80. Tekerleme

Gleichsam als Einleitungsformel sind dem Band drei Tekerleme – Gedichte, welche die «Sinnlosigkeit und verkehrte Welt» widerspiegeln – vorangestellt; zwei wurden von Dichtern des 15. Jahrhunderts verfasst, eins aber auch von Orhan Veli, der 1950 starb. So wird deutlich, dass das Spiel mit der Realität, die Lust am Absurden und das Verkehren des Rationalen ins Irrationale in der Vergangenheit so gut wie in der Gegenwart ihr Recht beanspruchen. / Monika Carbe, NZZ 3.4.

Erika Glassen / Hasan Özdemir (Hg.): Im Reich der Schlangenkönigin. Märchen, Schwänke, Helden- und Liebesgeschichten. Aus dem Türkischen von versch. Übersetzern. Unionsverlag, Zürich 2010. (Türkische Bibliothek) Fr. 33.90.

79. Patrizia Cavalli deutsch

Sie trägt ihre Gedichte auswendig vor, im Stehen, und mit jeder Hebung wiegt sie sich ein bisschen mehr in den Rhythmus der Sprache hinein. Assonanzen und Reime steigen wie Luftbläschen auf und zerplatzen, jede Schlusswendung ist der Auftakt zu einem neuen Text, und zwischen den Gedichten entspinnen sich Klangkorrespondenzen, untergründige Bezüge, ein Frage-Antwort-Spiel. Sprache wird Musik. Es entsteht ein Sog, der die Zuhörer mitreisst. Einen Moment lang erreicht Patrizia Cavalli genau das, was sie in vielen Versen beschwört: die Auflösung der Zeit, einen punktuellen Stillstand.

Es geht um kleine Epiphanien, Momente, in denen das lyrische Ich unvermutet eins wird mit seiner Umgebung und sich aufgehoben fühlt im eigenen Dasein. Dieser Zustand kann immer nur von kurzer Dauer sein. «So etwas passiert ausser in Gedichten nur beim Kartenspiel oder beim Sex», kommentiert die 1947 in Todi geborene Lyrikerin im Gespräch. / Maike Albath, NZZ 8.4.

Patrizia Cavalli: Diese schönen Tage. Ausgewählte Gedichte 1974–2006. Aus dem Italienischen von Piero Salabé. Mit einem Nachwort von Giorgio Agamben. Edition Lyrikkabinett, Carl-Hanser-Verlag, München 2009. 152 S., Fr. 26.90.

78. Am Mittwoch ist die Dichterin Erika Burkart im Alter von 88 Jahren gestorben

Lyrik hatte hierzulande ein Gesicht, das ihre: ein schmales, zur Seite geneigtes Gesicht mit grossen sehnsuchtsvollen Augen, umrahmt von hellen Locken. Lyrik hatte ihre zarte, weissgewandete Gestalt. Bis heute gilt Erika Burkart als die Lyrikerin der deutschsprachigen Schweiz. Mit Jahrgang 1922 gehörte sie zu einer Generation grosser Dichterinnen. Sie war vier Jahre älter als Ingeborg Bachmann, zählte zwei Jahre mehr als Friederike Mayröcker. Sie brauchte das Abseits, den ungestörten Umgang mit Jahreszeiten und Pflanzen und war trotzdem alles andere als eine Sängerin der heilen Welt. …

Um sie herum entwickelte sich seit Kriegsende – mit Günter Eich, Kurt Marti und andern – jene karge Moderne, die sie las und schätzte, die aber das Singen verbot und die schönen Wörter unterdrückte, welche sie eigentlich liebte. Aus der Not hat sie wunderbare Tugenden gemacht: die Wohlklänge ihrer manchmal festlichen, oft aber auch gedankenvoll fragenden Texte. / Beatrice von Matt, NZZ

77. Der Autor ist tot

– lernt man jedenfalls im Germanistikstudium (vielleicht außer in *** und ### ) 1) Dabei weiß jeder Medienkonsument, daß wir uns fast nur für den Autor interessieren. Wer soll schließlich all die Gedichtbände kaufen und gar noch lesen? Biografien aber kaufen wir gern. Eine neue mit interessanten Enthüllungen zeigt Iris Radisch in der neusten Zeit an: sie besucht in Paris die Ethnologin Brigitta Eisenreich, die in ihrem Buch „Celans Kreidestern“ von ihrer neunjährigen Liebesbeziehung mit dem Dichter berichtet. Auf einer ganzen Zeit-Seite (und wer nicht kaufen & lesen will, muß hören).

1) Namen der Redaktion bekannt.

76. Horst-Bienek-Preis für Mayröcker

Die österreichische Dichterin Friederike Mayröcker erhält den Horst-Bienek-Preis für Lyrik der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. Die mit 10 000 Euro dotierte Auszeichnung wird der 85-Jährigen am 18. Mai in der Münchner Residenz überreicht. Mayröcker sei eine „der kreativsten und vielseitigsten Sprachkünstlerinnen der Gegenwart“. Ihre imposante Produktion zeichne die „magische Art und Weise“ aus, wie es ihr gelinge, ihre Werke immer wieder durch neue Sprach- und Schreibfindungen zu übertreffen. / Süddeutsche 15.4.

75. Rrrevolución ohne „R“

Mit Spannung erwartet wurde der Auftritt von Silvio Rodríguez, den internationale Medien in den vergangenen Wochen gegen die Revolution in Stellung zu bringen versuchten. So hatten unter anderem der Spiegel und die Frankfurter Allgemeine Zeitung behauptet, Rodríguez habe »Castro die Gefolgschaft« gekündigt. Das »Nachrichtenmagazin« schrieb, Rodríguez habe »in Anwesenheit von Kulturminister Abel Prieto während der Vorstellung seiner neuen CD« erklärt, das »›R‹ im Wort ›Revolution‹ müsse ›überwunden werden‹«. Tatsächlich stammen diese Zeilen aus Rodríguez’ neuem Lied »Sea señora«, das Bestandteil dieser problemlos in Kuba veröffentlichten CD ist. Bei der Vorstellung der CD von einer Besucherin auf diese Liedzeilen angesprochen, antwortete Rodríguez: »Ich glaube, daß dies ein Augenblick ist, an dem die Revolution, das nationale Leben, das Land, lautstark eine Überprüfung vieler Dinge einfordern, angefangen bei Konzepten, bis hin zu Institutionen«. / André Scheer, junge Welt 13.4.

74. Gesamtkunstwerk

Martina Werner war erfolgreiche Lyrikerin, ihre Gedichte erschienen im Suhrkamp-Verlag. Dann genügten ihr die Worte nicht mehr. In den Siebzigerjahren begann ihre Auseinandersetzung mit den Bildenden Künsten, 1979 legte sie den Grundstein für das Gesamtkunstwerk „Señor Mendoza und der C-Stamm“, in dem ein fiktives, „künstlerisch reges Volk aus grauer Vorzeit“ von einem ebenso fiktiven Ethnologen erforscht wird. Parallel: eine neue Folge der Videokunstreihe „screen spirit_ continued“ mit „1000 Waves“ von Mai Yamashita und Naoto Kobayashi. / taz Bremen

Samstag, 19 Uhr, Städtische Galerie, Bremen

73. „Das Lied der Flöte“, Gedichte von Maulana Jalaladdin Rumi

Donnerstag, 15. April, 19h30
Akademie für gesprochenes Wort
Richard-Wagner-Straße 16
Stuttgart


Maulana Dschalaldin Rumi ist der bedeutendste Dichter der persischislamischen Mystik. Er starb mit 65 Jahren im Jahre 1273. Abgesehen vom Koran hat sein Werk, welches die Sehnsucht nach der Wiedervereinigung mit Gott thematisiert, wie kein anderes die Literatur der Persisch, Türkisch und Urdu sprechenden Völker bis in die Gegenwart beeinflusst. Rumi ist der Begründer des islamischen Ordens der Maulawi (tanzende Derwische).

Reza Maschajechi wurde 1943 im Iran geboren. Er lebt seit 46 Jahren in Deutschland und verbindet die persische und deutsche Kultur durch seine Liebe zur persischen und deutschen Sprache und durch seine Achtung gleichermaßen vor dem Islam und dem Christentum.

Rezitation: Reza Maschajechi, Caroline Wispler
Musik: Vokal, Instrumental: Alev N. Kowalzik
Ausstellung Persische Kalligraphie: Meisam Mashayekhi

Eintritt: 10,- € / Studierende und Mitglieder 5,- €, Reservierung unter 0711 – 22 10 12

72. Handy-Haikus

Bendel hofft also auf eine Renaissance der Lyrik via Mobiltelefon. Zumindest bei der Vermarktung seiner Haikus hat das neue Medium Bendel schon geholfen. „Um Lyrik reißen sich die Verlage ja nicht gerade“, weiß Bendel. „Man muss seine Gedichte anbieten wie Sauerbier.“ Oft genug müssen sich die Autoren auch noch an den Druckkosten beteiligen. „Seriös sind solche Verlage nicht“, sagt Bendel. Im Falle seiner Handy-Haikus war das ganz anders: „Schon meine erste Anfrage war ein Treffer. Offensichtlich habe ich da eine offene Tür eingerannt, und ich habe einen richtigen Vertrag mit Tantiemen bekommen“, sagt Bendel. / Südwest-Presse

71. „Die reinen Lyriker bleiben auf der Strecke“

Der dünne „Welt“-Beitrag über Lyrik (#66. “Das ist das Problem der Lyriker”)

geht also auf eine Agenturmeldung zurück. Heute eine ausführlichere Fassung bei der Badischen Zeitung, die so beginnt:

Die Lyrik fristet im Buchhandel ein Nischendasein; ihre Auflagen sind wirtschaftlich kaum von Bedeutung. Oft seien es bekannte Prosaautoren, denen ein Verlag einen Gedichtband zugestehe, sagt Anton Leitner, Herausgeber der Zeitschrift „Das Gedicht“ (München). „Die reinen Lyriker bleiben auf der Strecke“, so der Philosoph und Autor.

70. „Natalie Merchant rettet alte Gedichte“

Die New Yorkerin wurde einst mit der Folkrockrand 10.000 Maniacs berühmt, von der sie sich 1993 trennte, um eigene Wege zu gehen. Auf ihrem neuen Soloalbum hat sie uralte englische Lyrik vertont, die sie auch gerne mal mit modernem Reggae mixt. „Jamaica gehörte früher zum britischen Empire“, begründet Merchant den ungewöhnlichen Mix. / kulturnews.de

Genaueres bei rollingstone.de

69. Randzeichnungen

Modernen Autoren fällt das Schreiben gewöhnlich schwerer als mittelalterlichen Kopisten, schwerer auch – wie Thomas Mann einmal festhielt – als anderen Menschen. Deshalb sind sie die meiste Zeit ihres Wirkens gar nicht mit Schreiben, sondern mit Nicht-Schreiben befasst. Für die Nachwelt blieben davon neben ausgerissenen Haaren keine bedeutenden Zeugnisse zurück, legten die zu beschriftenden Blätter selbst nicht oftmals selbst Zeugnis ab vom dramatischen Ringen um Einfälle und deren sprachliche Formung. Mit diesen Randgeschehnissen des Schreibens, unter denen sich die begrenzte Oberfläche des zu beschriftenden Papiers in einen schier unbegrenzten Raum der Phantasie – oder auch der Phantasielosigkeit – zurückverwandelt, befasst sich eine launige Marbacher Ausstellung. Erstaunlich, gerade im Vergleich mit den Zeugnissen mittelalterlicher Vorgänger, über welch begrenzte und stereotype Zeichen- wie Formenvorräte die dort ausgestellten Autoren verfügen und wie selten semantische Bezüge zwischen dem an den Rand eines Blatts Gekritzelten und dem in seinem Zentrum Geschriebenen erkennbar sind. …

Auch der kritzelnden Hand Paul Celans ist gut über die Blätter zu folgen, wenn drei Ansichten eines gezeichneten Frauenkopfs – eines mit einer geschwärzten Zone um das rechte Auge – das Manuskript des Gedichts „Von Dunkel zu Dunkel“ flankieren. Hier ist nichts Tiefsinniges über die wörtliche Bedeutung eines Verses hinaus zu enträtseln, man braucht nur dem schwarzen Tintenstrich zu folgen: „Du schlugst die Augen auf – ich seh mein Dunkel leben.“

Dokumente eines randständigen Surrealismus avant le lettre aus den Klebealben des mit scharfem Papiermesser und mit Schere bewaffneten schwäbischen Schriftstellers und Arztes Justinus Kerner, der den Bildnissen seiner Hausgäste auch gerne mal Hörner aufsetzte, beschließen den Kreis. / VOLKER BREIDECKER, SZ 8.4.

„Randzeichnungen“. Bis 18. April. Deutsches Literaturarchiv / Literaturmuseum der Moderne, Marbach am Neckar. Begleitend zur Ausstellung sind drei „Marbacher Magazine“ zum Preis von je 9 bzw. 10 Euro erschienen. Info: www.dla-marbach.de

68. Eleanor Ross Taylor Awarded 2010 Ruth Lilly Poetry Prize

Award recognizes lifetime accomplishment with $100,000 prize

CHICAGO — The Poetry Foundation is pleased to announce that poet Eleanor Ross Taylor has won the 2010 Ruth Lilly Poetry Prize.

Presented annually to a living U.S. poet whose lifetime accomplishments warrant extraordinary recognition, the Ruth Lilly Poetry Prize is one of the most prestigious awards given to American poets. At $100,000, it is also one of the nation’s largest literary prizes. Established in 1986, the prize is sponsored and administered by the Poetry Foundation, publisher of Poetry magazine. Over the last 25 years, the Lilly Prize has awarded more than $1,800,000. The prize will be presented at the Pegasus Awards ceremony at the Arts Club of Chicago on Tuesday, May 18.

In making the announcement, Christian Wiman, editor of Poetrymagazine, cited the strong reserve in Taylor’s poems and praised their “sober and clear-eyed serenity” and authority.

“We live in a time when poetic styles seem to become more antic and frantic by the day, and Taylor’s voice has been muted from the start. Muted, not quiet,” said Wiman. “You can’t read these poems without feeling the pent-up energy in them, the focused, even frustrated compression, and then the occasional clear lyric fury. And yet you can’t read them without feeling, as well, a bracing sense of spiritual largesse and some great inner liberty.”

A portfolio of 10 of Taylor’s poems will be featured in the May issue of Poetry. In introducing the selection, Wiman writes:

The winner of this year’s Ruth Lilly Prize is Eleanor Ross Taylor. I suspect the name will be unfamiliar to a number of our readers, the work to even more. Until the excellent selected poems,Captive Voices, was published by LSU Press last year, virtually all of Taylor’s work was out of print. Her slow production (six books in 50 years), dislike of poetry readings (“It seems to me that it’s all for the person and not the poetry”), and unfashionable fidelity to narrative and clarity haven’t helped matters. And yet, as is so often the case, what’s been bad for the career has been good for the poems. With their intricately odd designs and careful, off-kilter music, their vital characters and volatile silences, the poems have a hard-won, homemade fatedness to them. You can feel their future.

The awards ceremony will also celebrate the life of the Poetry Foundation’s late benefactor, Ruth Lilly, who died in December at age 94, with readings by Catherine Bowman, Ruth Lilly Professor of Poetry at Indiana University, and 2001 Ruth Lilly Poetry Fellow Ilya Kaminsky. In addition, Eleanor Ross Taylor’s editors Jean Valentine and Dave Smith—also poets and friends of hers—will be featured as part of the event.

“Poetry has had no greater friend than Ruth Lilly,” said Poetry Foundation president John Barr. “On this occasion, the 25th anniversary of the awarding of the prize bearing her name, we honor a life of extraordinary generosity and dedication to the art form.”

In 1985, Lilly endowed the Ruth Lilly Professorship in Poetry at Indiana University. In 1989 she created Ruth Lilly Poetry Fellowships of $15,000 each, awarded annually by the Poetry Foundation to undergraduate or graduate students selected through a national competition. In 2008, the Foundation increased the number of Lilly Fellowships awarded each year from two to five.

In 2002 Lilly’s lifetime engagement with poetry culminated in a magnificent bequest that will enable the Poetry Foundation to promote, in perpetuity, a vigorous presence for poetry in our culture.

Eleanor Ross Taylor has published six collections of poetry:Wilderness of Ladies (1960), Welcome Eumenides (1972), New and Selected Poems (1983), Days Going/Days Coming Back(1991), Late Leisure (1999), and Captive Voices: New and Selected Poems (2009).

A mother of four grown children and a grandmother, Taylor now resides in Charlottesville, Virginia. She has received the Poetry Society of America’s Shelley Memorial Prize (1997–98), a fellowship from the American Academy of Arts and Letters (1998), the Library of Virginia’s Literary Award for Poetry (2000), and the Aiken Taylor Award for Modern Poetry (2001). She was elected to the Fellowship of Southern Writers in 2009.

Previous recipients of the Ruth Lilly Poetry Prize are Adrienne Rich, Philip Levine, Anthony Hecht, Mona Van Duyn, Hayden Carruth, David Wagoner, John Ashbery, Charles Wright, Donald Hall, A.R. Ammons, Gerald Stern, William Matthews, W.S. Merwin, Maxine Kumin, Carl Dennis, Yusef Komunyakaa, Lisel Mueller, Linda Pastan, Kay Ryan, C.K. Williams, Richard Wilbur, Lucille Clifton, Gary Snyder, and Fanny Howe.

67. Keine neue Form in Sicht?

Gestern abend bei Arte (ich kannte mal einen, Professor, der sagte ganz unironisch, er habe noch nie was bei Arte gesehen) John Neumeyer über Nijinsky. Darin (aus dem Gedächtnis zitiert) dies:

Eine neue Form der Lyrik zu erfinden, die nicht von der Lyrik des 19. Jahrhunderts borgt…

Was auch immer er sonst noch sagen wollte: er hat recht. (Und mir fällt ein, daß es bei und nach Nijinsky im Tanz wohl tatsächlich gelungen ist – während die expressionistischen Lyriker und noch fast alle Modernen (die dezidiert Nichtmodernen ohnehin) seit 100 Jahren beim vorvorigen Jahrhunderts borgen. Die beim Symbolismus, die bei der Romantik, Klassik eingeschlossen, und die beim Naturalismus. Die Lyrik des 20. und, soweit zu sehen, 21. Jahrhunderts, eine Erfindung des 19.*).

*) oder wahlweise: eine Kette gescheiterter Aufstände. Wohin führen die derzeitigen? Aufstände der Verstörten, Verstörer und Revolteabordnungen.

66. „Das ist das Problem der Lyriker“

Wann habe ich zuletzt „Die Welt“ gelesen? Gerade eben, im World weit weg. Da schreibt ein Anonymus:

Wann haben Sie ihren letzten Lyrik-Band gekauft? Tja, ist wohl schon länger her. Das ist das Problem der Lyriker. Ihre Bücher gehen schlecht. Der renommierte Schweizer Verleger Urs Engeler musste 2009 bereits aufgeben.

Gut, bei mir ist es mit Sicherheit viel weniger lang her als die letzte Papier-Welt. (Komisch, sie schreiben immer über die Sachen, als wären sie es nicht.) Aber der Welt-Autor, wenn er nur all das kaufen, lesen und vielleicht noch drüber nachdenken wollte, was bei Engeler seit Sommer 2009 alles erschien, hätte eine Weile zu tun. Und Verleger und Autoren könnten sich auch freuen.

Welt online 13.4.: „Lyrik hat wohl nur noch im Internet eine Chance“. Die journalistische Güte ist allerdings bestreitbar:

Die literarische Güte dessen, was dort geboten wird, ist allerdings umstritten. Im „poetenladen“ gibt es neben Gedichten Reflexionen und Rezensionen. Oft sind aber vom metrischen Handwerk völlig unberührt gebliebene Zeilen zu lesen: ein buntes, meist gefühlsbeladenes Sammelsurium.

Ah ja!