Die Lyrikerin Nora Gomringer dichtet für das SZ-Magazin, schreibt das SZ-Magazin. So beginnt es: Erkläre mir, Muse, die Männer,
„Nach Auschwitz ein Gedicht zu schreiben, ist barbarisch.“ Aus dem Satz Adornos spricht die tiefe moralische Erschütterung, die eine ganze Generation Intellektueller und Künstler nach dem Zweiten Weltkrieg prägte. Felicitas Frischmuth (1930-2009) war Adorno-Schülerin, hatte den Krieg als Mädchen in Berlin erlebt, ihren Vater verloren, bevor sie ihr Leben dem Schreiben widmete. Frischmuth verstand Adornos Satz offenbar nicht als Diktum. Und doch ist ihr Werk von jenem grundlegenden Gefühl der Erschütterung geprägt. „Die Kunst hat die Aufgabe, Chaos in die bestehende Ordnung zu bringen“, ist ein weiterer Aphorismus Adornos. Genau das tat Frischmuth mit ihrer Lyrik, die inhaltlich wie formal Kausalitäten und vermeintliche Gewissheiten in Frage stellt: „erleben ist nicht erleben ist das Erlebte / das nicht Erlebte ist erlebt.“ (aus dem ersten Gedichtband „Papiertraum“ von 1977). / Johannes Kloth, Saarbrücker Zeitung
Lesereihe für neue Lyrik
Die junge Lyrikszene floriert, wir stellen ihre spannendsten Vertreter vor; Dichter/innen einer Generation, die einen die Angst vorm Neuen fürchten lehren – drei Stimmen auf dem Papier eines Abends.
1. 11. 2012, 20 Uhr
Kulturzentrum Einstein, Einsteinstr. 42, München
Es lesen: Daniela Seel (Berlin) – Martina Hefter (Leipzig) – Andrea Heuser (München)
Moderation: Walter Fabian Schmidt und Tristan Marquardt
Mit einer Ausstellung von Andreas Chwatal und einer Installation von Tillmann Severin
… Bayern:
Einer der führenden deutschen Lyrikverlage (Anton Leitner Verlag) hat Enderles Gedicht „Wenn Bäume reden könnten“ als eines der herausragendsten der letzten drei Jahre in die Jubiläumsausgabe zu seinem 20-jährigen Bestehen aufgenommen und es zugleich zu einem der „besten Gedichte für die nächsten 20 Jahre“ gekürt. Ein lyrischer Pluspunkt für Manfred Enderle, und ein wichtiger Baustein zur Festigung seines dichterischen Rufes über pilzfachliche Qualitäten hinaus. / Augsburger Allgemeine
Naja. Führend in Bayern vielleicht. Wenn es sich die Bayern gefallen lassen wollen. Führende deutsche (wenn wir Schweiz und Österreich beiseitelassen wollen) Lyrikverlage sind Kookbooks und Luxbooks, Frank, Schöffling, Lyrikedition 2000, Poetenladen, Fixpoetry und ein paar andere, von den großen Verlagen spielt wohl nur noch Suhrkamp in dieser Liga, und es kämen noch viele kleinere und junge Verlage an die Reihe, aber Leitner? Vielleicht in Bayern (s.o.).
Die Zeitschrift „Das Gedicht“ war anfangs ziemlich gut und nützlich und ist immer noch sehr erfolgreich. Seit sie sich lautstark zum „Zentralorgan der Realpoesie“ ausruft, ist sie endgültig und auf dem besten Wege, zunehmend seriöse Beiträger zu verprellen. Immerhin habe sie sich nach eigenen Angaben besonders am Anfang auch der „komplexen Lyrik“ gewidmet, bis sie „sich mehr und mehr … zum klaren poetischen Ausdruck hinbewegte“ (Leitner im Editorial). Matthias Politycki spricht noch deutlicher von einer „tendenziell hermetischen Lyrik“, wie sie insbesondere in den ersten Ausgaben „gut“ vertreten sei. Ein Blick in das Gesamtverzeichnis, wer ist gemeint (in Klammern die Nummer der Hefte, in denen sie vertreten waren unter den bislang 20, kleine Auswahl): Kurt Aebli (3), Arnfrid Astel (5), Jürgen Becker (3), Thomas Böhme (4, 8), Volker Braun (5), Franz Josef Czernin (3, 5, 8), Michael Donhauser (3, 5), Gerhard Falkner (6), Rolf Haufs (4), Norbert Hummelt (8), Wulf Kirsten (4), Thomas Kling (7), Marion Poschmann (12) usw. Wenn das die blutleere, hermetische, akademische, „krautige“, „verquaste“, komplexe und unlesbare (irreale) Lyrik ist, die sie dort nicht mehr haben wollen, dann wird es wohl Zeit, mein Abo zu beenden.
Soweit die Zeitschrift. Was die übrige Produktion des Anton Leitner Verlages betrifft, so ist die alles andere als führend. Allenfalls regional von Belang. Führend in Bayern? (siehe oben)
Im Rahmen der EZB-Kulturtage führte Denis Cointes Performance „Die Dichte“ im Schauspiel Frankfurt ein Gedicht Marie NDiayes auf. Die Autorin nahm daran teil.
Ist der inszenierte Text „Y penser sans cesse“ („Unablässig daran denken“) ein Gedicht? Gewiss – er besteht ja aus freien Versen hoher Qualität und fügt sich als erzählendes Langgedicht in eine lange Tradition. Doch hat die Prix-Goncourt-Trägerin NDiaye ihn eigens für die Performance verfasst. Da NDiaye zudem auf der Bühne vorliest, steht „Die Dichte“ einer Autoren- oder szenischen Lesung nahe; hinzu kommen zwei Musiker mit ihrem bedächtigen Beitrag und Performer Cointe. Unter Projektionen Berliner S-Bahn-Fahrten lassen sie das Sprachkunstwerk erzählen, das sich sein eigenes Genre schafft: zwischen mündlicher Dichtung und Postdramatik, purer Lyrik und Poetry Slam. / Marcus Hladek, Frankfurter Neue Presse
Marie Ndiaye wurde 1967 in Frankreich geboren. 2009 erhielt sie als erste schwarze Autorin den Prix Goncourt für ihren Roman Trois femmes puissantes (deutsche Ausgabe Drei starke Frauen, Suhrkamp Verlag, Berlin 2010). Das Buch erlebte eine Gesamtauflage von 440.000 Exemplaren. Mit der Wahl von Nicolas Sarkozy zum Staatspräsidenten zog Marie NDiaye mit ihrer Familie nach Berlin. Nur in der französischen Wikipedia steht diese Passage:
In einem Interview in Les Inrockuptibles vom 30.8.2009 erklärte sie über das Frankreich Sarkozys: „Ich finde dieses Frankreich monströs. (…) Wir haben uns gleich nach den Wahlen entschlossen, nach Berlin zu ziehen, hauptsächlich wegen Sarkozys, selbst wenn das snobistisch klingen mag. Ich finde diese Atmosphäre von Überwachung und Vulgarität verachtenswert… Besson, Hortefeux, all diese Menschen finde ich empörend. „
Sie fügte hinzu: „Ich erinnere mich an einen Satz von Marguerite Duras, der im Kern ein bisschen albern ist, aber den ich liebe, auch wenn ich ihn nicht auf meine Kappe nehme, sie sagte: „Die Rechte, das ist der Tod.“ Für mich repräsentieren diese Menschen eine Form des Todes, der Verdummung des Denkens, der verweigerten Differenzierung. Natürlich ist auch Angela Merkel eine Frau der Rechten, aber sie hat nichts mit der Rechten Sarkozys gemein: sie hat eine Moral, die der französischen Rechten fehlt.“*
* ) Interessanterweise übersetzt Googles Übersetzer das gleiche Wort droite, rechts, Rechte, dreimal anders, erst Right, dann richtig, dann Recht: „Right, c ‚ist der Tod. … Und selbst wenn Angela Merkel eine Frau ist richtig, es hat nichts mit dem Recht der Sarkozy zu tun: Es hat ein moralisches Recht hat kein Französisch.“
Der neu gegründete freiraum-Verlag aus Greifswald legt mit tEXt bILd den ersten Band einer auf drei Bände angelegten Ausgabe mit Texten von Angelika Janz vor. Und dieser erste Band enthält Visuelle Arbeiten, Essays zur Arbeitsweise und ein sehr instruktives Vorwort von Michael Gratz, in dem er anhand der Gebilde von Janz einen Begriff des Experiments und des Fragments jenseits akademischer und eben auch antiakademischer Hochnäsigkeit entwickelt. Einen Begriff also, der sich der Janzschen Arbeiten annimmt, ohne auf eine gewisse Verbeugung zu verzichten. Die Literaturtheorie findet hier zu einer dienenden Rolle zurück ohne unterwürfig zu sein. Sie bleibt selbstbewusst.
Aber sie, Janz, und mit ihr die Theorie, arbeitet eben auch auf einer Grenze, denn die ausgewählten visuellen Arbeiten bewegen sich in einem Zwischenreich aus Zeichen und Sinn. „Immer,“ so Janz, „bewahrte der fremdgedruckte Text, der Textkern, etwas für die eigene Sprache Schützendes auf.“
(…)
Man könnte Janz Verfahren als eine ästhetische Prothetik beschreiben. Sie nimmt vorgefundenen Text zur Grundlage und setzt ihm mit der Schere zu, zerlegt und verstümmelt ihn. Nun aber wird er repariert oder besser ergänzt. Aber eben nicht im Sinne einer herkömmlichen Prothetik, die versucht auf mehr oder weniger einfallsreiche Art einen ursprünglichen Zustand, oder eine dem Unfall vorausgegangene Funktionalität wieder herzustellen, sondern in dem ein neuer Sinnraum geschaffen wird. Dieser rührt zwar von der Vorlage her, weil diese aber eben nicht rekonstruiert wird, entspinnt er sich in Freiheit.
Das Ergebnis sind Textgebilde die auf beiden Ebenen wirken, der visuellen und der semantischen. Ein verblüffendes Ergebnis, das das Bildhafte des Textes, und zwar über das konkrete Gebide hinaus, in den Blick und ins Bewusstsein treten lässt. / Jan Kuhlbrodt, lyrikkritik.de (unter Rezensionen)
Gleich zwei Literaturzeitschriften, das sehr experimentierfreudige Literaturheft „randnummer“ und die dereinst von Höllerer selbst begründete Zeitschrift „Sprache im technischen Zeitalter“, haben nun bislang unveröffentlichte Gedichte aus dem Nachlass des 2003 verstorbenen Höllerer ausgegraben, die im Umfeld des Bandes „Systeme“ anzusiedeln sind. Der Berliner Dichter und Veranstaltungsmacher Tom Bresemann hat vor einiger Zeit im Literaturarchiv Sulzbach-Rosenberg ein Typoskript mit Höllerer-Gedichten gefunden, die vielleicht auch wegen ihrer formalen Kühnheit nie zur Veröffentlichung gelangt waren. In der aktuellen Ausgabe, dem Heft 5 der „randnummer“ hat Bresemann nun einige Funde zusammengetragen und in einem kleinen Vorwort kommentiert.
Im aktuellen Heft 203 von „Sprache im technischen Zeitalter“ werden weitere Höllerer-Gedichte im Faksimile präsentiert und in einem kundigen Aufsatz von Dieter M. Gräf in ihrem literaturhistorischen Kontext erschlossen. Gräf verweist zum Beispiel auf die berühmten „Thesen zum langen Gedicht“, in denen Höllerer bereits 1965 den Weg zu einer offenen Poetik bahnte, die dann in seinem Band „Systeme“ Gestalt annahm. In diesen Thesen spricht Höllerer dem langen Gedicht eine besondere Beweglichkeit zu: „die Entscheidung für ganze Sätze und längere Zeilen bedeutet Antriebskraft für Bewegliches.“ Die offene poetische Form manifestiert sich in den Nachlass-Gedichten in dem Umstand, dass die einzelnen Verse systematisch aus der Reihe tanzen und sich auf der Buchseite in vielfach aufgefächerten, sehr unregelmäßigen, oft auch fragmentierten Gedichtzeilen gruppieren. Diese sehr freie Versform ist zum Teil auch ein Import aus der modernen amerikanischen Poesie, den Höllerer in den frühen 1960er Jahren selbst organisiert hat. (…)
Es geht bei dieser Ausgrabung der nachgelassenen Gedichte Walter Höllerers jedoch nicht um bloße Literatur-Archäologie. Denn die „randnummer“ nutzt diese offene Poetik Höllerers ganz offenkundig als literarisches Leitbild. Neben die Höllerer-Gedichte platziert die Redaktion sehr reizvolle visuelle Poeme der Autorin Angelika Janz, in denen durch verschiedene Montagetechniken Zeitungsausrisse oder kleine Malereien in die poetische Textur integriert werden. Das ist ebenso als eine widerständige Poesie in Bewegung zu begreifen wie die hier abgedruckten Gedichte von Norbert Lange, Léonce Lupette oder Jan Skudlarek, in denen Verfahren der Überschreibung, der semantischen De-Regulierung oder gar des Rückbaus von Texten angewandt werden. Jan Skudlarek beispielsweise reduziert expressionistische Großstadtgedichte von Georg Heym oder Ernst Blass auf wenige Wörter, um sie damit gleichzeitig semantisch ungeheuer aufzuladen. Überhaupt ist dieses neue Heft der „randnummer“ als ein vielversprechendes Manifest der offenen Poetik und ihrer avanciertesten Autoren aus der jungen Generation zu lesen. / Michael Braun, Poetenladen
Randvoll die neue Randnummer: „banane ist hase, ich weiß von nutz“ schreibt Konstantin Ames in einer der spannendsten Literaturzeitschriften, die nach nichts weniger als neuen gesellschaftlichen Formen forscht. / Guido Graf im literaturport
In einem thread versteckt läuft diese Diskussion (um Matthias Polityckis Proklamation der „Realpoesie“), die ich mal anonymisiert hier zitiere. Der „chat“ hier gegeben as is d.h. eine Antwort steht nicht immer direkt unter dem letzten Kommentar. Vielleicht mag jemand weiterdiskutieren?
erst vor kurzem las ich wieder einen auszug aus wiktor schklowskis „kunst als verfahren“, aus dem ich eine passage hier zitieren will, die ich überaus anregend finde. hier auf englisch.
„If we examine the general laws of perception, we see that as it becomes habitual, it also becomes automatic. So eventually all of our skills and experiences function unconsciously—automatically. If someone were to compare the sensation of holding a pen in his hand or speaking a foreign tongue for the very first time with the sensation of performing this same operation for the ten thousandth time, then he would no doubt agree with us. It is this process of automatization that explains the laws of our prose speech with its fragmentary phrases and half-articulated words.
The ideal expression of this process may be said to take place in algebra, where objects are replaced by symbols. In the rapid-fire flow of conversational speech, words are not fully articulated. The first sounds of names hardly enter our consciousness. In Language as Art, Pogodin tells of a boy who represented the sentence „Les montagnes de la Suisse sont belles“ in the following sequence of initial letters: L, m, d, 1, S, s, b.
This abstractive character of thought suggests not only the method of algebra but also the choice of symbols (letters and, more precisely, initial letters). By means of this algebraic method of thinking, objects are grasped spatially, in the blink of an eye. We do not see them, we merely recognize them by their primary characteristics. The object passes before us, as if it were prepackaged. We know that it exists because of its position in space, but we see only its surface. Gradually, under the influence of this generalizing perception, the object fades away. This is as true of our perception of the object in action as of mere perception itself. It is precisely this perceptual character of the prose word that explains why it often reaches our ears in fragmentary form (see the article by L. P. Yakubinsky). This fact also accounts for much discord in mankind (and for all manner of slips of the tongue). In the process of algebrizing, of automatizing the object, the greatest economy of perceptual effort takes place. Objects are represented either by one single characteristic (for example, by number), or else by a formula that never even rises to the level of consciousness.“
und
„And so, in order to return sensation to our limbs, in order to make us feel objects, to make a stone feel stony, man has been given the tool of art. The purpose of art, then, is to lead us to a knowledge of a thing through the organ of sight instead of recognition. By „enstranging“ objects and complicating form, the device of art makes perception long and „laborious.“ The perceptual process in art has a purpose all its own and ought to be extended to the fullest. Art is a means of experiencing the process of creativity. The artifact itself is quite unimportant.“
ein wenig mehr davon hier
wollte man schklowski zustimmen, müsste man vermutlich feststellen, dass das, worauf realpoeten abzielen, keine poesie ist.
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also ehrlich: alles was bisher in markt- und/oder mehrheits – weil gewinnkonforme kriterien zur qualitätsbestimmung überführt wurde, ist doch mittlerweile in die hose gegangen und so wird auch das gedicht irgendwann nicht mehr mit triple A nach hause gehen, wenn es dem düsteren lesermop nur immer hinwirft, was geschmeckt. ohne das was hier endlich ein ende zu finden hat, wüsste leser doch gar nicht wofür er mal wieder mit so verständlichen gedichten belohnt wird.
Der Lebensfreude-Kalender 2013
Der Lebensfreude-Kalender 2009
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Zeit zum Leben 2013: Elli Michler – Wunschgedichte-Kalender
The Science of Sleep (trailer)
From the director of the Eternal Sunshine of the Spotless Mind.
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Der Ofen trinkt Bier.
Dazwischen leben wir.
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Gedanken
sind
Möbel.
Kühe
sind
Buchstaben.
Zwar
ist das Quatsch,
aber
irgendwie
gut.
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–> Anton G. Luther !
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Der Gedichtband «Schmetterlingspoesie» des Motorrad-Rennfahrers Michael «Bundy» Roth schafft es auf Platz 1 der Amazon-Bestsellerliste «Lyrik und Poesie». / speedweek.de
DAS GEDICHT wird 20 und feiert mit 60 Lyrikern aus Deutschland, Luxemburg, Österreich und der Schweiz die Geschichte der deutschsprachigen Realpoesie!
19:00 Uhr Vorprogramm (Foyer)
DAS GEDICHT präsentiert Poesie-Clips aus dem lyrik-tv-Kanal http://www.dasgedichtclip.de
19:15 Uhr Zuallererst (Saal)
Intro: »wortgeburt« Performance von Semier Insayif (A-Wien) Begrüßung: Dr. Reinhard G. Wittmann (Literaturhaus München) Einführende Worte: Anton G. Leitner (Verleger und Herausgeber DAS GEDICHT):
»20 Jahre am Ruder(n)« Matthias Politycki (Mitherausgeber der Jubiläumsausgabe 20):
»Realpoesie«
19:30 Uhr Hauptprogramm, Teil I (Saal)
1. Duo: Michael Augustin (Bremen) / Ulla Hahn (Hamburg) 2. Duo: Arne Rautenberg (Kiel) / Hardy Scharf (München) 3. Duo: Ulrike Draesner (Berlin) / Mathias Jeschke (Stuttgart) 4. Duo: Paul Maar (Bamberg) / Babette Werth (Berlin) 5. Duo: Andreas H. Drescher (Saarlouis) / Xóchil A. Schütz (Berlin) 6. Duo: Helmut Krausser (Potsdam u. Rom) / SAID (München) 7. Duo: Martin Brinkmann (München) / Michael Sailer (München) 8. Duo: Josef Brustmann (Icking) / Franz Xaver Kroetz (München u. Teneriffa) 9. Duo: Friedrich Ani (München) / Siegfried Völlger (Augsburg) 10. Duo: Ralph Grüneberger (Leipzig) / Josef Wittmann (Tittmoning) 11. Duo: Melanie Arzenheimer (Eichstätt) / Manfred Chobot (A-Wien) 12. Duo: Rudolf Kraus (A-Wien) / Gerhard Ruiss (A-Wien) 13. Duo: Jürgen Bulla (München) / Joachim Sartorius (Berlin) 14. Duo: Knut Schaflinger (Augsburg u. Hamburg) / Robert Schindel (A-Wien) 15. Duo: Leander Beil (Holzkirchen) / Anton G. Leitner (Weßling)
16. Duo: 17. Duo: 18. Duo: 19. Trio: 20. Duo: 21. Duo: 22. Duo: 23. Duo: 24. Duo: 25. Duo: 26. Duo: 27. Duo: 28. Duo: 29. Duo: Matthias Politycki (Hamburg) / Alfons Schweiggert (München) Augusta Laar (Krailling) / Hellmuth Opitz (Bielefeld) Alex Dreppec (Darmstadt) / Franziska Röchter (Verl) Steffen Jacobs (Berlin) / Horst Samson (Neuberg) / Gabriele Trinckler (München) Semier Insayif (A-Wien) / Alma Larsen (München) Ludwig Wolfgang Müller (München) / Salli Sallmann (Berlin) Theres Lehn (München) / Frank Schmitter (Ismaning) 12 Erich Jooß (Miesbach) / Fitzgerald Kusz (Nürnberg) Ulrich Johannes Beil (Holzkirchen u. CH-Zürich) / Jean Krier (L-Bridel) Beat Brechbühl (CH-Frauenfeld) / Hans Eichhorn (A-Attersee) Fritz Deppert (Darmstadt) / Birgit Müller-Wieland (München) Markus Bundi (CH-Baden) / Uwe-Michael Gutzschhahn (München) Richard Dove (München) / Ludwig Steinherr (München) Norbert Göttler (Hebertshausen) / Wolfgang Oppler (Unterschleißheim)
22:35 Uhr Zu guter Letzt (Saal)
Extra: »Nur noch ein Gedicht« Performance von Jürg Halter (CH-Bern)
Schlusswort: Anton G. Leitner
BY TED KOOSER, U.S. POET LAUREATE
Here’s a delightful poem by Douglas S. Jones about a bicycle rider sharing his bike with a spider. Jones lives in Michigan and spiders live just about everywhere.
Centrifugal
The spider living in the bike seat has finally spun
its own spokes through the wheels.
I have seen it crawl upside down, armored
black and jigging back to the hollow frame,
have felt the stickiness break
as the tire pulls free the stitches of last night’s sewing.
We’ve ridden this bike together for a week now,
two legs in gyre by daylight, and at night,
the eight converting gears into looms, handle bars
into sails. This is how it is to be part of a cycle—
to be always in motion, and to be always
woven to something else.
American Life in Poetry is made possible by The Poetry Foundation (www.poetryfoundation.org), publisher of Poetry magazine. It is also supported by the Department of English at the University of Nebraska-Lincoln. Poem copyright ©2011 by Douglas S. Jones, whose most recent book of poems is the chapbook No Turning East, Pudding House Press, 2011. Poem reprinted from The Pinch, Vol. 31, no. 2, 2011, by permission of Douglas S. Jones and the publisher. Introduction copyright © 2012 by The Poetry Foundation. The introduction’s author, Ted Kooser, served as United States Poet Laureate Consultant in Poetry to the Library of Congress from 2004-2006. We do not accept unsolicited manuscripts.
Poetische Begegnung der Kulturen
Der von dem deutschsprachigen, aus Syrien stammenden Dichter Fouad EL-Auwad ins Leben gerufene „deutsch-arabische lyriksalon“ kann seit 2005 auf eine stattliche Anzahl poetischer Soirées und auf eine eindrucksvolle Reihe erstrangiger Gäste zurückblicken. Interkulturelle Begegnung im Medium der Poesie – das ist das erklärte Ziel der Initiatoren. Waren Dichter wie Reiner Kunze, Raoul Schrott und Fuad Rifka bei früheren Ausgaben des „lyriksalon“ zu Gast, so steht das diesjährige Programm dem in keiner Hinsicht nach, zumal das Festival in diesem Jahr erstmalig – an zwei aufeinander folgenden Tagen – an zwei Orten stattfinden wird, nämlich in Aachen und in Bonn. Auf deutschsprachiger Seite sind diesmal – neben Gastgeber Fouad EL-Auwad – Ulrike Draesner, Ludwig Steinherr, Suleman Taufiq, Reinhard Kiefer, Gabriele Frings, Christoph Leisten und Nedjo Osman dabei, aus der arabischen Welt kommen Hussein Habbasch (Syrien), Hayet Raes (Tunesien), Emad Fouad (Ägypten), Fatima Mahmoud (Libyen) und Ali Al-Jallawi (Bahrain). Wie immer besticht das Programm dadurch, dass die Gedichte der Autoren jeweils in deutscher und in arabischer Sprache zu hören sein werden. Zum deutsch-arabischen lyriksalon erscheint bei der Edition Orient die zweisprachige Anthologie „einfach SO“, die an diesen beiden Abenden erstmalig vorgestellt wird.
Das Festival in Aachen findet statt am Donnerstag, dem 25. Oktober, 19.30 Uhr, im Couven-Museum (Hühnermarkt), der Bonner Abend ist am Freitag, dem 26. Oktober, 19.30 Uhr im Festsaal der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität (Am Hof). Beide Abende werden musikalisch kongenial begleitet durch den aus dem Irak stammenden Oud-Virtuosen Raed Khoshaba. Der Eintrittspreis zu beiden Abenden beträgt jeweils 10 Euro.
Weitere Informationen: www.lyrik-salon.de
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