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Veröffentlicht am 29. Januar 2016 von lyrikzeitung
Heute muss viel erklärt werden, denn die jiddische Kultur wurde zusammen mit ihren Menschen ausgerottet von den Nazis. Und mit der Schoah, die Manger ins Exil trieb, nach Frankreich, England, in die USA und schließlich nach Israel, wo der 1901 in Czernowitz in der Bukowina Geborene 1969 in Gedera starb, mit der Vernichtung von Mensch und Schrift also, verstummte auch der Balladen-Dichter in ihm. Deshalb eröffnete Akademiepräsident Michael Krüger mit dem gewichtigen Satz: „Wem bei diesen Buch nicht die Tränen kommen, der hat keine mehr.“
Manger hatte sich mit 17Jahren bewusst für das Jiddische entschieden. 1927 war das Jiddische eine „Worterepublik“ für das Volk des Wortes ohne Nationalstaat, die den letzten Platz im Pen-Club besetzte. 1947 schrieb Itzik Manger in Polen: „Die Flüsse haben aufgehört, Jiddisch zu sprechen.“ Ach ja, wer da nicht weint… Eva-Elisabeth Fischer, Süddeutsche Zeitung 21.1.
Kategorie: Israel, Jiddisch, PolenSchlagworte: Eva-Elisabeth Fischer, Itzik Manger, Michael Krüger
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Hallo! Wo kann man den Text lesen? „Die Flüsse haben aufgehört, Jiddisch zu sprechen“.
Danke i.v.
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