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Veröffentlicht am 13. März 2003 von rekalisch
Wenn die Poetologien nicht mehr helfen, kommen die Bilder. Zum Beispiel Flimmerbilder, kaum mehr erfassbare Verwirbelungen der Natur-Partikel in einem Kurzfilm des Dichters Oswald Egger. In rasanter Fahrt erfasst hier die Kamera ein undurchdringliches Gewebe aus Hecken, Sträuchern, Zweigen, Gräsern, Blattwerk und Geäst – und es entsteht eine Textur aus selbstähnlichen Mustern und Strukturen.
Dieser Versuch der Visualisierung eines poetischen Verfahrens war einer der interessantesten Beiträge zur Lyrik-Tagung „Grenzüberschreitungen“, zu der sich am Wochenende unterschiedliche lyrische Temperamente auf Schloss Elmau versammelten, dem mittlerweile klassischen Ort für ästhetische und philosophische Provokationen. Man sah, hörte und staunte, wie der Sprachmystiker Egger seinen verwilderten „Alphabet-Garten“ betrat und seine vielschichtig flimmernden Sprach-Stoffe zu immer neuen kryptischen Mustern verknüpfte. Aber man vermochte dem nicht immer zu folgen. / Michael Braun, FR 13.3.03
Kategorie: Österreich, Deutsch, ItalienSchlagworte: Michael Braun, Oswald Egger
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