13. In der Schule

Bestimmt Lyrik den Unterricht, sinkt das Fach Deutsch bei vielen Schülern auf der Beliebtheitsskala schnell nach unten. Mit ihren kurzen Texten, in denen es nur so von Metaphern, Anaphern, Stilmitteln, Versmaßen und Strophenformen wimmelt, können Schüler häufig nichts anfangen. Laut Petra Anders, Dozentin für Fachdidaktik Deutsch an der Humboldt-Universität Berlin, liegt das vor allem an der Vermittlung von lyrischen Texten im Unterricht. „Hier könnten Lehrer gut mit Songtexten oder Raptexten einsteigen oder den Schülern zeigen, wie sie selbst ganz textnah mit Gedichten umgehen und Zeile für Zeile paraphrasieren“, sagt sie. Manchmal helfe den Schülern auch ein biografischer Zugang zum Autor, um ihn und seine Lyrik besser zu verstehen. / bildungsklick

12. Fragen an Anton Leitner

stellte Wolfgang Prochaska, Weßling, Süddeutsche Zeitung Starnberg 4.10. („Ich bin ein Medien-Unternehmer“):

SZ: Herr Leitner, das Cover der neuen Ausgabe „Der Swing vom Ding – Die Lust am Objekt“ erinnert an Heft 8, jene Ausgabe über Erotik, die Ihre Zeitschrift bundesweit in die Schlagzeilen brachte. Wollen Sie mit Ausgabe 22 wieder in die Schlagzeilen?

(…)

Früher waren die Ausgaben von Das Gedicht oft unschuldig weiß. Jetzt wählen Sie einen schwarzen Umschlag. Warum?

(…)

Haben Sie einen ganz bestimmen Autorenkreis, der dazu dann Gedichte schreiben soll? Oder wie läuft das?

(…)

Ist der Leitner-Verlag jetzt ein mittelständischer Betrieb und gleichzeitig ein Start-up?

(…)

Wird es für Sie nicht langsam unübersichtlich?

11. Quatschsätze & Kinderschutz

Eine „Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW“ (AJuM)

sichtet und prüft Kinder- und Jugendliteratur und Medien unter dem Gesichtspunkt der Verwendbarkeit in pädagogischen Arbeitsfeldern. Mehr als 500 Pädagoginnen und Pädagogen, Erzieherinnen und Erzieher, Bibliothekare und sonstige fachlich qualifizierte Personen aus allen Bundesländern tragen die Rezensionsarbeit. Die Ergebnisse fließen unmittelbar ein in die pädagogische Praxis, außerdem in die direkte Beratung von Kindern, Eltern, Lehrkräften usw., in Fortbildungsveranstaltungen und in zahlreiche Publikationen.

Folgendes haben sie über das Kinderbuch „Der Bauer schiebt den Trecker“ von Kerstin Hensel herausgefunden:

Teilweise ergeben die Verse Sinn, teilweise sind es “Quatschsätze”. Da gerade kleinere Kinder gerne Geschichten in Reimen hören, werden sie es vermutlich mit Vergnügen hören und die Bilder dazu ansehen. Insbesondere Kinder im Kindergartenalter sind zudem für “Quatschsätze” zu begeistern und werden ihren Spaß daran haben. Insgesamt halte ich jedoch Sätze wie “Die Sonne mäht die Wiesen, und Busch und Bäume niesen” oder “Es dunkelt der Holunder und zieht die Wolken zu” nicht unbedingt für sinnvoll. Kindergartenkinder werden wissen, dass dies Quatsch ist, kleinere Kinder im Alter von zwei oder drei Jahren erschließen sich jedoch teilweise ihre Umwelt über Geschichten und Bilder, ihnen müsste man dann erklären, dass die Sonne nicht die Wiese mähen kann, Busch und Bäume nicht niesen und Brombeersaft nicht durch Hecken fließt.

Fazit: „Eingeschränkt empf.“ Na dann Prost. Wie gut, daß es Prüfstellen gibt, die aufpassen, daß unsere Kinder nicht durch Poesie vergiftet werden. Wahrscheinlich setzt man dafür absolut gefestigte Charaktere ein, Leute, die garantiert nichts umhaut, wenn sie den Schutz und Schund der Poesie herauspicken.

Hier ein Beispiel für den poetischen Quatsch der Hensel:

10484173_766161230118366_2110349273311849597_o(Irgendwie versteht man, warum man in Österreich das Problem mit der Wurzel anpacken will, siehe vorige Meldung).

10. Prüfverfahren

Nachricht aus Österreich:

Volksanwalt Peter Fichtenbauer leitet ein „Prüfverfahren zum Bedeutungsverlust der Literatur im Deutschunterricht“ ein. „Ich habe die zuständige Bundesministerin für Bildung und Frauen um Stellungnahme ersucht, welche Maßnahmen sie zu ergreifen gedenkt, um das völlige Verschwinden des Literaturunterrichts zu verhindern“, so Fichtenbauer.

Die Regeln für die Zentralmatura hält der Volksanwalt für bedenklich: „Literarische Texte können nicht durch Leserbriefe, Roman-Bruchstücke oder Gebrauchsanweisungen ersetzt werden.“ /  Die Presse

Noch ein Zitat:

Mit der neuen Matura wird die Literatur im Deutschunterricht abgeschafft. Schriftsteller schlagen Alarm. Warum die Hinwendung zum rein Praktischen ein Armutszeugnis ist.

9. Gestorben

Am 27. September starb der berühmte chinesische Dichter Zhang Xianliang nach langer Krankheit im Alter von 78 Jahren.

Er wurde 1936 in Nanking geboren. 1957 wurde er verhaftet, weil seine Werke „konterrevolutionär“ seien. 22 Jahre war er in einem Lagerinhaftiert. Erst 1979 wurde er rehabilitiert. Weil er es wagte, die Demonstranten auf dem Tiananmen-Platz im Jahr 1989 zu unterstützen, wurden seine Schriften erneut verboten. Er wurde in mehr als 30 Sprachen übersetzt. / Actua Litté

8. Charles Bernstein

Aus Jan Kuhlbrodts Besprechung des neuen Bandes von Charles Bernstein bei Signaturen:

Auf das Buch der Gruppe Versatorium hatte ich an dieser Stelle schon hingewiesen. Jetzt also ist (endlich) die umfangreiche Sammlung Angriff der schwierigen Gedichte der Gruppe um Norbert Lange im Wiesbadener Verlag luxbooks erschienen.

Charles Bernstein wurde 1950 in New York geboren. Er gehört zur Gruppe der L=A=N=G=U=A=G=E Poets, deren Zusammenhang eher in theoretischen Überlegungen, als in ihren lyrischen Produkten zu finden ist. Zentral ist die aktive Rolle des Lesers, der in der Rezeption den Text gewissermaßen erst hervorbringt und somit auch den Autor und dessen quasi natürliche Präsenz hinter dem Text verschwinden lässt. Zugespitzt formuliert wird das tradierte Verhältnis von Leser und Autor in einen dynamischen Prozess umgewandelt. Diese Position ist mir sehr nahe, nicht nur, weil damit dem Autor das Deutungsprivileg am eigenen Text abgesprochen wird.

Natürlich ergeben sich daraus für eine Übersetzung enorme Konsequenzen und die Frage der Texttreue stellt sich auf einer anderen Ebene neu. Was bedeutet das Original? Und worin besteht der Versuch, ihm nahezukommen. Während das Buch der Versatoriumgruppe dieses Problem versucht auf eine gewisse spielerische Art zu lösen, und dabei die Grenzen des Mediums erweitert und überschreitet, findet es hier einen rein literarischen, aber dabei nicht minder konsequenten Niederschlag. Der Leser (und damit auch der Übersetzer, der ja zunächst auch nichts anderes ist als Leser) trägt gewissermaßen seinen eigenen Referenzrahmen an das Gedicht heran, verwandelt es. Verwandelt es in eine andere Sprache zuweilen, aber immer in ein anderes Gedicht. Das bedeutet aber auch, dass der Leser während der Lektüre nicht in die Rolle des passiven Beobachters entlassen wird. Das ganze bleibt Prozess und das Gedicht verändert sich bei jeder Lektüre.

Charles Bernstein: Angriff der schwierigen Gedichte. Ausgewählte Gedichte. Zweisprachig. Aus dem Amerikanischen von Tobias Amslinger, Norbert Lange, Léonce W. Lupette und Mathias Traxler. Wiesbaden (luxbooks) 2014. 380 Seiten. 29,80 Euro.

7. Ann Cotten

Ann Cotten sitzt, leicht abgewandt, ganz konzentriert auf ihren Text, an einem langgestreckten Pult, das sie sich mit DEEF teilt – so nennt sich der Musiker, der sich über einen Laptop beugt, sein Arsenal an Effektgeräten, sein „Modularsystem“ zur Seite. Über die ganze Breite des Raumes zieht sich ein gewellter Vorhang, das Licht, das auf ihn fällt, wechselt die Farbe. Immer wieder fließt Kunstnebel in den Raum, die Worte der Dichterin vermengen sich in dieser unwirklich intensiven Szenerie mit dem Klang der Maschinen.

Cotten lauscht, reagiert, beide Ebenen des Geschehens sind präzise aufeinander abgestimmt. Einmal wirkt ihre Sprache als reiner Klang, rhythmisiert, zerfällt in Bruchstücke, Wiederholungen, dann wieder taucht Sinn in diesen Worten auf. Sinn, der springt, der konkrete Szenarien heraufbeschwört, dann ins Essayistische, Assoziative oder Surreale schwenkt. / Thomas Morawitzky, Stuttgarter Nachrichten 1.10.

6. Cummings‘ frühe Sonette

Bei Signaturen der dritte Teil des Gesprächs, das Jan Kuhlbrodt mit Günter Plessow führte. Es geht um E.E. Cummings (im Vergleich mit Edna St. Vincent Millay und William Faulkner). Hier ein Auszug zu einem von 63 frühen Sonetten von Cummings aus „Tulips and Chimneys“ (1922):

Er hat sie 1922 in ein umfangreiches Manuskript (ca. 150 Gedichte) aufgenommen, das er Tulips and Chimneys taufte. Tulips steht dabei für die bunte Vielfalt lyrischer Formen, während das Label Chimneys Sonetten vorbehalten bleibt, die quasi wie Rauchzeichen einer neuen Poetik aufsteigen. Diese Gedichte sind sehr frühe Vorläufer einer Methode, die heute De-konstruktivismus genannt wird, denn beides, De– und Konstruktion, sind hier zugleich am Werke. Bestaunen wir nicht nur die Frische und Virulenz dieses Tons, der seinesgleichen nicht hat, sondern auch die drei Rubriken, die er seinen Sonetten zuweist: SONNETS––REALITIES sprechen im Indikativ (und verwenden gelegentlich Slang), sie zeichnen den distanzierten Blick des malenden Dichters auf Umwelt und Gesellschaft und zeigen eine satirische Empathie nicht ohne Sympathie; SONNETS––IRREALITIES handeln quasi im Konjunktiv, es sind Meditationen und Tagträume (und kommen damit der kanonischen Gedankenlyrik der Gattung Sonett am nächsten); SONNETS––ACTUALITIES dagegen sind so etwas wie ein lyrisches Tagebuch der Lust (des männlichen Ichs) am Leben und an der Liebe, in einer Weise allerdings, die alles Sexuelle, das die Sonett-Tradition allenfalls angedeutet hatte, lustvoll konkretisiert.

SONNETS––REALITIES XVII

of this wilting wall the colour drub
souring sunbeams,of a foetal fragrance
to rickety unclosed blinds inslants
peregrinate,a cigar–stub
disintegrates,above,underdrawers club
the faintly sweating air with pinkness,
one pale dog behind a slopcaked shrub
painstakingly utters a slippery mess,
a star sleepily,feebly,scratches the sore
of morning.    But i am interested more
intricately in the delicate scorn
with which in a putrid window every day
almost leans a lady whose still–born
smile involves the comedy of decay,

(veröffentlicht in & [AND], 1925)

SONETTE––REALITÄTEN 17

von dieser welken wand den anstrich splittert
die sonne,die vom foetusduft verdrossen
zu wackeligen blenden,unverschlossnen,
wandert,ein zigarrenstumpf verwittert,
oben erschlagen unterhöschen mit
ihrem rosa die leicht schwüle luft,und
fein säuberlich entledigt sich ein hund,
ein falber,hinterm busch von seinem schitt.
ein stern,verschlafen,kraftlos,kratzt die wunde
des morgens.    Doch mich fasziniert imgrunde
der delikate spott der dame,der
s im mürben fenster täglich fast gefällt;
ihr totgebornes lächeln sagt mir mehr
als die komödie des verfalls enthält,

5. Meret Oppenheim

Kulturstaatssekretär Tim Renner enthüllt am 6. Oktober 2014 eine Gedenktafel zu Ehren der Bildenden Künstlerin und Lyrikerin Meret Oppenheim.

In Berlin geboren, lebte Meret Oppenheim (1913 -1985) ab 1914 vorwiegend in der Schweiz. In den Jahren von 1933 bis 1937 war sie beteiligt an den Ausstellungen der „Surindépendants“ in Paris. Die Künstlerin wurde 1974 mit dem Kunstpreis der Stadt Basel ausgezeichnet. 1982 erhielt sie den Großen Preis der Stadt Berlin (West). Meret Oppenheim wurde 1985 Mitglied der Akademie der Künste Berlin (West). An diesem 6. Oktober 2014 wäre sie 101 Jahre alt geworden.

Veranstalter sind die Senatskulturverwaltung und das Aktive Museum Faschismus und Widerstand in Berlin e.V. Es sprechen Staatssekretär Renner und der Leiter Konzernkommunikation der GASAG, Rainer Knauber. Die Laudatio wird die Filmemacherin Daniela Schmidt-Langels halten.

Die Enthüllung erfolgt um 11 Uhr.

Geburtshaus von Meret Oppenheim
Joachim-Friedrich-Straße 48
10711 Berlin-Wilmersdorf

4. Deutsche Lyrik im Ausland

Zum Tag der deutschen Einheit lesen „namhafte zeitgenössische Dichter wie Björn Kuhligk, Jan Wagner, Tom Schulz und Nico Helminger“ im luxemburgischen Esch-sur-Alzette, meldet die Saarbrücker Zeitung.

3. „Sjaman Ailo Gaup er død“

Ich fand diese Überschrift in einer norwegischen Quelle. Ailo Gaup war ein norwegischer – samischer – Schamane und Schriftsteller. Er lebte in Oslo, wo er an der Gründung eines samischen Theaters beteiligt war. Er schrieb seine Stücke, Romane und Gedichte aber auf Norwegisch. Am 24.9. starb er im Alter von 70 Jahren.

Wikipedia-Artikel über ihn gibt es u.a. auf Englisch, Französisch, Ungarisch und Serbisch, aber bisher nicht auf Deutsch.

2. Olga Martynova mit dem Berliner Literaturpreis ausgezeichnet

Die Stiftung Preußische Seehandlung hat auf Beschluss ihrer Preisjury die Schriftstellerin Olga Martynova mit dem Berliner Literaturpreis ausgezeichnet. Der Preis ist mit 30.000 Euro dotiert. Die Autorin nimmt die mit dem Preis verbundene Berufung der Freien Universität Berlin auf die „Heiner-Müller-Gastprofessur für deutschsprachige Poetik“ im Sommersemester 2015 an. Seit 2005 bietet der Preis mit der „Heiner-Müller-Gastprofessur für deutschsprachige Poetik“ am Peter-Szondi-Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft der Freien Universität Berlin den Preisträgern jeweils im Sommersemester ein Forum für Textarbeit mit Studierenden der Universitäten und Hochschulen in Berlin und Brandenburg. Bisherige Preisträger und Dozenten waren Herta Müller, Durs Grünbein, Ilija Trojanow, Ulrich Peltzer, Dea Loher, Sibylle Lewitscharoff, Thomas Lehr, Rainald Goetz, Lukas Bärfuss und Hans Joachim Schädlich. Der Jury des Berliner Literaturpreises 2015 gehören Peter-André Alt, Sonja Anders, Jens Bisky, Kristin Schulz und Thomas Wohlfahrt an.

In der Begründung für die Preisvergabe heißt es:

„Die Spirale der Geschichte ruiniert die Zentren, indem sie sich durch die Randzonen mahlt. (Heiner Müller) Olga Martynova (geboren 1962 bei Krasnojarsk, aufgewachsen in Leningrad, seit 1991 in Deutschland lebend) schreibt aus diesem Mahlstrom von Geschichte heraus, den die nach-sozialistische Ära ausmacht. Mit überbordender Phantasie und traumwandlerischer Leichtigkeit gelingt es ihr in ihren Romanen Sogar Papageien überleben uns (2010) und Mörikes Schlüsselbein (2013), gängige Themen wie Herkunft, Liebe oder Familie in ein trans-historisches Universum zwischen St. Petersburg, Berlin, Frankfurt, Chicago und Sibirien zu übersetzen, in das sich die Protagonisten fügen und finden und das dem Leser den eindimensionalen Plot verweigert. Wir begegnen Schneemenschen und Schamanen, Untergrunddichtern und Kagus, Philemon und Baucis. Sie alle erwehren sich poetisch der Funktionsschemata und Gegebenheiten des Kalten Kriegs, um wie nebenbei beispielsweise in einer Spionage-Science-Fiction zu landen. Besonders in ihrer Lyrik Brief an die Zypressen (2001), In der Zugluft Europas (2009) und Von Tschwirik bis Tschwirka (2012) offenbart sich Martynovas verschroben anarchischer Witz und ihr erfrischend respektvoll-respektloser Umgang mit literarischen Traditionen, weil wendig mit Welt-Geschichte als wechselnder Gesellschafts- bzw. mythologischer Formiertheit hantiert und geschichtete Vermächtnisse anders begründet werden – u. a. um den unter Stalin umgekommenen Avantgardekünstlern Daniil Charms oder Alexander Wwedenski gerecht zu werden. Martynovas Handhabung von Sprache ist höchstsensibel und genau, gerade weil sie ihre Suchbewegungen in der Nicht-Muttersprache – deutsch – bekennt und Instrument von Spracherkundung werden lässt. Aus dieser poetischen Weltanschauung und -aneignung blitzt die vergangene als nicht vergehende Zeit auf, deren rätselhaft magische Vexierbilder den Leser dauerhaft in den Bann ziehen und bleiben, indem auch sie sich verändern.“

Der Berliner Literaturpreis wird am 18. Februar 2015 in Berlin im Roten Rathaus verliehen. Der Präsident der Freien Universität wird die Berufung auf die Heiner-Müller-Gastprofessur vornehmen. Die Laudatio auf die Preisträgerin hält Elke Erb. / FU

1. American Life in Poetry: Column 497

BY TED KOOSER, U.S. POET LAUREATE

I’d guess everybody reading this has felt the guilt of getting rid of belongings that meant more to somebody else than they did to you. Here’s a poem by Jennifer Maier, who lives in Seattle. Don’t call her up. All her stuff is gone.

Rummage Sale

Forgive me, Aunt Phyllis, for rejecting the cut
glass dishes—the odd set you gathered piece
by piece from thirteen boxes of Lux laundry soap.

Pardon me, eggbeater, for preferring the whisk;
and you, small ship in a bottle, for the diminutive
size of your ocean. Please don’t tell my mother,

hideous lamp, that the light you provided
was never enough. Domestic deities, do not be angry
that my counters are not white with flour;

no one is sorrier than I, iron skillet, for the heavy
longing for lightness directing my mortal hand.
And my apologies, to you, above all,

forsaken dresses, that sway from a rod between
ladders behind me, clicking your plastic tongues
at the girl you once made beautiful,

and the woman, with a hard heart and
softening body, who stands in the driveway
making change.

American Life in Poetry is made possible by The Poetry Foundation (www.poetryfoundation.org), publisher of Poetry magazine. It is also supported by the Department of English at the University of Nebraska-Lincoln. Poem copyright ©2013 by Jennifer Maier from her most recent book of poems, Now, Now, University of Pittsburgh Press, 2013. Poem reprinted by permission of Jennifer Maier and the publisher. Introduction copyright © 2014 by The Poetry Foundation. The introduction’s author, Ted Kooser, served as United States Poet Laureate Consultant in Poetry to the Library of Congress from 2004-2006. We do not accept unsolicited manuscripts.

104. Wie politisch soll Literatur sein?

„Projekt: Brentano“ – „Wie politisch soll Literatur sein?“: Podiumsgespräch mit Thea Dorn, Katharina Hacker und Burkhard Spinnen

Gastgeber: Literaturhaus Wiesbaden Villa Clementine

Im Rahmen des interdisziplinären Literaturfestivals „Projekt: Brentano“ findet am Donnerstag, 2. Oktober um 19.30 Uhr auf Einladung des Literaturhauses ein Podiumsgespräch zum Thema „Wie politisch soll Literatur sein“ mit den Autoren Thea Dorn, Katharina Hacker und Burkhard Spinnen statt. Die Leitung des Gesprächs übernimmt Lothar Müller, SZ. Die Veranstaltung findet im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst statt.

Ausgehend von Bernard von Brentanos Roman „Theodor Chindler“ steht an diesem Abend die Frage nach dem Politischen in der Literatur im Zentrum. Wie sieht es aus, das Verhältnis von Literatur und Politik? Wie ist es um den politischen Gehalt im Gegenwartsroman bestellt? Taugt der Familienroman weiterhin als Spiegel der Gesellschaft?

Lothar Müller diskutiert mit der Autorin und Fernsehmoderatorin Thea Dorn („Die deutsche Seele“), der Schriftstellerin Katharina Hacker („Die Habenichtse“) und dem Schriftsteller Burkhard Spinnen („Zacharias Katz“) auch darüber, ob der Roman heutzutage überhaupt noch eine zeitgemäße Form der politischen Meinungsäußerung ist oder diesen Platz längst Essays und Zeitungsartikel füllen. Dabei soll auch der Frage nach der Relevanz des Feuilletons für gesellschaftspolitische Debatten (damals wie heute) nachgegangen werden. Denn nicht zu vergessen ist: Bernard von Brentano galt neben Joseph Roth oder Siegfried Kracauer als einer der begabtesten, jungen Feuilletonisten der Weimarer Republik.

103. Finalisten des Open Mike

Die Finalisten des 22. open mike stehen fest

22 Autoren konnten sich für das Finale des Literaturwettbewerbs open mike qualifizieren, das vom 7. bis 9.11. im Heimathafen Neukölln in Berlin stattfindet.

Von den Finalisten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sind 15 Autoren für Prosa und 7 für Lyrik nominiert. Folgende Autoren sind eingeladen:

Lyrik: Kathrin Bach (Aarbergen), Özlem Özgül Dündar (Solingen), Eva Maria Leuenberger (Biel), Arnold Maxwill (Münster), Felix Schiller (Freiburg), Walter Fabian Schmid (Solothurn) und Robert Stripling (Frankfurt am Main)

Prosa: Doris Anselm (Berlin), Jenifer Johanna Becker (Hannover), Gerasimos Bekas (Berlin), Marie Gamillscheg (Graz), Anna Gräsel (Wien), Lara Hampe (Tutzing), Simon Kalus (Leipzig), Simone Kanter (Berlin), Nora Linnemann (Hildesheim), Pascal Richmann (Hildesheim), Alexandra Riedel (Leipzig), Mareike Schneider (Hildesheim), Astrid Sozio (Hamburg), René Weisel (Berlin) und Michael Wolf (Hildesheim)

Bewerben konnten sich junge Autoren bis 35 Jahre, die noch kein Buch veröffentlicht haben. Die Auswahl der Finalisten haben sechs Lektoren aus renommierten Verlagen getroffen. Diana Stübs (Rowohlt Verlag), Susanne Krones (Luchterhand Verlag), Gunnar Cynybulk (Aufbau Verlag), Jörg Sundermeier (Verbrecher Verlag), Günther Eisenhuber (Jung&Jung) und Hans Jürgen Balmes (Fischer Verlag) wählten aus knapp 600 eingesandten Texten ihre Favoriten aus.

Beim open mike-Finale am 8. und 9.11. stellen sie die Teilnehmer dem Publikum und der Jury vor. Die Juroren Andreas Maier, Marion Poschmann und Björn Kuhligk können bis zu drei Preisträger küren. Einer der Preise wird für Lyrik vergeben. Für die Preisträger steht eine Gewinnsumme von insgesamt 7500 EUR zur Verfügung. Außerdem wird der Preis der taz-Publikumsjury verliehen, der Gewinnertext wird in der taz veröffentlicht.

Aktuelle Infos zu den Kandidaten und rund um den open mike finden Sie in den kommenden Wochen auf dem open mike-Blog und auf www.literaturwerkstatt.org.

Die Wettbewerbstexte erscheinen als Anthologie im Allitera Verlag und sind ab dem 5.11. in den Buchhandlungen Anakoluth, Prenzlauer Berg, und Hugendubel bei Karstadt am Hermannplatz, Kreuzberg, und während des open mike zu erwerben, danach im Buchhandel oder unter www.allitera.de.

Am 16.11.2014 um 0:05 Uhr sendet Deutschlandradio Kultur die Reportage „22. open mike“.

Fr 7.11. – So 9.11.2014

22. open mike

Internationaler Wettbewerb junger deutschsprachiger Prosa und Lyrik

Ort: Heimathafen Neukölln, Karl-Marx-Str. 141, 12043 Berlin

Eine Gemeinschaftsveranstaltung der Literaturwerkstatt Berlin und der Crespo Foundation in Kooperation mit dem Heimathafen Neukölln und dem Allitera Verlag. Mit freundlicher Unterstützung des Fachbereichs Kultur des Bezirksamtes Neukölln.