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Veröffentlicht am 6. Dezember 2024 von lyrikzeitung
Hendrik Jackson
Im Licht der Prophezeiungen V
Kratzt euch am Schädel mit feiner Nadel, bis die Urmusik hervor-
springt. Müdigkeit kam nicht mehr auf. im Lichte der Wetter-
vorhersagen eine übermäßige Gespanntheit, umkippend in Schlaf,
Benommenheit und eine Handvoll alter, stolzer Verse. Vorwärts-
tasten am Schädel, aufscheuchend. drückt zuversichtlich Kolibris
an die Brust, seht, was niemand sah ... die immergleichen Wege zum
See, die nachttrüben Fahrten ins Waldige, Flugkurven berechnend,
Lokomotivqualm verwünschend.
bei ihrem Absinken wurden höhere Luftschichten mehrfach hin und
her verfrachtet. grau-gelbe Lichttönung der Wolkenschlieren, wie
Sandstein geschichtet, an den Rändern fransig, darunter Masten
ins All gestakt, fernhin. Turbulenzen machten euch vorübergehend
schlucken – und glücklich fast, dass aus allem gleich Sentiment
würde – die befremdlichen Eltern.
ins Halbdunkle brach --- (noch nicht!) Traumgang durch die Berge.
schweife Krummsäbel durchschneiden die Luft, ein hohes Sirren.
(Aphasie)
Aus: Hendrik Jackson, Im Licht der Prophezeiungen. Gedichte. Berlin: kookbooks, 2012, S. 11
Kategorie: Deutsch, DeutschlandSchlagworte: Hendrik Jackson
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