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Veröffentlicht am 11. Januar 2026 von lyrikzeitung
104 Wörter, 1 Minute Lesezeit.
Robert Gernhardt
(* 13. Dezember 1937 in Tallinn, Estland; † 30. Juni 2006 in Frankfurt am Main)
Deutung eines allegorischen Gemäldes
Fünf Männer seh ich
inhaltsschwer –
wer sind die fünf?
Wofür steht wer?
Des ersten Wams strahlt
blutigrot –
das ist der Tod
das ist der Tod
Der zweite hält die
Geißel fest –
das ist die Pest
das ist die Pest
Der dritte sitzt in
grauem Kleid –
das ist das Leid
das ist das Leid
Des vierten Schild trieft
giftignass –
das ist der Hass
das ist der Hass
Der fünfte bringt stumm
Wein herein –
das wird der
Weinreinbringer sein.
Aus: Ich bin so knallvergnügt. Gedichte, die fröhlich machen. Herausgegeben von Clara Paul. (insel taschenbuch 4356) Berlin: Insel, 2015, S. 120
Kategorie: Deutsch, DeutschlandSchlagworte: Allegorie Gedicht, deutsche Gegenwartslyrik, Deutung eines allegorischen Gemäldes, Gedicht des Tages, Gernhardt Gedicht, Humorvolle Gedichte, Ich bin so knallvergnügt, Insel Taschenbuch, Lyrikzeitung, Robert Gernhardt, satirische Lyrik
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