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Veröffentlicht am 30. März 2019 von lyrikzeitung
Erika Mitterer
(* 30. März 1906 in Wien; † 14. Oktober 2001 in Wien)
Vierter Brief
O bilde mich wie einen Klumpen Ton,
vergiß, daß ich schon je Gestalt besaß,
ball mich zusammen, daß kein Merkmal von
dem Gestern spricht, das gerne ich vergaß.
Ich will dich schauen, wie die Blumen frühe
die Welt besehn: erstaunt und doch verwandt;
Und dennoch Feuer sein! Denn sieh: ich glühe,
und glühe rot dich an, geliebtes Land.
Doch willst Du, daß ich sei, so wisse: ganz
bin ich nur eins, und dies in seltnen Stunden:
die Sich-Verlierende, die sich im Glanz
von fremden Sonnenstrahlen erfunden.
Die Sich-Verschweigende, die gern erkannte,
die Selige, die sich zu früh ergab;
die beinah Wankende, der die verwandte
trostreiche Stimme Berg zugleich und Stab.
Aus: Aldona Gustas (Hrsg.): Erotische Gedichte von Frauen. München: dtv, 1985, S. 158
Kategorie: Österreich, DeutschSchlagworte: Erika Mitterer
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