Mit Dass ich dich so beschnuppere, dem dritten Heft in unserer Benelux-Reihe, stellen wir den luxemburgischen Dichter Tom Nisse vor. Nisse wurde 1973 in Luxemburg geboren, lebt als Schriftsteller, Übersetzer und Veranstalter von Kunstprojekten in Brüssel. Er veröffentlichte bislang neun Gedichtbände und zwei Titel mit Kurzprosa in französischer Sprache. 2008 gab er die Anthologie L’amour aux temps de l’UE heraus, die junge deutschsprachige Lyriker vorstellt.
Das Lyrikheft versammelt elf Gedichte (teilweise aus dem Band Reprises) und stellt Nisse nun erstmals auch in Deutschland mit einem Einzeltitel vor. Die Gedichte wurden von Jérôme Netgen ins Deutsche übertragen.
Tom Nisse: Dass ich dich so beschnuppere. Gedichte aus dem Französischen von Jérôme Netgen, 14 Seiten, 5,- €
Parasitenpresse
A Futurist’s Manifesto
Hugh McGuire and Brian O’Leary
The distinction between “the internet” & books is totally totally arbitrary, and will disappear in 5 years. Start adjusting now.
(…) Indeed, one of the first ever web sites, Gutenberg.org—started by Michael Hart in 1971—is dedicated to making public domain books freely available on the Internet.
(…) In 2008—when I read War and Peace on my iPhone—about 1% of trade book sales in the US were ebooks. In 2011 the number was close to 20%. Many expect 50% of trade sales to be ebooks by 2015, if not sooner.
(…)
We don’t know what the business models will look like. Subscription books? Advertising? Upselling other products? Serialized books? Something altogether different? We don’t know yet, but eventually courageous new publishers will find out.
Old publishers will follow or perish.
Hugh McGuire builds tools and communities where book publishing and the web intersect. He is the founder of PressBooks (on which this book has been built), and LibriVox.org, a community of volunteers that has created the world’s largest free library of public domain audiobooks.
Es ist ein Hochgenuss, Hartungs pointierte Beobachtungen über den Literaturbetrieb zu lesen, mit ihm an den von ihm Gelobten und Gekränkten vorbeizuflanieren, wobei Letztere selbstredend anonym bleiben. Mutmaßlich am Rüdesheimer Platz feiert Harald Hartung morgen seinen 80. Geburtstag. Katrin Hillgruber, Tagesspiegel
Harald Hartung: Der Tag vor dem Abend. Aufzeichnungen. Wallstein Verlag, Göttingen 2012.
„Wir können das Wort Gott nicht reinwaschen, und wir können es nicht ganz machen; aber wir können es, befleckt und zerfetzt wie es ist, vom Boden erheben und aufrichten…“ Dieses Wort von Martin Buber dient einer neuen Lyrik-Anthologie namens „Gottesgedichte“ als Leitfaden durch die deutschsprachige Lyrik nach 1945. / Münchner Kirchenradio
„Entsteht“ ein Gedicht – oder wird es „gemacht“? Um diese zentrale Frage kreiste die erste Vorlesung von Silke Scheuermann, neue Inhaberin der Poetikdozentur der Hochschule RheinMain. Scheuermann, selbst Lyrikerin von Rang und unter anderem mit dem Wiesbadener George-Konell-Preis ausgezeichnet, hielt die erste von vier Veranstaltungen im Wintersemester. …
Die 39-jährige Autorin wählte als Beispiele für ihr lyrisches Schaffen zwei Gedichte aus, die sich aus verschiedenen Blickwinkeln mit dem gleichen Ereignis befassen: „Der Tätowierer“ und „Der Tätowierte“. Von der Körperkunst schien Scheuermann sehr fasziniert, sie berichtete von literarischen Inspirationen, die sie schon früh rezipiert habe, ohne zu wissen, dass diese Leseerfahrungen einst in eigene Gedichte münden würden: Eine Geschichte von Sylvia Plath über den Besuch in einem Tattoo-Studio, habe sie ebenso inspiriert wie die Beschreibungen der Tätowierungen in Melvilles Roman „Moby Dick“ oder Ray Bradburys Geschichten-Zyklus „Der illustrierte Mann“. / Anja Baumgart-Pietsch, Main-Spitze
Die sowjetrussische Version des Problems. Die tonangebenden Kritiker warfen Majakowski vor, seine Verse seien nicht "volkstümlich" und den Massen unverständlich. 1927 veröffentlichte er dieses Gedicht. In der fünfbändigen Werkausgabe im DDR-Verlag Volk und Welt, Band 1: Gedichte (1966) fehlt es. Auch da gabs zu viele Mittler, die sich auf den Schlips getreten fühlten. Heute gibts die auch, aber ihre Lösung ist einfacher. Majakowski? Lesen sie nicht. Deutsche Fassung von Karl Dedecius aus: Wladimir Majakowskij: Gedichte. Stuttgart: Reclam 1971, S. 50ff. [leider entfernt wordpress die "Treppen", die bei mir im Entwurf zu sehen sind. Also dauert das Formatieren noch etwas länger.] "Die Masse versteht nicht" Zwischen Schriftsteller .......................und Leser ................................stellen die Mittler sich und der Geschmack .................der Mittler ............................ist äußerst durchschnittlich. Diese .....Mittelmäßigen ..................aus der Vermittlerzone sitzen zuhauf .............in Kritik ......................und Redaktionen. Wohin .....dein Gedanke .................auch immer liefe, so einer betrachtet ...................alles ........................träge: "Ich ....bin ein Mensch ..................ganz anderer Begriffe; Ich weiß, .........schon der alte Nadson, ...............................mein Kollege... Arbeiter ........lieben nicht ....................Zeilen, die kahl." (Und Assejew ............deckt noch ......................diese Adjunkte!) "Und Satzzeichen? .................Punkte .......................sind ein Muttermal. Sie ...kürzen den Vers, ...................verschwenden die Punkte. Genosse Majakowskij, ....................bei normalen Intervallen könnt' ich ..........pro Zeile ...................zwei Groschen mehr zahlen." Er erzählt mir ..............Legenden ......................aus uralten Quellen, läßt seinen Vortrag ...................vier Stunden dauern, und zu allem ............sagt ................der trostlos Intellektuelle: "Sie ....werden nicht verstanden ...........................von den Arbeitern und Bauern." Den Autor .........hat Schuldbewußtsein .............................vernichtet. Dabei bekam ...........sein kompetenter Kritikaster Bauern ......nur vor dem Krieg .......................zu Gesichte, als er im Dorf ..............bei Kalbshaxe rastete. Und Arbeiter ............hat er noch minder getroffen – zufällig ........zwei ............bei der Wasserkatastrophe. Sie standen auf der Brücke ..........................und sahen ...................................gelassen wie die Eisschollen trieben ...........................und die Wassermassen. Der Kritiker kannte, ....................um das zu betonen, zwei Exemplare ..............von vielen Millionen. Was ist schon dabei: ....................Knochen und Häute... Leute sind Leute! Und abends ..........beim Tee, ...................da prahlte der Pfau: Ich ...kenne ........die Arbeiterklasse genau. Ich ...las hinter ihrem Schweigen .............................die Seele: nichts von Verfall ..................und keine Querelen. Wer wird denn .............gelesen ....................von dieser Klasse? Doch nur ein Gogol, ...................doch nur die Klassik. Und Bauern? ...........Genauso. ..................Und gar nicht anders. Ich weiß noch, wie früher, .........................im Lenz auf dem Lande..." Solches Geschwätz .................auf unserm ...........................Parnasse ersetzt bei uns oft ...................die Kenntnis ...............................der Masse. Veraltete Muster ................müssen beweisen die Kunst des Worts, ...................des Pinsels, ...............................des Meißels. Flinke Talente ..............fluten ....................in Mengen: wie Rosen, ..........Kosen ...............und Gitarrenklänge. Ich bitte .........die Schreiber ......................mit angstnassen Augen, sich nicht ..........Armeleutekunst ........................aus Daumen zu saugen. Es kapiert ganz gut ...................die führende Klasse die Kunst, ..........nicht schlechter als eure Kaste. Tragt hohe Kultur .................in unsere ..........................Lande, statt nur .........zu bedauern! Gut Buch ........tut not ...............und es wird verstanden: von euch ........und mir, ................von Arbeitern .............................und Bauern. Anm.: Nadson: russischer Lyriker (1862-1887) Assejew, Nikolai: sowjetischer Lyriker, Schüler Majakowskis. In dem Gedicht "Jubiläumsverse" schreibt Majakowski: "Da ist zwar noch Assejew, unser Kläuschen. Der kann was. Hat die Spannweite von mir. Doch ach, man muß verdienen, denn man hat im Häuschen Familie, wenn auch klein, man sorgt doch für." [Formatierung wird später vervollständigt, M.G.) «МАССАМ НЕПОНЯТНО» Между писателем ...............и читателем ..........................стоят ..........................посредники, и вкус ......у посредника ..................самый ..................средненький. Weiterlesen
KRItischePOetik (Desiderat)
KRIPO ist kein stahlbad
KRIPO reimt haubentaucher auf verbraucherschutzradikale und kettenraucher auf
karzinthome
KRIPO ist (schein)antagonismus von kulturarbeit und kulturellem kapital
KRIPO is the french word for shit
KRIPO sucht schwule jüdische kommunistinnen in palästina
KRIPO ist spd-herrenmenschNEMESIS
KRIPO is a waste of facism
KRIPO west nicht
KRIPO isst gern auswärts
KRIPO ist faustpakt mit fingerkreuz und fingersex mit anfasssen
KRIPO saugt bluthegel
KRIPO hat auch viel derrida gelesen
KRIPO + grundrisse = konsonanz / noise
KRIPO ist was hinten rauskommt
KRIPO will eine einzige karotte + die funktion der kartoffel
KRIPO ist zu wenig
KRIPO spornt die bundesregierung zu mehr innovation an
KRIPO ist alternativlos
KRIPO fetischisiert die fetischkritik
KRIPO freut sich darüber, dass es gelungen ist, bin laden zu töten
KRIPO möchte mit ihnen über gott sprechen
KRIPO hat kein image-problem, KRIPO ist ein image-problem
KRIPO vergreift sich nicht im ton, KRIPO vergreift sich am klassenfeind
KRIPO vermietet crackhuren an die würdenträger des literaturbetriebs und finanziert lyrik-camps in afghanistan
KRIPO hätte über »nutten zur literatur« gelacht
KRIPO hat ein ( ) / kein ( ) misogynieproblem
KRIPO schämt sich höchstens fremd
KRIPO pflegt kein privates stalingrad
KRIPO ist nicht ulrich wickert und wird nicht erneut vater
KRIPO hat schlechte zähne und verbreitet deckseuchen
KRIPO ist nah am Realen und deshalb kaum auszuhalten
Dennis Büscher-Ulbrich
aus: karawa.net #004
Grönland, Paraguay, Afghanistan und das innere Afrika fehlen (reisen da keine deutschen Dichter hin, die mal was nachschlagen müssen?). Karte der Klicks auf die Lyrikzeitung seit 25.2. 2012.
An der Spitze die deutschsprachigen Länder:
| Country | Views |
|---|---|
| 155.787 | |
| 9.242 | |
| 4.870 |
Unten diese mit je einem Klick:
Côte d’Ivoire1
Syrian Arab Republic1
Sri Lanka1
Qatar1
Botswana1
Nicaragua1
Kyrgyzstan1
Jordan1
Togo1
Guadeloupe1
Oman1
Also mach ich weiter! Die Welt, sozusagen, wartet.
«Zürich liest»
25.–28.10.
Theater Neumarkt, Probebühne Chorgasse, Zürich
27. Oktober 2012, ab 18 Uhr
Verse! Verse!
Dichterinnen und Dichter aus der deutschsprachigen Schweiz, die sich regelmässig zu von Svenja Herrmann, Johanna Lier und Ingrid Fichtner initiierten Gesprächen «Rund ums Gedicht» treffen, stellen einen Abend lang ihre Lyrik vor: Ingeborg Kaiser, Elisabeth Wandeler-Deck, Heike Fiedler, Dragica Rajcic, Florian Vetsch, Gabriele Markus, Claudia Storz, Wanda Schmid, Thilo Krause, Brigitta Klaas-Meilier, Leta Semadeni, Rolf Hermann, Nathalie Schmid, Sascha Garzetti und Zsuzsanna Gahse.
Literatur & Kunst vergibt den 1. Zürcher Lyrik-Preis
Preisverleihung mit Apéro. Die Juroren Ingrid Isermann, Charles Linsmayer und Sabine Naef übergeben die Preise mit je einer kurzen Laudatio. Infos zum 1. Zürcher Lyrik-Preis auf http://www.literaturundkunst.net. 1. Preis: 1 Übernachtung im Hotel Dolder Grand mit Frühstücksbuffet für 2 Personen; 2. Preis: Freiflug in Europa mit Helvetic Airways für zwei Personen; 3. Preis: Fahrt Zürich-Paris mit dem TGV Lyria, 1. Klasse. Weiter gibt es Bücher-Gutscheine von Orell Füssli zu gewinnen.
Orell Füssli Buchhandlung Kramhof
Füsslistrasse 4, 8002 Zürich
Datum: 27.10.2012
Beginn: 17.00
Im Frankfurter Literaturhaus sprach Durs Grünbein mit der Literaturkritikerin Insa Wilke über seinen neuen Lyrik-, nein, Gedichtband, denn: „Die Lyra ist zerbrochen, die Lyrik ist gestern gestorben.“ Der Prosa prophezeite der Dichter aus Berlin eine große Zukunft als Ergründerin der menschlichen Psyche – vor allem dem gängigen Familienroman, nach dem ihn Hausherr Hauke Hückstädt gefragt hatte. Für ihn aber sei der Vers die Vertiefungsform schlechthin. / Claudia Schülke, FAZ
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BRUCE ANDREWS / CHARLES BERNSTEIN / DENNIS BÜSCHER-ULBRICH / RICHARD DURAJ / CHRISTIAN FILIPS / MARA GENSCHEL / FRIEDRICH HÖLDERLIN / FRANCES KRUK / NORBERT LANGE / SWANTJE LICHTENSTEIN / BRIGITTE OLESCHINSKI / TIBOR SCHNEIDER / MARTIN SCHÜTTLER / PHILIPP STADELMAIER / HANS THILL / ULJANA WOLF
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HERAUSGEGEBEN VON TOBIAS AMSLINGER / NORBERT LANGE / LÉONCE W. LUPETTE
UNTER DER SCHIRMHERRSCHAFT DER LYRIKKNAPPSCHAFT SCHÖNEBERG
Münster. – Der diesjährige Literaturförderpreis der GWK-Gesellschaft für Westfälische Kulturarbeit, Münster, geht an den Lyriker Christoph Wenzel für seine unveröffentlichten Gedichte aus „matte wetter“. Die renommierte Auszeichnung für herausragende Nachwuchsautoren aus Westfalen-Lippe ist mit 4.000 Euro und der Aufnahme in ein mehrjähriges Förderprogramm der GWK dotiert.
Christoph Wenzel wurde 1979 in Hamm geboren und lebt als freier Autor und Herausgeber in Aachen. Der Lyriker, so die Juroren Norbert Wehr, Jan Valk und Martin Kordic, sei ein poetischer Archäologe der westfälischen Landschaft. Seine souverän gearbeiteten, konzentriert-reduzierten, dennoch zugänglichen Gedichte entwerfen ungewöhnliche Perspektiven auf den Alltag etwa im Ruhrgebiet und hätten einen ganz eigenen Ton.
Der Literaturpreis wird zusammen mit den GWK-Förderpreisen für Kunst und Musik am 17. November 2012 um 19.00 Uhr in den Flottmann-Hallen in Herne verliehen. Die Preisverleihung ist öffentlich. Infos auch unter: www.gwk-online.de
Mittwoch gegen 22:30 Uhr vorgetragen von Norbert Lange im Greifswalder Koeppenhaus. Jetzt bei karawa.net #004.
Charles Bernstein liest an der »New School for Social Research« in New York, im Rahmen eines Marketing-Events anlässlich des Erscheinens von The Best American Poetry 2008. David Lehman ist der Herausgeber der Reihe Best American Poetry; Robert Polito ist der Leiter des Literaturprogramms der New School.
Sehr geehrter Vorstandsvorsitzender Herr Dr. Lehman, sehr geehrter Schriftführer Herr Dr. Polito, erlesene Lyriker und Leser, mein Damen und Herren — Ich bedaure die Festlichkeiten des heutigen Abends mit einer wichtigen Mitteilung unterbrechen zu müssen. Wie Sie wissen, verstopft das Überangebot illiquider, insolventer und in der Krise befindlicher Gedichte die literarischen Arterien der westlichen Welt. Diese hochverschuldeten Gedichte drohen nun auch andere Bereiche des Literatursektors zu infizieren und schließlich unsere Kulturindustrie insgesamt ins Wanken zu bringen.
Die Troika der kulturellen Elite hat sich versammelt, um eine massive Lyrikübernahme bekannt zu geben: kreditgestützte und ungedeckte Gedichte, Poesie-Derivate, säumige und Subprime-Gedichte werden durch den größten Lyrik-Rettungsschirm seit der viktorianischen Epoche aus dem Umlauf genommen. Es ist unsere Überzeugung, dass dies ein umfassender und richtiger Plan ist, um den Druck von unseren literarischen Institutionen und Märkten zu nehmen.
Lassen wir uns nicht täuschen: die neoliberal-konservativen Grundlagen unserer Lyrik sind solide. Das Problem ist nicht die Lyrik, sondern sind die Gedichte. Die Krise ist herbeigeführt worden durch die Ausweitung der Lyrikschulden — von Gedichten, die unkontrolliert am Markt zirkulieren und infolge ihrer Schwierigkeit, Inkompetenz oder Belanglosigkeit wirtschaftlichen Schaden verursachen.
Illiquide Lyrikanlagen unterbrechen den für unsere Literatur so lebenswichtigen Phantasiefluss. Wenn das Literatursystem arbeitet, wie es sollte, fließen Lyrikanlagen von und zu Lesern und Autoren, um einen produktiven Teil des kulturellen Feldes zu bilden. Wenn aber weiterhin toxische Lyrikpapiere das System blockieren, könnte diese Vergiftung des Literaturmarkts unsere kulturellen Institutionen irreparabel beschädigen.
Wie wir wissen, haben nachlässige Kompositionsverfahren und Schreibpraxen seit Beginn des Modernismus zu verantwortungslosen Lyrikern und verantwortungslosen Lesern geführt. Einfach gesagt: Zu viele Lyriker haben Werke verfasst, die keine verlässliche Ausrichtung besitzen. Wir sehen heute, wie sich das auf die Lyrik auswirkt, mit einem massiven Vertrauensverlust von Seiten der Leser. Was als Problem bonitätsschwacher Lyrik auf unregulierten Lyrik-Websites begann, hat auf andere, stabilere Literaturmagazine und -verlage übergegriffen und entscheidend zu einem Überschuß von Lyrikinventaren beigetragen, die verantwortungsvolle Gedichte im Wert gedrückt haben.
Die Risiken, die von Lyrikern eingegangen wurden, waren zu groß; eine tiefgreifende ästhetische Fahrlässigkeit. Die Zeit der Dekadenz muss und wird ein Ende nehmen. Mit der obligatorischen Aufsicht und Regulierung von Kompositionsverfahren und Veröffentlichungspraxen.
Es ist unser fester Glaube, dass unser Kultursektor – sind diese Gedichte erst aus dem Umlauf genommen – sich erholen wird und Leser das Vertrauen in die amerikanische Literatur zurückgewinnen werden. Wir schätzen, dass für eine erfolgreiche Übernahme alle nach 1904 geschriebenen Gedichte aus dem Umlauf genommen werden müssen.
Dies wird ein Neuanfang sein, die neue Morgendämmerung eines neuen Tages. Wenn Leser nicht länger Gefahr laufen, von illiquiden Gedichten überwältigt zu werden, können wir eine literarische Kultur mit einer soliden ästhetischen Basis schaffen.
Mein Name ist Charles Bernstein und ich stehe hinter dieser Mitteilung.
Vgl. L&Poe #137, 30.9. 2008: Regulierung. – Mehr
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