Kategorie: Deutsch

Vierletternquartette

Janz Zapf Hopf Pick
Bach Elze Gräf Danz
Manz JUNG Drux Gnüg
Hell Bail Bánk ZAHL „NEIN! Du sollst die Stifte nicht essen!“

Er war…

er war mit einer französin verheiratet gewesen
er war nett zu mir, gab mir sein essgeschirr mit resten drin
er war nicht aufzufinden
er war nicht mehr zu erkennen

Dass ich nichts will

Ich will nichts,
mich will nichts,
ich lebe es vor.

Oliver Behnssen (1925-1992)

Mit den linden Lüften, die ja nicht nur
in diesem Jahr, sondern immer wieder auf’s Neue
erwachen und säuseln und weben,
umschwärmt mich geschwätzig die Wiederholbarkeit
der spontanen Erniedrigungen, die mir noch bevorstehen.

wie zitronen schimmeln

mein shirt mit dem schriftzug RATIONAL trage ich nur noch nachts, für logische träume.

Echte Dankbarkeit

Bald fünfzig; und nicht länger nur Gekrächz und Poescher Rab‘ ich;
Denn eine Wohnung endlich, eine eig’ne Wohnung hab‘ ich!
Ein and’rer Kerl scheint man geworden: Vorwärtsstürmend gab ich
Mein Ehrenwort, daß künftig keinen einz’gen weiter’n Stab ich
– Auch Staates Sicherheit nie wieder untergrab‘ ich… –
Über die Heimatstadt zu brechen wagen will, Frau Zapich!

Feld/Webel

387 Wörter, 2 Minuten Lesezeit Heute mal ein Gedicht mit Interpretation – durch die Autorin selbst. Kerstin Hensel DER SOLDATDas ist das Feld.Da gehörst du hin, sagt der Feld-Webel. Hier ist dein Platz, wo Dem Feind die Kugel durch’s Hirn In’s All, verstanden? Verstanden.Die Schläfenblume geht… Continue Reading „Feld/Webel“

Fabriken, Licht und Untergang

– Die ernste Sommernacht war wie zerflossen
– Durch grelle Gassen schrille Autos schossen –
– Die Steine lebten und der Mensch war tot!

Paul Neubauer (1891-1945)

In allen Ecken stehn Erinnerungen
Und neigen sich, von letztem Licht umsungen,
Und sehn mich an mit großen Blicken…
An den Wänden, hinter Glas im Rahmen,
Hängen tote Freunde, die ihr Amen
Treu zu mir herüberschicken.

Alle drei

Heute wieder ein Kurzes, Spitzes. Johann Wolfgang Goethe Venezianische Epigramme aus dem Nachlass, 13Juden und Heiden hinaus! so duldet der christliche Schwärmer. Christ und Heide verflucht! murmelt ein jüdischer Bart.Mit den Christen an Spieß und mit den Juden ins Feuer! Singet ein türkisches Kind… Continue Reading „Alle drei“

Von Spucke

Wie seine eigne Spucke schmeckt,
Das weiß man nicht.
Wenn man in seinen Spiegel leckt,
Kriegt man die Spucke zu Gesicht.

Die Geheimen Botschaften von Erik Satie

die poesie glaubt man novalis
ist ziemlich blau blüht der
enzian singen die vom berg
wenn das glas leer ist enden
auch die verse.

Dies war der Abschied

Dies ist die Ankunft.
Brot heißt Brot nicht mehr
und Wein in fremder Sprache ändert das Gespräch.

Lies lieber mich

Die besten Bücher liest man immer wieder, sagt Schlange. – Aber die Spannung lässt nach, sage ich – Es geht um die Liebe, sagt Schlange. – Sag ich ja, sage ich. – Nein, sagt Schlange, du willst nur Lust. – Das eine ist die Voraussetzung für das andere, sage ich.

nicht alles verloren

solange ihr noch in Gedanken
nach meinem Verbleib fahndet
ist nicht alles verloren