Kramer hinterließ einige der eindringlichsten Gedichte, die sich mit Faschismus, Flucht und Heimatlosigkeit befassten. Allein sein „Andre, die das Land so sehr nicht liebten“ ist ein Dokument sondergleichen.
In diesem Buch aber finden sich seine Liebesgedichte versammelt. Es wurde für diese Ausgabe um einige Texte, die neu entdeckt wurden, und um ein sehr gutes Nachwort von Daniela Strigl Rucksack und rosige Betten ergänzt.
Theodor Kramer ist kein Dichter für feine Leute, er ist ein Straßensänger, ein Musikant der Peripherie … so Strigl. / Jan Kuhlbrodt, fixpoetry
Theodor Kramer: Laß still bei dir mich liegen Liebesgedichte.
ISBN 978-3-552-05358-8 € 15,90 Zsolnay Verlag Wien 2005
2. Auflage 2012
Poetry Parnassus war ein Mammuttreffen von 204 Dichtern aus allen olympischen Nationen. Von Nikaragua bis zur Mongolei, von Samoa bis Sengal, Makedonien bis Malediven – nenne ein Land und der Dichter taucht auf. Es war als hätte Prosperos Zauberstab eine Insel der Poesie herbeigezaubert. (…)
Nur Großbritannien konnte solch eine Eroberung vollziehen. Es schien, als hätten die Briten einen imperialen Feldzug unternommen, um die Welt noch einmal zu erobern. Aber diesmal mit Demut, Mitgefühl und Poesie. / von YUYUTSU RD SHARMA, der Nepal vertrat, Himalayan Times
Am Tag der Poesie auf dem Theaterplatz in Basel hauchen Schriftsteller, Rapper, Slam-Poeten, Lyriker und Dozenten der schwindenden Kunst der Poesie neues Leben ein, meint Cédric Russo, Tages Woche. Na, werden sie das schaffen? Die Veranstaltung ist höchst löblich, aber wenn es an einer Veranstaltung läge, über Wohl und Wehe der Lyrik zu entscheiden, wär es sowieso zu spät.
Aber in Wirklichkeit wird das meiste nur gesagt, weil man einen Aufhänger braucht oder eine Brücke zwischen zwei Teilen eines Artikels. Gäbe es kein Feuilleton, gäbe es alles das nicht – kein Schwinden der Lyrik, keine Krise des Romans, keinen Berlin- oder Wende-Roman, keine Fräuleinwunder, Götterlieblinge und keine hermetischen Gedichte. Oder jedenfalls 98 Prozent davon nicht. Ach wär das schön.
„Ich könnte ja auch ein anerkannter deutscher Lyriker jetzt werden, mit meiner Naturlyrik und meiner uralten schlesischen Bauernahnenreihe, aber ich brächte es nicht über mich, auch nur stillschweigend mich fördern zu lassen von einem System, das für mich das wahrhaft teuflischste ist“, schrieb der Dichter Max Herrmann im August 1933 aus Scheveningen an einen Freund in Deutschland. Herrmann, der am 23. Mai 1886 als Sohn eines Gastwirtes geboren wurde und sich aus Verbundenheit mit seiner Heimatstadt gern Herrmann-Neiße nannte, bezahlte diese Entschlossenheit zunächst mit weher Beklommenheit, dann mit nagender Einsamkeit, schließlich mit dem frühen Tod und der nahezu umfassenden Auslöschung seines Werkes im Gedächtnis der Deutschen – West wie Ost. (…) Als Max Herrmann-Neiße am 8. April 1941 in London mit nur 54 Jahren starb, da glaubten viele Vertriebene, seine Verse würden noch lange gelesen werden, denn mit ihm – so Heinrich Mann – habe ein Dichter „dermaßen zauberisch gesungen, dass es nachklingen wird, wer weiß bis wann“. / Jacques Schuster, Die Welt
Max Herrmann-Neiße/Leni Herrmann: Liebesgemeinschaft in der Fremde. Gedichte/Aufzeichnungen. Hg. von Christoph Haacke. Arco, Wuppertal. 142 S., 16 €.
Max Herrmann-Neiße: Briefe. Hg. von Klaus Völker und Michael Prinz.Verbrecher Verlag, Berlin, 2 Bde. 1100 S., je 42 €.
Im anschließenden Gespräch mit der Radiojournalistin Silke Behl wird deutlich, wie befreiend die Produktion dieser Gedichte für Herta Müller sein muss. Sie setzt das Gesicht einer schnurrenden Katze auf, als sie erzählt, wie sehr sie das Ausschneiden und die Mechanik des Hin- und Herschiebens auf dem Tisch genießt. Schneiderin wollte sie einmal werden, sagt sie. „Die Wörter sind da!“, ruft sie. Und dann: „Es läuft wie von selbst!“ Und wieder muss man lachen.
Und doch. Viele dieser Gedichte von Herta Müller sind nicht nur komisch. Immer wieder sind sie auch Vorläufer oder Nachläufer, wie sie sagt, ihrer großen Themen. Dann handeln sie manchmal eben auch von ihrer Verfolgung durch das Regime Ceauescus, bevor sie von Rumänien nach Deutschland kam – oder vom Suff des Vaters, der bei der Waffen-SS gewesen war.
Der Unterschied zu ihrer Prosa: Im Normalfall pflegt Herta Müller Misstrauen gegenüber der Sprache, die so leicht vor den Karren der Macht zu spannen ist. Sie müht sich, die faden Worte in andere Kontexte zu stellen, ihnen neues Leben einzuhauchen. In ihren Gedichtcollagen gelingt all das vergleichsweise unangestrengt. In Herta Müllers eigenen Worten: „Nicht selten kroch im Gebrauch aus dem dunklen Rock der kleinen Wörter eine blöde abgedrehte Laus mit einer Flöte heraus.“ / Susanne Messmer, taz
Donnerstag, 20.09.2012 | 19.30 Uhr
Staatstheater Karlsruhe
Kleines Haus
Im Rahmen der 29. Baden-Württembergischen Literaturtage 2012 zwischen dem 20. und 30. September 2012 in Karlsruhe:
Jaap Blonk: die „Ursonate“ von Kurt Schwitters
Jaap Blonk, Komponist, Performer und Dichter, entwickelte spezielle dadaistische Lautpoesie-Performances. Bekannt wurde er u. a. durch die Rezitation der „Ursonate“ (1922-32) von Kurt Schwitters. Blonks Interpretation der „Ursonate“ gilt als eine der besten.
Kurt Schwitters entwarf die grafische Gestaltung für die Karlsruher Dammerstock-Siedlung.
Das Programm
Montag, 10. September, 20:30 Uhr
Reihe „Montagsdemonstrationen“ der „perspektive literatur berlin e.V.“, Körtestraße 19-21 (Kreuzberg, U7 Südstern)
–> Präsentation „perspektive“ Heft 71 mit René Hamann, D. Holland-Moritz, Kai Pohl
Donnerstag, 20. September, 21 Uhr:
„Die Bad Bank der deutschsprachigen Lyrik“ in der Rumbalotte, Metzer Straße 9 (Prenzlauer Berg, U2 Senefelderplatz)
–> Eine Textmontage aus 2000 Gedichten, ausgelobt und vorgetragen von Kai Pohl, im Jahr des Weltaufgangs. Kommt und hört, denn die Zeit ist reif.
diese propellermaschine gestern nacht als kranich die unbedarftheit der kapitalströme landschaftskrüppel auf mückenflügeln ein echo fault im mutterleib dein unruhiges kleid bis in die poren individuell gestaltete beliebigkeit
–> Ein Tritt frei!
Edith Sitwell, die heute vor 125 Jahren geboren wurde, war eine der originellsten Gestalten der britischen Avantgarde. In ihrer Lyrik beeinflusst von den französischen Symbolisten, begann sie in den 20er-Jahren gemeinsam mit ihren Brüdern zu experimentieren und verblüffte das Publikum mit ausgefallenen Auftritten. Nicht weniger aufsehenerregend war die exzentrische Erscheinung der adligen Dame, und gefürchtet war ihre spitze Zunge, mit der sie unerbittlich gegen ihre Feinde zu Felde zog.
„Façade“, „By the Lake“
„Dead, the leaves that like asses’ears hung on the trees
When last we wandered and squandered joy here“
Übersetzung:
„Tote Blätter hingen wie Eselsohren an den Bäumen
Als zuletzt wir hier uns in Freude versäumten“
(…)
Façade: Jodelling Song
„We bear velvet cream,
Green and babyish
Small leaves seem; each stream
Horses‘ tails that swish“
Übersetzung
„Rahm ist hier wie Samt
Grün und kinderweich
Das Blätterdach; der Bach
Wie ein Pferdeschweif“
Walzer, Polka, Kinderreim, aus 21 solcher Nummern besteht das Werk Façade, das 1922 in London uraufgeführt wurde. Die Dichterin stand dabei hinter einem Vorhang und rezitierte ihre Verse durch ein Megafon. Das Publikum buhte, aber der Auftritt machte Edith Sitwell bekannt.
/ Eva Pfister, DLR
Robert K. Martin summed up Sitwell’s literary career in Dictionary of Literary Biography: „Sitwell’s reputation has suffered from the exceptional success of Facade,which was often treated as if it were the only work she had ever written. Inadequate attention has been paid to her development as a social poet, as a religious poet, and as a visionary. Her career traces the development of English poetry from the immediate post-World War I period of brightness and jazzy rhythms through the political involvements of the 1930s and the return to spiritual values after World War II. Her technique evolved, and, although she always remained a poet committed to the exploration of sound, she came to use sound patterns as an element in the construction of deep philosophic poems that reflect on her time and on man’s condition. Edith Sitwell needs to be remembered not only as the bright young parodist of Facade, but as the angry chronicler of social injustice, as a poet who has found forms adequate to the atomic age and its horrors, and as a foremost poet of love. Her work displays enormous range of subject and of form. With her contemporary [T. S.] Eliot she remains one of the most important voices of twentieth-century English poetry.“ / poetryfoundation
“Tournez, Tournez, Bon Chevaux De Bois”
BY EDITH SITWELL
Turn, turn again,
Ape’s blood in each vein!
The people that pass
Seem castles of glass,
The old and the good
Giraffes of the blue wood,
The soldier, the nurse,
Wooden-face and a curse,
Are shadowed with plumage
Like birds, by the gloomage.
Blond hair like a clown’s
The music floats—drowns
The creaking of ropes,
The breaking of hopes,
The wheezing, the old,
Like harmoniums scold;
Go to Babylon, Rome,
The brain-cells called home,
The grave, new Jerusalem—
Wrinkled Methusalem!
From our floating hair
Derived the first fair
And queer inspiration
Of music, the nation
Of bright-plumed trees
And harpy-shrill breeze . . .
* * * *
Turn, turn again,
Ape’s blood in each vein!
from Coterie, 1919
Der Autor und Bildende Künstler Christoph Meckel (geb. 1935) hat sein schriftstellerisches Archiv dem Deutschen Literaturarchiv Marbach übergeben. Das Archiv von Christoph Meckel enthält Manuskripte und Vorarbeiten zu seinen Büchern sowie umfangreiche Korrespondenzen, u. a. mit Jurek Becker, Peter Bichsel, Johannes Bobrowski, Hans Magnus Enzensberger, Sarah Kirsch, Wulf Kirsten, Karl Krolow, Brigitte Kronauer, Libuše Moníková, Fritz J. Raddatz, Peter Rühmkorf, Nelly Sachs, Hans Joachim Schädlich, George Steiner und Christa Wolf. Nicht zuletzt die Tagebücher, die Meckel seit den 50er Jahren kontinuierlich führt, erweisen sich als eine bedeutende Quelle der deutschen Nachkriegsliteratur: Sie geben Aufschluss über zahlreiche bisher unbekannte Details zum Leben und Werk des Autors und Künstlers und zum literarischen Leben der vergangenen Jahrzehnte. Neben graphischen Blättern und Zyklen mit literarischen Bezügen übergab Meckel dem Archiv Dokumente aus dem Nachlass seines Vaters Eberhard Meckel, einem Lyriker der Zeitschrift Kolonne, mit dem er sich 1980 in seinem Buch Suchbild. Über meinen Vater intensiv auseinandersetzte. / DLA Marbach
Das rekonstruierbare Sprechen und Denken der Urindoeuropäer ist voll von hoher Poesie, die den Ruhm kriegerischer Helden feiert – dies hat zuletzt Martin L. West in dem Buch ‚Indo-European Poetry and Myth‘, Oxford 2007, eindrucksvoll vorgeführt. Das Vokabular kennt den ‚unvergänglichen Ruhm‘ des Kriegshelden, also des Warlords, auf Erden, der durch Erzählungen entsteht; es kennt auch das Rad, das Pferd, den Streitwagen. All das – die Helden-Epik und die technische Begrifflichkeit – passt deutlich besser zu den kämpferischen halbnomadischen Reitervölkern in der nördlicheren Steppe, die sich auf rund 4000 Jahre später datieren lassen, als zu friedlichen Bauerngesellschaften in Anatolien. / Johan Schloemann, Süddeutsche Zeitung 28.8.
Martin Litchfield West: Indo-European Poetry and Myth
Verlag Oxford University Press, 2007 siehe hier

SZ: Sie haben einmal geschrieben, Sie hätten vier Lehrmeister im Leben gehabt, den Hunger, die Obdachlosigkeit, die Schande und das Gefängnis. Was haben die vier Sie gelehrt?
Liao Yiwu: Nummer eins ist der Hunger, in den wurde ich 1958 hineingeboren. Mao hatte kurz vor meiner Geburt den ‚Großen Sprung nach vorn‘ verordnet, an dem 40 Millionen Menschen sterben sollten. Das ganze Land litt unvorstellbaren Hunger, es gibt in vielen Dörfern grässliche Kannibalismusgeschichten aus dieser Zeit. Ich wäre damals fast gestorben und habe mich dadurch sehr verzögert entwickelt. Richtig laufen konnte ich erst im Alter von fünf Jahren. Eine meiner ersten Erinnerungen sind diese schwankenden Schritte. Wie auf einem Schiff. Mir war dauernd schwindlig, ich konnte gar nicht gerade ausgehen.
Aber was hat der Hunger Sie gelehrt?
Mein Vater unterrichtete mich anfangs, statt eines Lehrers. Er setzte mich oft auf unseren höchsten Schrank, auf dem ich Gedichte auswendig lernen musste. Er sagte, die Gedichte müssten uns jetzt ernähren, aber er wollte mich so auch dazu zwingen, trotz des Hungers aufrecht zu sitzen.
/ Liao Yiwu im Interview mit Alex Rühle, Süddeutsche Zeitung 28.8. (darin auch, wie westliche Sinologen China zuarbeiten)
Die Referenzfläche ist kein abgeschlossener Gedichtband. Sie lässt sich trotzdem bequem ins Regal stellen. Ich bringe in diesem Konzept meine Vorstellung von Nachbereitung und Übergriff auf vermeintlich stabilen Text unter. Den stabilen Text scheint die schwarz/weiß-Branche als Vertriebs- und Verbreitungssouverän zwar noch immer zu verwalten. Seine Unberührbarkeit ist aber längst nicht mehr real.
Bei der Referenzfläche handelt es sich um Verfahren, die sich in größeren Auflagen wie denen von Literaturzeitschriften oder Lyrikeditionen nur als Reproduktion ermöglichen lassen – die aber in letzter Konsequenz nur als Originaleintragungen funktionieren.
In kleinsten Auflagen (20-50) stelle ich Textsammlungen zusammen, lasse sie drucken und greife dann nach meinen Vorstellungen handschriftlich ein. Jedes Heft ist somit ein Unikat.
Da das Prinzip nicht auf bibliophilem Pathos (im Sinne beispielsweise der Wertzuschreibung künstlerischer Handsigniertheit) basiert, verkaufe ich sie zum Selbstkostenpreis von 5,- pro Stück.
Ich entwickle die Referenzfläche laufend weiter. Das betrifft sowohl die Produktion weiterer Rohtexte, als auch die Erprobung weiterer Eingriffe. Falls Ihnen ein Heft der nullten oder ersten Auflage gefällt – bestellen Sie gern auch Hefte der vierten oder achtzehnten.
Danke für Ihr Interesse!
Mara Genschel
Julietta Fix fragte an, ob ich für ein paar Tage das Gedicht des Tages auswählen wollte. Ich wollte sofort und fing an zu kramen. Dutzende Namen die unbedingt dabei sein sollten – wohl keiner, fast keiner blieb übrig.
Ich entschied mich letztlich hauptsächlich für lang zurückliegende Leseerfahrungen. Poesiealbum, Reclam Leipzig, die Weiße Lyrikreihe…
César Vallejo las ich zuerst in den 70er Jahren: in der Weißen Lyrikreihe von Volk und Welt (1971) und im Poesiealbum 140 von 1979. Lange hatte ich die nicht mehr in der Hand. Erinnerungen!
Heute hat niemand nach mir gefragt, nichts/ hat man mir abverlangt an diesem Nachmittag (…) Heute ist niemand gekommen, und ich bin so wenig / gestorben an diesem Nachmittag!// Wenn es regnete heute nacht, ich zöge mich/ um tausend Jahre zurück. // Oder vielmehr um hundert./ Als wäre gar nichts geschehen, gäbe ich vor:/ ich käme erst, ich wäre noch unterwegs. (Agape)
Ich lese dies wieder:
Ein Mann geht vorbei
Ein Mann geht vorbei mit einem Brot auf der Schulter.
Wie soll ich da über mein Double schreiben?
Einer setzt sich hin, kratzt sich, fängt unterm Arm eine Laus, bringt sie um.
Was soll das Gerede über die Psychoanalyse ?
Ein andrer ist mit einem Stock in meine Brust eingedrungen.
Soll ich mich vielleicht mit dem Arzt über Sokrates unterhalten?
Ein Holzbein kommt vorbei mit einem Kind an der Hand.
Was hilft es da, André Breton zu lesen?
Ein andrer zittert vor Kälte, hustet, spuckt Blut.
Ist da ein Hinweis auf das Ich an sich angebracht?
Noch einer sucht im Dreck nach Kartoffelschalen und Knochen.
Wie kann man da über das Unendliche schreiben?
Ein Maurer fällt vom Gerüst und hat seine letzte Semmel gegessen.
Und die Erneuerung der Tropik sowie der Metapher?
Ein Händler betrügt den Käufer um ein Gramm Gewicht.
Was soll uns das Geschwätz über die vierte Dimension?
Ein Bankier fälscht seine Bilanz.
Und da gibt es Gesichter, die weinen im Schauspielhaus?
Ein Paria schläft mit dem Fuß auf dem Rücken.
Sollen wir miteinander über Picasso reden?
Irgend jemand geht schluchzend zu einem Begräbnis.
Wie ist es möglich, gewählt zu werden in die Akademie?
Einer putzt sein Gewehr in der Küche.
Welchen Wert hat es da, vom Jenseits zu sprechen?
Einer geht vorbei und rechnet mit seinen Fingern.
Ist es möglich, das Nicht-Ich zu erwähnen, ohne zu schreien?
(Deutsch von Hans Magnus Enzensberger)
1938 ist Vallejo („Ich werde sterben in Paris, mit Wolkenbrüchen“) in Paris gestorben – an einer unbekannten Krankheit und an vielerlei Hunger.
Deutsche Ausgaben
Aufgepaßt:
Der Deutsche Buchpreis ist ein Preis für Romane. Also schreiben die Schriftsteller kaum mehr etwas anderes. Da geht uns viel durch die Lappen. / FAZ 5.9.
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