„No man can see his own end.“

schreibt Ezra Pound (The Independent ca. 3.12.03), aber Ossip Mandelstam [mit Majakowski, Jessenin, und und und] widerspricht:

Der Tod eines Künstlers … wirkt gleichsam als Quelle dieses Schaffens, als dessen teleologischer Grund“, schrieb Ossip Mandelstam 1916 nach dem Tod Skrjabins und formulierte damit den Mechanismus der Kanonisierung des Künstlers im kollektiven Gedächtnis der Nation. Ein Leben nach dem physischen Ableben gibt es nur, wenn man Klassiker wird. Die Zeilen Mandelstams wurden stets als Vorahnung des eigenen Schicksals oder als self-fulfilling prophecy gelesen. Tatsächlich war sein tragischer Lebensweg wie geschaffen für eine postume Mythologisierung. / FAZ 2.12.03

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