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Veröffentlicht am 8. Mai 2020 von lyrikzeitung
Gregor Laschen, geboren 1941 in Paris, steht im Anhang der Anthologie „Kristallisationen“. In anderen Büchern steht: 1943 in Samarkand; 1941 in Casablanca; 1943 in Alexandria. Auch 1942 wird als Geburtsjahr genannt. Tatsächlich stammt er aus Vorpommern. Er ist rechtzeitig weggekommen, aber er wollte wohl nicht daran erinnert werden.
(* 8. Mai 1941 in Ueckermünde, Vorpommern; † 2. Juni 2018 in Lingen (Ems))
Fragment
Die schöne Geschichte der alten Gedichte,
genaues Aus- und Einatmen.
Und tanzende Wirklichkeit vor soviel Puppen,
Tage zurechtgeprügelt
im sauren Schweiß der Herrschaft.
(Wir drehen die Sprache um und nachhaus
ins Versprechen, wir kommen – sagen wir – nicht
durch, Eisläufer im Sommer, nicht an.
Wir stehen von Kindesbeinen an
im geschmeidigen Ruhm der Sprache
und reden noch, gelassen reden wir.)
Die schöne Geschichte der alten Gedichte
kennen wir inwendig. Genaues Aus- und Einatmen.
Windstille augenblicklich immer, während
die Herrschenden die Luft anhalten.
Aus: Kristallisationen. Deutsche Gedichte der achtziger Jahre. Herausgegeben von Theo Elm. Stuttgart: Reclam, 1992, S. 94f
Kategorie: Deutsch, DeutschlandSchlagworte: Gregor Laschen
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