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Veröffentlicht am 30. November 2024 von lyrikzeitung
Doris Runge
(* 15. Juli 1943 in Carlow)
könnte ich
den zorn halten
ihn einspannen
wie einen ochsen
ich würde
das brachliegende
tiefstumme
weiße
papier
aufreißen
wind säen
schwarze lettern
zerbrechen
aus den bindungen
reißen
könnte ich den zorn halten
ich würde
wehrwölfig umgehen
in unheiligen nächten
hört ihr das heulen röcheln reißen
riecht ihr das warm verschüttete
seht ich bin auf die pfoten gesprungen
könnte ich den zorn halten
ich vollbrächte
ein äußerstes
ich finge die silberne kugel
aufrecht
Aus: Doris Runge, zwischen tür und engel. Gesammelte Gedichte. Gesammelt und mit einem Nachwort von Heinrich Detering. München: Deutsche Verlags-Anstalt, 2013, S. 213
Kategorie: Deutsch, DeutschlandSchlagworte: Doris Runge
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