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Veröffentlicht am 11. August 2024 von lyrikzeitung
Drei Gedichte des deutsch-iranischen Schriftstellers SAID, der 2021 in München starb.
Eingefrorene Lügen
Ich rufe deinen Namen.
Du rufst zurück.
Und wir mißverstehen uns.
Das Telephon ruft.
Ich renne hin
schiebe mich zur Seite
und nehme den Hörer
und
wir spielen Räuber und Gendarm.
Du legst auf.
Ich verliere Dich.
Empfang
Paßkontrolle.
Ein Zeigefinger
sucht in einem Buch mit vielen Namen.
Ein Zeigefinger erinnert mich an andere Orte.
Das Dröhnen eines Stempels behauptet:
Ich bin kein Fremder mehr.
Aus: Hier ist Iran! Persische Lyrik im deutschsprachigen Raum. Hrsg. Gerrit Wustmann. Bremen: Sujet Verlag, 2001, S. 178, 179, 181
SAID (persisch سعید [sæˈiːd]; * 27. Mai 1947 in Teheran; † 15. Mai 2021 in München; bürgerlich Said Mirhadi, Künstlername in Großbuchstaben) war ein iranisch-deutscher Schriftsteller.
1965 kam SAID als Siebzehnjähriger zum Studieren in die Bundesrepublik Deutschland. In München studierte er Politikwissenschaft. 1979, nachdem die Monarchie im Iran gestürzt wurde und die Islamische Republik sich allmählich etablierte, kehrte SAID kurzzeitig in den Iran zurück. Die dort durch die Mullahs neu begründete Theokratie aber veranlasste ihn, in der Bundesrepublik Exil zu suchen. Im Jahre 2004 erhielt SAID die deutsche Staatsangehörigkeit. https://de.wikipedia.org/wiki/Said_(Schriftsteller)
Kategorie: Deutsch, Deutschland, IranSchlagworte: Said
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