49. Santa Llúcia

Oració a Santa Llúcia

Vós que veniu pel desembre
portant els ulls en un plat,
Santa Llúcia, conserveu-nos
la vista i la claretat.

Són tan bells els ulls al front
quan hi brilla la mirada,
fa tan bo de veure el món
per l’ànima enamorada
de clarors de tota mena
i el moure’s de tot quant viu;
que cada hivern que veniu
gloriosament serena,
prô portant misteriosa
els ulls al damunt d’un plat
(com si en la nit tenebrosa
altre llum vos fos donat),
nosaltres esfereïts
de tota mena de nits
i seguint arreu, arreu
tota estela lluminosa,
us cridem amb forta veu
i amb el pit tot agitat:
«Santa Llúcida gloriosa!
La vista i la claretat!»

Joan Maragall (1860–1911)


Gebet an die Heilige Luzia
 

Die Ihr im Dezember kommt,
auf dem Tablett Eure Augen,
Heil’ge Luzia, erhaltet uns
Augenlicht und Helligkeit.

Sind so schön die Augen vorn,
wenn der Blick darinnen leuchtet,
tut so gut, die Welt zu sehn,
wenn die Seele ganz verliebt ist
in das Helle aller Art,
in die Regung allen Lebens;
so dass, wenn Ihr winters kommt,
glorreich und mit heitrer Miene,
dabei jedoch rätselhaft
vor Euch Eure Augen tragend
(ganz als ob in finstrer Nacht
Euch ein andres Licht gegeben),
wir aus allertiefstem Schrecken
von den Nächten aller Art
– immer überallhin spähend,
jeder Spur folgend, die leuchtet –
Euch mit lauter Stimme rufen
und aus tiefbewegter Brust:
»Heil’ge, glorreiche Luzia,
Augenlicht und Helligkeit!«!

[aus dem Katalanischen: à.s.]

 

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