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Veröffentlicht am 6. November 2023 von lyrikzeitung
Theodor Kramer
(* 1. Januar 1897 in Niederhollabrunn, Österreich-Ungarn; † 3. April 1958 in Wien)
Andre Mählich wird's im kahlen Zimmer trüber, und in meinen Knochen nagt der Fraß; andre gehen draußen rasch vorüber, andre liegen im betauten Gras. Wüst im Spiegel bin ich anzuschauen und die Winkel schneiden scharf sich ein; andre scherzen im Café mit Frauen, andre trinken ihren Stutzen Wein. Sparsam füg ich in beschwingte Zeilen, was durch mich bis an mein Ende zuckt; andre können lang im Wort verweilen, andre werden jeden Tag gedruckt.
Aus: Theodor Kramer, Gesammelte Gedichte, Bd. 3. Hrsg. Erwin Chvojka. Wien: Europa Verlag, 1987, S. 518
Kategorie: Österreich, DeutschSchlagworte: Theodor Kramer
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