Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Veröffentlicht am 19. Juni 2013 von lyrikzeitung
In seiner Rubrik Wochengedicht schreibt Rudolf Bussmann über ein Gedicht von Elke Erb, Auszug aus dem Kommentar:
Die Suche des erwachsenen Du nach dem Du der Kindheit hat kein bestimmtes Ziel, sie endet bei der vielleicht schon oft abgerufenen Szene mit dem Hund. Es könnte die Angst sein, welche die beiden Du miteinander in Beziehung setzt, wenn es nicht Tierliebe oder Neugier ist. Dass die Erinnerung gerade diese eine Szene heraufholt, ist wohl kein Zufall. Der Titel jedenfalls deutet einen kausalen Bezug an. Zum einen bezieht sich «Folgen» auf den Hund, der dem Kind folgt, und auch darauf, dass die Suche nach der Kindheit nicht ohne Folgen bleibt. «Folgen» könnte zum andern eine bestimmte Stimmungslage meinen, die vom Damals ins Jetzt herüberschwappt, etwa die Angst, die treu wie ein Hund das Leben begleitet. Die Schlusszeile wäre dann als die leicht ironische Erkenntnis zu lesen, dass sich die Angst verselbständigt hat und ohne klare Motive einfach hintennach trottet – Spätfolge weit zurückliegender, im Dunkel bleibender Ursachen.
Am 15. Juni konnte Elke Erb den diesjährigen Ernst-Jandl-Preis entgegennehmen. Aus diesem Anlass erschien bei Urs Engeler das Bändchen «Das Hündle kam weiter auf drein» als roughbook 028.
Kategorie: Deutsch, DeutschlandSchlagworte: Elke Erb, Rudolf Bussmann
Kann zu diesem Blog derzeit keine Informationen laden.
Neueste Kommentare