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Veröffentlicht am 10. März 2010 von lyrikzeitung
In der Wiener Alten Schmiede gibt es eine von Martin Prinz konzipierte Veranstaltungsreihe mit dem schönen Titel „Doppelte Buchführung. Leben und Schreiben in Zeiten der Konkurrenzgesellschaft“. Darin kommt etwas zur Sprache, was sonst schamhaft beschwiegen wird: Wovon leben Schriftsteller, die keine Bestseller produzieren? Und wovon Schriftstellerinnen?
Diesen feinen Unterschied in der Verbuchung des Nichts macht jedenfalls Barbara Hundegger: „stimmen gedämpft bei anblick / des künstlers davon lebt / der davon muss der leben // stimmen spitz beim blick auf / die künstlerin wovon lebt / denn die davon kann die leben“.
Von taxfreiem Bedauern und vom Taxiertwerden (der „blick auf die künstlerin“ ist eben etwas anderes als der „anblick des künstlers“) weiß Barbara Hundegger ein Lied zu singen, verfertigt sie doch fast ausschließlich Gedichte und tut das außerdem noch fern der Zentren des literarischen Betriebs, in Innsbruck, weshalb sie nach wie vor als Geheimtipp gilt: zu Unrecht, denn Hundegger ist eine der besten Dichterinnen des Landes. Sie schreibt, mit einer imponierenden Lässigkeit, Gedichte, die zugleich handfest sind und subtil, zupackend und zart. / Daniela Strigl in Falter : Buchbeilage 10/2010 vom 10.3.2010 (Seite 22)
Barbara Hundegger
2009 | Skarabaeus, Innsbruck
94 Seiten
EUR 16,90
Kategorie: Österreich, DeutschSchlagworte: Barbara Hundegger, Daniela Strigl, Martin Prinz, Wien
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