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Veröffentlicht am 10. April 2026 von lyrikzeitung
168 Wörter, 1 Minute Lesedauer.
Eine aktuelle Kolumne mit neuen Texten, Fundstücken und Wiederentdeckungen rund um die Leipziger Buchmesse.
Oleg Jurjew
(Олег Александрович Юрьев; * 28. Juli 1959 in Leningrad; † 5. Juli 2018 in Frankfurt am Main)
***
Gott atmete aus – und Nebel glitt über den Spiegel Land
radial ausbreitend sein graues Silber ...
Die glatten Schatten begannen den Rand
rund zu umfließen, die eigenen Spuren tilgend.
Schatten tauscht Schatten, Nebel blättert um: Nebel.
Ein schwaches Grün sog in sich die Gegend.
Schon taute die letzte Schicht ...
Sein Antlitz kam auf der Scheibe in Sicht
... Ein Spiegelchen ja der Poet am Mund einer kranken Welt.
1984
Übersetzung: Elke Erb. Aus: Oleg Jurjew: Verse vom himmlischen Drucksatz. Hrsg. Daniel Jurjew und Olga Martynova. Nettetal: Elif Verlag, 2025, S. 52
Олег Юрьев
* * *
Бог выдохнул — и хмарь по зеркалу земли,
Кружно, серебро-серо разрастая...
Разглаженные тени потекли
По краешку кругом, следы свои съедая.
Менялась тень на тень, листалась мгла за мглой,
Всё прозелени лёгкой набиралось,
Истаивал уже последний слой...
Его лицо на диске показалось.
— Поэт есть зеркальце у рта больного мира —
1984
Kategorie: Deutschland, Rußland, RussischSchlagworte: Daniel Jurjew, Олег Юрьев, Elif Verlag, Elke Erb, Frankfurt am Main, Gegenwartslyrik, Gott atmete aus, Leipziger Buchmesse, Leningrad, LnPoeMesseLese, moderne Lyrik, Nebelmotiv, Oleg Jurjew, Olga Martynova, poetische Reflexion, russisch-deutsche Literatur, russische Lyrik, Spiegelmotiv, Verse vom himmlischen Drucksatz
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