einer allzu aufrichtigen Kritik an einem Romanentwurf ihres Gatten, der sie rausschmiss und aussperrte. Die dadurch plötzlich mittellose Eva musste mit dem Fahrrad die 50 Kilometer bis nach Oranienburg radeln, um von dort mit der S-Bahn nach Berlin zu fahren, wo sie Geld von der Bank abhob. Trotzdem sei die Beziehung der beiden Strittmatters eine „große Liebe“ gewesen.

Als Erwin ihr einmal riet, doch auch zu schreiben, versprach sie ihm: „Ich will lieber nicht schreiben. Ich will dich lieber lieb haben.“ Später berief sich der Großschriftsteller stets auf diese Rollenverteilung, wenn er sie daran erinnerte: „Du hast es mir versprochen.“

Auch beim kurzweiligen Leseausflug in der Bibliothek drehten sich die Gedanken und Redebeiträge wie automatisch immer wieder vom eigentlichen Thema Eva Strittmatter weg zum Manne. Und auch die Zuschauerdiskussion verhedderte sich sehr bald in der SS-Polizeirolle Erwins. Das Leben im endlos langen Schatten eines solchen Schriftstellers ist wahrlich kein Gedicht. / Lothar Krone, Märkische Allgemeine 11.3.

57. Nationalheld

Eine zweisprachige Ausgabe des vietnamesischen Dichters Nguyen Trai (1380-1442) wurde in Ho-Chi-Min-Stadt vorgestellt. Die Gedichte sind in klassischen fünf- und sechssilbigen Versen in Nom, der chinesisch basierten vietnamesischen Schrift, verfaßt. Ins Englische übersetzt wurden sie von den Lyrikern  Nguyen Do and Paul Hoover. Nguyen Trai wurde zum Nationalhelden wegen seines Anteils an der Befreiung des Landes von nördlichen Eroberern im 15. Jahrhundert. / Viet Nam News 10.3.

56. Dichter-Gespräch

Monika Rinck, Liesl Ujvary und Max Marek
Lesung und Gespräch

10. März 2010, 20 Uhr (Mittwoch)
Akademie der Künste, Pariser Platz 4, 10117 Berlin, Clubraum
Eintritt € 5/3, Tel. 030 20057-1000

In der Reihe Dichter-Gespräch werden Monika Rinck und die Lyrikerin Liesl Ujvary aus ihrem Werk lesen und mit Max Marek vor allem über den dichterischen Impuls in der Lyrik und in anderen Medien sprechen.

Vom Gedicht als „einer philosophischen Tat“ spricht Peter von Matt. Dichtung und die Präzision des Gedankens – das ist das poetologische Credo von Monika Rinck. Und seit jeher richtet sich ihr Blick auf die interdisziplinäre Grenzüberschreitung. Ihr gerade in der edition sutstein erschienenes Buch „Elf kleine Dressuren“ beinhaltet elf Textvignetten, es geht um Dressur, um Training, Konzentration Versagen und Destruktion. Zu jedem Kapitel schuf der Künstler Max Marek ein Bild, Papierschnitte, die die Essenz jedes Textes in bildnerischer Präzision abbilden. So ist jedes Buch ein Unikat, 15 Exemplare sind erschienen, alle signiert.
Liesl Ujvary zeigt Videos. / Kulturkurier

55. blick auf die künstlerin

In der Wiener Alten Schmiede gibt es eine von Martin Prinz konzipierte Veranstaltungsreihe mit dem schönen Titel „Doppelte Buchführung. Leben und Schreiben in Zeiten der Konkurrenzgesellschaft“. Darin kommt etwas zur Sprache, was sonst schamhaft beschwiegen wird: Wovon leben Schriftsteller, die keine Bestseller produzieren? Und wovon Schriftstellerinnen?

Diesen feinen Unterschied in der Verbuchung des Nichts macht jedenfalls Barbara Hundegger: „stimmen gedämpft bei anblick / des künstlers davon lebt / der davon muss der leben // stimmen spitz beim blick auf / die künstlerin wovon lebt / denn die davon kann die leben“.

Von taxfreiem Bedauern und vom Taxiertwerden (der „blick auf die künstlerin“ ist eben etwas anderes als der „anblick des künstlers“) weiß Barbara Hundegger ein Lied zu singen, verfertigt sie doch fast ausschließlich Gedichte und tut das außerdem noch fern der Zentren des literarischen Betriebs, in Innsbruck, weshalb sie nach wie vor als Geheimtipp gilt: zu Unrecht, denn Hundegger ist eine der besten Dichterinnen des Landes. Sie schreibt, mit einer imponierenden Lässigkeit, Gedichte, die zugleich handfest sind und subtil, zupackend und zart. / Daniela Strigl in Falter : Buchbeilage 10/2010 vom 10.3.2010 (Seite 22)

Barbara Hundegger
2009 | Skarabaeus, Innsbruck
94 Seiten
EUR 16,90


54. Anagramm-Wettbewerb

Im Rahmen von „Luzern bucht“ vom 5.-7. März 2010 (Literaturfest, Buchmarkt und Anagrammtage)  fand dieses Jahr zum Abschluss der unter dem Motto „Luft & Liebe“ dargebotenen Veranstaltungen in der Kornschütte die Verleihung des Anagramm-Preises statt.

Der vom Verlag Martin Wallimann, Alpnach, und der Stiftung HAUS am SEE, Horw, ausgeschriebene Anagramm-Wettbewerb wurde der Lyrikerin und Sprachspielerin Brigitte Fuchs aus Teufenthal in der Schweiz verliehen. 30 Wortkünstler aus dem gesamten deutschsprachigen Raum waren dazu eingeladen worden, drei unveröffentlichte Anagramme (zwei davon in freier Form und eines mit dem Titel ZWISCHEN HALBER NACHT UND GANZEM TAG) einzusenden. Juriert wurden die unter einem Kennwort eingegangenen Beiträge durch die dreiköpfige Jury, bestehend aus Ina Brueckel (ZHB), Josef Birrer (BVL) und Matthias Burki (Verlag Der gesunde Menschenversand). Das „Preisgeld“ besteht aus einem zweiwöchigen Aufenthalt im HAUS am SEE im Park Krämerstein, Kastanienbaum, Horw/LU.

Dort findet vom 7. Mai bis 27. Juni 2010 eine grosse Anagramm-Ausstellung statt, bei der auch die Wettbewerbsbeiträge gezeigt werden.

Einer der Siegertexte:

Wie Goethe gern schrieb

Schreib gewogen, heiter,
schreib ihretwegen, Ego:
Schreiben gehoert ewig!

Woher geistigen Becher?
Bewege Gehirn erotisch,
betoere Gehirn, schweig!

Gebe Gewirr Schoenheit,
gebe Irrweg Schoenheit!
Gebe rein Hochwertiges!

Wein beschert gehoerig
Grobheiten. Schweige er,
gebe wichtige Rosen her!

So. Wichtigere Begehren,
oh Richter? Gegenbeweis?
Schreib weniger, Goethe!

Brigitte Fuchs

53. EEE-Teil 4: „RE:RE:RE:ÜBERWANDLER-SCHNEE VON ÜBERGESTERN“

so leute, das gibt keinen echten ticker, das wird hier der INOFFIZIÖSE EEE-teil 4, damit sich keiner zwang antun braucht… FOLGENDES: (OHNE HEADLINER, OHNE UNTERTITEL, OHNE INSTITUTSWEIHEN):

„Mit normal meinte ich so ‚Standardgedichte‘ die z.B. in der Schule behandelt werden (…). Bei solchen Gedichten habe ich keine Probleme, aber „Überwandler“ ist anders als die Gedichte die ich bisher gelesen habe, die einzelnen Bilder die der Dichter vermittelt kann ich nicht wirklich deuten (…) Sogar mit der Überschrift kann ich nichts anfangen, was soll ein Überwandler sein?“

(27.10.2006, 13:08h #4 „KrEeSKor04“)

„im spieltrieb / zwischen meinen lippen (…) / wie ein einziges gebet der stille“

(De Toys, 6.-9.Zeile aus der VOLKSVERSION* des 41.E.S.)

http://knk.punapau.dyndns.org/publisher/site/knk/public/obj/page.php?obj=8644

RE:RE:RE:ÜBERWANDLER-SCHNEE VON ÜBERGESTERN:

Vor jetzt über 3 Jahren, am 25.10.2006, verschickte Lyrikmail als #1400 die Volksversion* des toysianischen 41.E.S.-Beispiels für die Liebeslyriktheorie ERWEITERTE SACHLICHKEIT mit dem Titel „ÜBERWANDLER“, das in einem typischen Internetforum eine Interpretationsdebatte ohne finale Lösung auslöste, die sich einerseits zum Vergleich mit dem Diskussionsstil in der Lyrikzeitung eignet, andererseits aber auch exemplarisch zeigt, WIE sich eine junge Leserschaft (ein User gibt sein Alter mit 22 an) mit „zeitgenössischer“ Lyrik ÜBERHAUPT auseinandersetzt, was an sich schon dankenswert und mutig ist!!! Spannend fände ich persönlich, ob andere HIER mitlesende Dichter ähnliche Erfahrungen dokumentieren können: ich wäre neugierig darauf zu erfahren, wie z.b. ein Gedicht von Thien Tran von derart ambitionierten und wunderbar SCHAMLOSEN Lyrikfans VERSTANDEN wird (oder nicht). DAS wäre nochmal eine völlig andere Nuance zu unserem eigenen letztlich für alle Parteien hier reichlich nervtötenden und „leider“ mißlungenen Versuch von „gewissen“ Dichtern, von anderen „gewissen“ Dichtern auf eine VERSTÄNDNISBASIS hoffen zu wollen… Auf gut Deutsch finde ich es echt zum Kot-ZEN, daß meine „Feinde“ nicht über das Stadium der argumentlosen plumpen Vorwürfe hinaus gelangen, während ich mehrere Tage FREIZEIT zur Aufarbeitung des Themas investiert habe, sogar das Buch von C.Seife GEKAUFT & GELESEN habe (man bedenke, daß ich im Grunde gar kein Geld besitze für solche noch so kleinen Extra-Anschaffungen, ich habe keine 12mit3xnull Euro Stipendienförderungen sondern lebe nach unseren Maßstäben hier „verarmt“ – und TROTZDEM neidlos glücklich mit meiner Existenz in einem Land, wo der Begriff „Armut“ ein Luxus ist gemessen mit wirklich armen Ländern) und mir 3x 3E’s aus den Fingern sauge… Leute, schreibt doch auch mal einen durchgeknallten Artikel mit ein paar „verwirrenden“ Zitaten, dann wäre die Lyrikzeitung nicht so trocken!!! ANNA PANEK zum Beispiel fehlt mir hier, sie hat immer so herrlich erfrischend „verwirrende“ Meldungen abgegeben… Aber ok, ich werde ab jetzt auch nur noch völlig neutrale, obercoole sachliche Presseticker abliefern, keine persönliche Randnotiz mehr und das „klägliche“ Kommentarfeld (um nur noch und nöcher Tran zu zitieren) nicht mehr anrühren. Aber ich finds zum Kot-ZEN langweilig OHNE Klagemauer und ohne selbstverfasste Klagelieder… Naja, Tran hat schon recht: ich kann mich über meinen „Kram“ (hat das Wort irgendwas mit Heideggers „Zeug“ zu tun?) auch woanders unterhalten, klar doch! Gerne. Nur zu gerne. Vorallem am liebsten in AUßER-literarischen Kreisen, da können die Leutchen nämlich noch über Lyrik lachen und Spaß dran haben und sich wilde Schlachten liefern, ohne es böse zu meinen. Zum Beispiel auf Chirurgenpartys (Gruß an K, falls Du grade in der Klinik Notdienst schiebst und Dir die Zeit mit meinen Lesetips breit grinsend totschlagen kannst, weil zum Glück niemand eingeliefert wird!) oder buddhistischen Meditationszirkeln, die sich eh nur wundern, wie wenig Sinn die deutschen Intellektuellen für feinstoffliche Bewußtseinsebenen haben. Eine ganze esoterische Tradition geht hier den Bach runter – und ich weiß zumindest 1 weiteren hier neben mir, der DAS auch weiß!!!! Aber ich schwimme gerne in diesem immer breiter werdenden reißenden Strom, mal mit, mal gegen, es ist doch inzwischen völlig wurschtbrot, WASSER BLEIBT WASSER BLEIBT WASSER BLEIBT WASSER… und alles ist Pop und pöpper – alaaaaaaaaaaaaaaf!!! helauuuuuuu! Vorgestern hat sich jemand in meinem Bekanntenkreis suizidiert, DEM konnte KEIN Gedicht, KEIN EINZIGES VERDAMMTES SCHEISS GEDICHT helfen. Noch nichtmal ein schönes Video mit dem Zauber der Sonne auf dem Wasser. DER hat das Leben NICHT als „Märchen“ sondern als ALPTRAUM empfunden. Und DAS sind um keine einzige Ecke gedacht die ECHTEN Probleme der (deutschen) Lyrik (was wollte Ginsberg? Verdammt, was wollte er, was wollte Artaud, was will ein Thien Tran!!!!!), richtig fette echte Probleme!!! Ich habe mit einem Gedicht vor über 15 Jahren immerhin eine damals 15-jährige Sängerin einer Jugendpunkband durch meine Lesung in einem Jugendklub davor bewahrt, aufzugeben. Und scheisse nochmal, das soll kein Eigenlob sein, ich will hier nur BEISPIELE LIEFERN: BEISPIELE WIE BALLSPIELE !!!! Ich hab die ganze Tasche voller Beispiele, und ich bin nicht der einzige, aber ich gehöre zu den wenigen, die sich nicht zu schade sind, darüber zu REDEN. Schweigen kann ich auch noch später „wie ein Grab“ OHNE wie!!!

UND NUN FÜR HARTGESOTTENE, DIE „WEITERLESEN“ WOLLEN (ja doch, Gruß an Brinkmännchen: weitermachen, weitermachen, weitermachen, bitte bleiben sie nicht stehen, es gibt hier nichts zu sehen! fanta, cola, google, marl-boro, mal andre bon-ZEN, mal mal, mal mal, g-schichten türmen sich auf andere g-schichten wie schildkröten ohne panzer in der unendlichen weite des „des“… des was? des-dur? des-moll? schmoll…)

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