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Veröffentlicht am 2. Oktober 2014 von lyrikzeitung
Ann Cotten sitzt, leicht abgewandt, ganz konzentriert auf ihren Text, an einem langgestreckten Pult, das sie sich mit DEEF teilt – so nennt sich der Musiker, der sich über einen Laptop beugt, sein Arsenal an Effektgeräten, sein „Modularsystem“ zur Seite. Über die ganze Breite des Raumes zieht sich ein gewellter Vorhang, das Licht, das auf ihn fällt, wechselt die Farbe. Immer wieder fließt Kunstnebel in den Raum, die Worte der Dichterin vermengen sich in dieser unwirklich intensiven Szenerie mit dem Klang der Maschinen.
Cotten lauscht, reagiert, beide Ebenen des Geschehens sind präzise aufeinander abgestimmt. Einmal wirkt ihre Sprache als reiner Klang, rhythmisiert, zerfällt in Bruchstücke, Wiederholungen, dann wieder taucht Sinn in diesen Worten auf. Sinn, der springt, der konkrete Szenarien heraufbeschwört, dann ins Essayistische, Assoziative oder Surreale schwenkt. / Thomas Morawitzky, Stuttgarter Nachrichten 1.10.
Kategorie: Deutsch, DeutschlandSchlagworte: Ann Cotten, Thomas Morawitzky
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