Eine literarische Plattform für Autoren aus zwei Nationen bietet die 27. Auflage des Deutsch-Schweizer Autorentreffens, das in Rottweil und der Schweizer Partnerstadt Brugg im jährlichen Wechsel veranstaltet wird.
Dieses Jahr findet das Treffen vom 23. bis 25. September wieder in Rottweil statt. / Südkurier
Aus Deutschland sind u.a. Nadja Küchenmeister und Arnold Stadler dabei.
Der Lappan-Verlag ließ letzte Woche Schadensersatzforderungen an Seitenbetreiber verschicken, die Heinz Erhard-Gedichte zitieren. Fans, Blogbetreiber und die Erbengemeinschaft zeigten sich empört: Jetzt rudert der Verlag zurück.
Die Heinz Erhardt Erbengemeinschaft fühlte sich ins Gesäß getroffen: Man habe mit den rechtlichen Schritten des Lappan-Verlages, der die Rechte an Erhardt hält, „rein gar nichts zu tun“, vermeldet die Webseite. Man sei nicht informiert worden und distanziere sich auch. / FRÉDÉRIC VALIN, taz
Yannick Quinveros, Slammer auf den Straßen von Angers, starb am Montag bei einem Badeunfall. Er war der Dichter mit dem langen Bart. Er war ein ehemaliger Krankenpfleger, der vor 12 Jahren beschloß, sein Leben zu ändern, nachdem er sich geweigert hatte, an Patienten der Nervenklinik von Angers Medikamente auszugeben. / ouest-france.fr
Im Lyrikwiki Labor gibt es zahlreiche neue Splitter, etwa den:
Man ist nicht umsonst Philologe gewesen, man ist es vielleicht noch das will sagen, ein Lehrer des langsamen Lesens:—endlich schreibt man auch langsam. Jetzt gehört es nicht nur zu meinen Gewohnheiten, sondern auch zu meinem Geschmacke — einem boshaften Geschmacke vielleicht? — Nichts mehr zu schreiben, womit nicht jede Art Mensch, die „Eile hat,“ zur Verzweiflung gebracht wird. Philologie nämlich ist jene ehrwürdige Kunst, welche von ihrem Verehrer vor Allem Eins heischt, bei Seite gehn, sich Zeit lassen, still werden, langsam werden —, als eine Goldschmiedekunst und -kennerschaft des Wortes, die lauter feine vorsichtige Arbeit abzuthun hat und Nichts erreicht, wenn sie es nicht lento erreicht. Gerade damit aber ist sie heute nöthiger als je, gerade dadurch zieht sie und bezaubert sie uns am stärksten, mitten in einem Zeitalter der „Arbeit,“ will sagen: der Hast, der unanständigen und schwitzenden Eilfertigkeit, das mit Allem gleich „fertig werden“ will, auch mit jedem alten und neuen Buche:—sie selbst wird nicht so leicht irgend womit fertig, sie lehrt gut lesen, das heisst langsam, tief, rück- und vorsichtig, mit Hintergedanken, mit offen gelassenen Thüren, mit zarten Fingern und Augen lesen … Meine geduldigen Freunde, dies Buch wünscht sich nur vollkommene Leser und Philologen: lernt mich gut lesen! —
Friedrich Nietzsche: Morgenröthe (1886) KSA Bd. 3, S. 17
Onlinetext hier
Die Bremer Künstlerin Heide Marie Voigt ist zu Gast und hält lyrische Zwiesprache mit Olivia Douglas, Akondoh Ali, Lauma Zwidrina und Salman Nurhak. Gemeinsam tragen sie ausgewählte Gedichte in verschiedenen Sprachen vor, so in tem, französisch, türkisch, kurdisch, lettisch und deutsch. „Ich integriere nicht Ausländer, ich integriere Stadtteile“, sagt Voigt. In ihrem Buch „zwiesprache lyrik“ haucht sie den statistischen Zahlen der 22 Stadtteile Bremens lyrisches Leben ein. / Weser Kurier
(Tem ist eine Sprache in Ostafrika, die in Togo, Ghana, Benin und Burkina Faso gesprochen wird.)
Der Bassist und Komponist Jürgen Wuchner unterrichtet an der Darmstädter Akademie für Tonkunst und leitet gemeinsam mit Uli Partheil die Jazz & Pop School Darmstadt. Die dort unterrichtenden Musiker bilden den Grundstock der „United Colors of Bessungen“.
Neue Kompositionen entstanden nach Lyrik von Leopold Senghor aus den Zyklen Chants de’l Ombre und Quartiers de Dakar. Ile de Gorée erinnert an eine Insel bei Dakar, die im Sklavenhandel eine Rolle spielte. Vielfältige Taktwechsel (7/4, 5/4, 6/4) dominieren die Form des Stückes Mermoz, einem lyrischen Thema, nach dem französischen Flugpionier und Lyrik-Liebhaber benannt, der 1930 den Direktflug von Saint-Louis im Senegal nach Brasilien wagte. / Rhein Main News
Jazz im Palmengarten: 4. August, 19:30
Frankfurt
Nochmal Berliner Boulevard, Abt. Geschichte:
„Keine Kohlen im Keller, keine Eier im Sack, das ist euer 20. Jahrestag“, rief Mitte der sechziger Jahre ein West-Berliner, ausgestattet mit einem Megaphon, nach drüben. Protokolliert wurde diese kleine Lyrik durch die Grenztruppen der DDR, wie sie ohnehin alles notierten, was an Feindbewegungen auszumachen war. / Matthias Wulff, Berliner Morgenpost
Nichts habe ich in der Schule mehr gehasst als Gedichte. Richtige Männer können mit Reimen über Blümchen und Bächlein nichts anfangen. Trotzdem kann ich noch heute meinen Rainer Maria Rilke auswendig.
„Lösch mir die Augen aus: ich kann dich sehn, wirf mir die Ohren zu: ich kann dich hören“, flüsterte ich letztens einer schönen Brünetten auf der Tanzfläche ins Ohr. Zuerst gucke sie mich mit dem Hilfe-ein-irrer-Serienmörder-Blick an, zum Ende des Gedichts lächelte sie jedoch. Rainer hat eben diese Wirkung. / Der Erotikreporter (?) Jack Horner erklärt B.Z.-Lesern seinen Rainer
„Der Stern ist ein Kern. Der Kern ist so fern. Ich und du, wir tanzen im Nu.“ Das sind die ersten Verse aus dem Gedicht „Der Stern und der Kern“. Die achtjährige Magdalena hat es geschrieben – und zum Schreibwettbewerb des Friedrich-Bödecker-Kreises gesandt. Lenas Text war einer von 4 700. / Gesine Müller, Mitteldeutsche Zeitung
Übrigens: Müsste man der POESIE nicht endlich das DU anbieten? Brigitte Fuchs steht längst mit der Poesie auf Du und Du. Im «Vor- und Nachwort» schreibt sie: «Wir verlangen ja nicht viel vom Wort: Das und kein anderes soll es sein, anfänglich, wahr, gut, groß, geflügelt. Es soll uns auf die Sprünge helfen, wir wollen es ergreifen, halten, führen, erteilen, entziehen. Eines gibt das andere, wir werden jedes unterschreiben und das letzte, noch ehe es gesagt ist, behalten». / Günter Nawe, Glarean Magazin
Brigitte Fuchs, salto wortale – Sprachliche Kapriolen (Zweite/erweiterte Auflage), mit Wortbildern von Beat Hofer, 192 Seiten, edition 8, ISBN 978-3-85990-110-0
Sieben Jahre nach dem Tod des Literaturnobelpreisträgers Czesław Miłosz hat dessen Sohn Anthony
eine CD veröffentlicht, auf der Polens berühmtester Dichter seine eigenen Gedichte musikalisch interpretiert. „Rzęki“ (übersetzt: „Flüsse“) heißt die Aufnahme, die derzeit für Aufsehen unter Polens Kulturliebhabern sorgt. / DLR
Jack Kerouac spielte vor ihrem Fenster Bongo und wollte mit ihr ausgehen. Fran Landesman verwandelte ihr Leben in eine Kunstform – auch durch ein überaus öffentlich ausgetragenes außereheliches Sexleben, das sie gern mit der Londoner Boulevardpresse teilte. Aber eine anhaltende Spur hinterließ sie mit den ätzenden, bissigen und sonderbar zarten Texten, in denen sie die Liebenden, Verrückten und Verlierer der Welt dokumentierte.
Petula Clark, Rickie Lee Jones, Bette Midler und Sarah Vaughan sangen ihre Lieder. Als sie Jazzmusiker bat, etwas über T.S. Eliots Zeile „April is the cruelest month” zu machen, entstand “Spring Can Really Hang You Up the Most.” Sie veröffentlichte auch fünf Gedichtbände. In “Life’s a Bitch” steht die Zeile “First love makes you itch, then it dishes you the dirt.”
Am 23.7. starb sie in London im Alter von 83 Jahren. / DOUGLAS MARTIN, New York Times 1.8.
Ella Fitzgerald – Spring Can Really Hang You Up the Most – youtube.com
6 Min. – Clap Hands, Here Comes Charlie! (1962)
Mit dem 15.000 Euro dotierten Nicolas-Born-Preis wird der Autor Peter Waterhouse, der während seiner Schulzeit in Niedersachsen gelebt hat, geehrt.
(Klingt ein bißchen so, als erhielte er ihn dafür)
Sabrina Janesch, Absolventin des Hildesheimer Studiengangs Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus, wird mit dem Nicolas-Born-Debütpreis ausgezeichnet. Bereits im Jahr 2010 erhielt ein Hildesheimer Absolvent die Auszeichnung: Leif Randt.
Der Nicolas-Born-Debütpreis fördert neue schriftstellerische Talente mit 10.000 Euro. Mit dem 15.000 Euro dotierten Nicolas-Born-Preis wird der Autor Peter Waterhouse, der während seiner Schulzeit in Niedersachsen gelebt hat, geehrt. Beide Literaturpreise werden auf Empfehlung der Niedersächsischen Literaturkommission vergeben.
Die feierliche Preisverleihung findet mit geladenen Gästen am Freitag, 23. September 2011, um 18:00 Uhr im Literaturhaus Hannover statt.
Informationen über die Ausbildung am Institut für Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft:
http://www.uni-hildesheim.de/index.php?id=856
Weitere Informationen zum Nicolas-Born-Preis:
http://www.mwk.niedersachsen.de/live/live.php?navigation_id=6257&article_id=98012&_psmand=19
/ Stiftung Universität Hildesheim
buecher.at ergänzt:
Die Auszeichnung wird an AutorInnen mit Bezug zu Niedersachsen vergeben: „Peter Waterhouse ist nicht nur ein begnadeter Schriftsteller, sondern auch ein talentierter Übersetzer, der als Gründer der Wolfenbütteler Übersetzergespräche eine wichtige Größe in der niedersächsischen Literaturlandschaft ist“, sagte die Ministerin bei der Bekanntgabe.
Waterhouse erhielt 2008 den Literaturpreis der Stadt Wien und wurde im Jahr 2011 mit dem Ernst-Jandl-Preis ausgezeichnet.
Das deutsche Urheberrecht erlaubt Zitate; zulässig sind diese jedoch nur mit Kenntlichmachung als Zitat, mit „Zitatzweck“ (das Zitat muss also eigene Ausführungen stützen) und in geringer Länge („Kurzzitat“). Wer also komplette Erhardt-Gedichte oder Gedichtsammlungen publiziert, dem könnte bald das Lachen vergehen. Die Kanzlei veranschlagt für jedes Gedicht 600 Euro – ein Betrag, der nach Ansicht des Rechtsanwalts Andreas Forsthoff für die oft nur wenige Zeilen langen Texte „weit überzogen“ ist. / heise online (508 Kommentare!)
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