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Veröffentlicht am 3. April 2026 von lyrikzeitung
141 Wörter, 1 Minute Lesedauer.
Eduard Mörike
(* 8. September 1804 in Ludwigsburg, † 4. Juni 1875 in Stuttgart)
Zwei dichterischen Schwestern
von ihrem Oheim
[Mit einer Randzeichnung, auf welcher an der Stelle der
Endsilben ein Band herunterlief, durch dessen abwechselnde
Farben das Reim-Schema angedeutet war]
Heut lehr ich euch die Regel der Son- -.
Versucht gleich eins! Gewiß, es wird ge- -,
Vier Reime hübsch mit vieren zu versch- -,
Dann noch drei Paare, daß man vierzehn h- -.
Laßt demnach an der vielgeteilten K- -
Als Glied in Glied so einen Schlußring sp- -:
Das muß alsdann wie pures Gold erk- -;
Gewisse Herrn zwar hängen Klett an K- -.
Ein solcher findet meine schönen N- -
Bei diesem Muster. »Ah, Fräulein, Sie st- -!«
»O nein, Herr Graf, hier gilt es Silben z- -.«
»Wirklich! Doch wenn die Lauren selber d- -,
Was soll Petrarca?« - »Der mag Strümpfe str- -.
Eins wie das andre ist für schöne S- -.«
Aus: Deutsche Sonette. Hrsg. Hartmut Kircher. Stuttgart: Reclam, 1979, S. 221
Kategorie: Deutsch, DeutschlandSchlagworte: Biedermeier, deutsche Romantik, Eduard Mörike, Formbewusstsein, Francesco Petrarca, Hartmut Kircher, klassische deutsche Lyrik, Lehrgedicht, Reclam Anthologie, Reimschema, Sonett, Sonettform, Zwei dichterischen Schwestern
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