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Veröffentlicht am 31. Mai 2018 von lyrikzeitung
Katerina Angelaki-Rooke
POETISCHES POSTSCRIPTUM Die Gedichte können nicht mehr schön sein, seit die Wahrheit hässlich geworden ist. Die Erfahrung ist jetzt der einzige Körper der Gedichte, und je reicher die Erfahrung wird, desto mehr nährt und stärkt sich das Gedicht. Meine Knie schmerzen und ich kann mich der Dichtung nicht mehr zu Füßen werfen, nur meine erfahrenen Wunden kann ich ihr schenken. Die Adjektive sind verblüht: Ich kann jetzt nur noch mit meinen Phantasien die Dichtung ausschmücken. Und doch werde ich ihr dienen, immer und solange sie mich will, denn nur sie kann mich ein wenig den verschlossenen Horizont meiner Zukunft vergessen machen. (2011)
Aus: Katerina Angelaki-Rooke: Die Engel sind die Huren des Himmelreichs. Gedichte. Übersetzt von Jorgos Kartakis und Dirk Uwe Hansen. Leipzig: Reinecke & Voß, 2017, S. 72
Kategorie: Griechenland, GriechischSchlagworte: Dirk Uwe Hansen, Jorgos Kartakis, Katerína Angeláki-Rooke
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