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Veröffentlicht am 10. Juli 2023 von lyrikzeitung
Hermann Plagge
(11. Juni 1888 Weener / Ostfriesland – 16. September 1918 bei Mainz)
Heimgang im Regen Die Dunkelheit hockt, eine graue Wachtel, Auf den Gerüsten eines Riesenbaus. Die Bahn stößt mich unter den Bäumen aus Und surrt – und wird fern klein wie eine Schachtel. Der Asphalt schimmert regenschwarz, wie Eis, Darin man Wassertümpel eingeschlagen. Gestalten stelzen fort in hohen Kragen. Ein Auto spritzt brutal durch das Geschmeiß. Ich bin so plötzlich aus der Stadt entrückt. Der böse Regen pladdert auf den Park. Kieswege werden weich und weiß wie Quark. Bänke stehn leer und schroff zurechtgerückt. Ferne schrein Autos hilflos und verirrt. Ein Teich im Park glänzt tintig und verdickt. Die goldenen Fische sind im Schlamm erstickt ... Ein Denkmal steht am Ufer weiß und friert.
Aus: Versensporn 53. Hermann Plagge. Jena: Edition Poesie schmeckt gut, 2023, S. 6.
Kategorie: Deutsch, DeutschlandSchlagworte: Hermann Plagge
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