Luis Cernuda
(* 21. September 1902 in Sevilla; † 5. November 1963, heute vor 60 Jahren, in Mexiko-City)
Laßt mich einsam
Eine Wahrheit ist aschenfarben,
Die andere Wahrheit planetenfarben,
Alle Wahrheiten aber, vom Erd- zum Himmelsgrund,
Haben ohne Wahrheitsfarbe keinen Wahrheitswert,
Wahrheit, die nicht weiß, wie der Mensch dazu neigt, sich
zu verwirklichen im Schnee.
Was die Lüge angeht, so genügt es zu sagen „Ich liebe",
Und schon sprießt zwischen den Steinen
Ihre Blume auf, die anstelle der Blätter Küsse leuchten läßt,
Dornen anstelle von Dornen.
Wahrheit, Lüge,
Zwei Lippen, blau,
Die eine spricht, die andere spricht,
Nie aber geben Wahrheit und Lüge ihr gewundenes
Geheimnis preis;
Wahrheit wie Lügen
Sind Vögel, die fortziehn, wenn die Augen sterben.
Aus dem Spanischen von Erich Arendt (einige Nachdichtungen entstanden mit Hilfe von Katja Hayek-Arendt), aus: Luis Cernuda, Das Wirkliche und das Verlangen. Gedichte. Leipzig: Reclam, 1978, S. 45
Dejadme solo
Una verdad es color de ceniza,
Otra verdad es color de planeta:
Mas todas las verdades, desde el suelo hasta el suelo,
No valen la verdad sin color de verdades,
La verdad ignorante de cómo el hombre suele encarnarse
en la nieve.
En cuanto a la mentira, basta decirle «quiero»
Para que brote entre las piedras
Su flor, que en vez de hojas luce besos,
Espinas en lugar de espinas.
La verdad, la mentira,
Como labios azules,
Una dice, otra dice;
Pero nunca pronuncian verdades o mentiras su secreto torcido;
Verdades o mentiras
Son pájaros que emigran cuando los ojos mueren.
Ebd. S. 44
Jehuda Amichai
(hebräisch יְהוּדָה עַמִּיחַי)
(* 3. Mai 1924 in Würzburg; † 22. September 2000 in Jerusalem)
Meine Mutter buk mir die ganze Welt Meine Mutter buk mir die ganze Welt in süßen Kuchen. Meine Geliebte füllte mein Fenster mit Sternrosinen. Und die Sehnsucht ist in mir eingeschlossen wie Luftblasen in einem Brotlaib. Außen bin ich glatt und still und braun. Die Welt liebt mich. Doch mein Haar ist traurig wie das Schilf in einem ausgetrockneten Sumpf – alle seltenen, schön gefiederten Vögel fliehen vor mir.
Aus dem Hebräischen von Lydia Böhmer und Paulus Böhmer, aus: Im Grunde wäre ich lieber Gedicht. Drei Jahrzehnte Poesie. Hrsg. Michael Krüger und Holger Pils. München: Hanser. Lyrik Kabinett. 2019, S. 115

Kornelia Koepsell
ES MUSS NICHT STIMMEN Es muß nicht stimmen, daß die festliche Fülle verging, es muß nicht stimmen, daß niemand die Wolkenschrift liest. Es muß nicht stimmen, daß der Vogel die Flügel nicht hob. Es muß nicht stimmen, daß die Tiefe des Himmels alles verschlingt. Es muß nicht stimmen, daß nichts mehr stimmt. Daß die Unwirtlichkeit nie wieder eine Wunderquelle hervorbringt.
Aus: Sinn und Form 6/2023, S. 766
Adam Zagajewski
(* 21. Juni 1945 in Lemberg/Lwiw, Ukrainische SSR; † 21. März 2021 in Krakau)
Bleistift Die Engel haben keine Zeit mehr für uns; sie arbeiten jetzt für künftige Generationen – über Schulhefte gebeugt, schreiben und radieren sie, korrigieren die komplizierten Muster des nahenden Glücks, im Mund haben sie einen dicken gelben Bleistift – wie Kinder in der ersten Stunde, unter den Augen der Lehrerin, die sanft lächelt.
Aus dem Polnischen von Karl Dedecius, aus: Poesiealbum 377. Adam Zagajewski. Wilhelmshorst: Märkischer Verlag, 2023, S. 31
Wind, der nicht aufhört
Für Gábor Hajnal
Wieder schaufelt er Sterne,
Nachtmünzen, für die keiner ein Brot gibt,
Sterntaler, die wir schuldig bleiben.
Augensterne, unzählig erstarrte,
herzzerreißende Judensterne ...
Und die Finsternis hat's nicht begriffen.
Aus: Poesiealbum 380. Christine Busta. Auswahl Jürgen Israel. Wilhelmshorst: Märkischer Verlag, 2023, S. 13
Zahava Khalfa
Geboren 1974 in Alma in Nordisrael, lebt in Berlin
WORTE
Du schaffst es nicht immer, deine Lippen zusammenzuhalten.
Um sie mit Zunge und Zähnen festzuhalten.
Manchmal, ohne dass du es bemerkst, entschlüpft dir
ein Wort.
Wie ein schwarzer Eisenblock fliegt es im Bogen.
Und bombardiert.
Dann beißt du dir auf die Lippen.
Die Zähne halten die Reste fest.
Und in den Augen siehst du die Ruinen.
Von den Worten.
Ins Deutsche übertragen von Adrian Kasnitz, aus: Was es bedeuten soll. Neue hebräische Dichtung in Deutschland. Hrsg. u. aus dem Hebräischen übersetzt von Gundula Schiffer und Adrian Kasnitz. Köln: Parasitenpresse, 2019, S. 53
AUSCHWITZ
Fressen unsre Leichen Raben? Müssen wir vernichtet sein?
Sag, wo werd ich einst begraben –
Herr, ich will nur Freiheit haben, Und der Heimat Sonnenschein.
Ruth Klüger
(geboren am 30. Oktober 1931 in Wien; gestorben am 5. Oktober 2020 in Irvine, Kalifornien)
Ruth Klüger schrieb dieses Gedicht 1944, mit 13 Jahren, im Konzentrationslager Auschwitz.
Aus: Michael Moll/Barbara Weiler (Hrsg.): Lyrik gegen das Vergessen. Gedichte aus Konzentrationslagern. Marburg: Schüren, 1991, S. 131
Stefan Schmitzer
Aus: ballade vom trendscout
1
darum geht es, nichtwahr, anschluss
finden, das wort zischt, schmeckt
wie auf diesen gelagen der wein, also anschluss
also der leib das territorium die sehn
sucht rape me my friend also so zwischen blick
und welt und da geht es drum an die diskurse sich
anzuschließen die sounds und die mode-
klitzekleinigkeiten damit man was mitkriegt nicht starr
wird im schädel nicht altert potenz
***
wäre auch so n wort also
anschluss der körper als ein surrogat
für ein sudetenland oder so eine ostmark für den
war dog im hinterkopf dieser traumfigur also
an die wand projiziert vorgestern nacht
da lagen wir
in einem ganz anderen krieg die fronten
zu begradigen einander näherzubringen also
dieses ganze vokabular der vereinzelung
und so einsam sind wir denn doch nicht stehen alle
jeder für sich an einem der fenster
und schauen runter oder
***
gehen rauf aufs dach so
treppenhaus fünfzehnstöckig flachdach tiefliegende wolken
wer warst du damals nochmal wer war ich also
schaust runter zigarette barbourjacket sonnenbrille hast einen
überblick
und sagst das auch überblickst und fügst aber hinzu selbst das
hier pose
Aus: Stefan Schmitzer, zwei primitive balladen. Berlin: SuKuLTuR, 2010, S. 3f
Christian Morgenstern
(* 6. Mai 1871 in München; † 31. März 1914 in Untermais, Tirol, Österreich-Ungarn)
DER DICHTER Ein lang Gewand streng wallender Terzinen, des blauer Saum die Erde fast berührte, umfloß den Dichter, wie er mir erschienen. Die edlen Füße staken in Sonetten, indes das Band, das ihm die Stirne schnürte, aus Epigrammen war, gleich goldnen Bienen, die sich im Mondschein aneinanderketten. So schritt er sanft und schürzte sein Ghasel, gelassen, gleich dem stolzen Beduinen. Ich barg mein Haupt am Rhythmus der Terzinen ... Fern graste der Gewöhnlichkeit Kamel.
Aus: Christian Morgenstern, Werke und Briefe. Kommentierte Ausgabe. Band II. Humoristische Lyrik. Herausgegeben von Maurice Cureau. Stuttgart: Urachhaus, 1990, S. 395.
Bertolt Brecht
Wir spielen die Zieharmonika leiden- schaftlich und schleifen d[ie]as Messer bei Zeiten. Wir wälzen uns gerne im weichsten Fladen Aber beim Sterben sind wir Soldaten.
Aus: Bertolt Brecht: Notizbücher. Hrsg. Martin Kölbel und Peter Villwock im Auftrag bdes Instituts für Textkritik Heidelberg und der Akademie der Künste Berlin). Band 1. Notizbücher 1 bis 3. 1918-1920. Berlin: Suhrkamp, 2012, S. 48
Yunus Emre
(* um 1240; † um 1321, anatolischer Dichter)
Wir scheiden nun aus dieser Welt Wir scheiden nun aus dieser Welt Den Bleibenden gilt unser Gruß Die bitten hier für unser Wohl Den Betenden gilt unser Gruß. Es krümmt das Kreuz die Todesstunde Sie lähmt die Zunge uns im Munde Besorgt fragt Ihr nach uns, die siech darniederliegen Den Fragenden gilt unser Gruß. Den Leichnam seht Ihr nackt und bloß Das Totenhemd wird zugeschnitten Die uns mit leichter Hand nun waschen Den Waschenden gilt unser Gruß. Lasst laut den Ruf vom Minarett erschallen Für uns, die wir den Weg zum Freund nun wallen Kniet nieder zum Gebet für unsere Seele Den Flehenden gilt unser Gruß. Denn dieser Weg in der bestimmten Todesstunde Ist ohne Rückkehr allen uns beschieden Wenn Ihr von unserem Schicksal Kunde wollt Den Fragenden gilt unser Gruß. Der arme Yunus hat dies Wort gesprochen Voll Tränen ist sein Augenpaar Wer uns nicht kennt, nun gut, sei’s drum, Denen, die uns kennen, gilt unser Gruß.
Aus dem Türkischen von Annemarie Schimmel, aus: Aus dem goldenen Becher. Türkische Gedichte aus sieben Jahrhunderten. Köln: Önel-Verlag, 1993, S. 85
Biz dünyadan gider olduk Biz dünyadan gider olduk Kalanlara selâm olsun Bizim için hayır dua Kılanlara selâm olsun. Ecel büke belimizi Söyletmiye dilimizi Hasta iken halimizi Soranlara selâm olsun. Tenin ortaya açıla Yakasız gömlek biçile Bizi bir âsan veçhile Yuyanlara selâm olsun. Selâ vereler kastımıza Gider olduk dostumuza Namaz için üstümüze Duranlara selâm olsun. Eceli gelenler gider Küllisi gelmez yola gider Bizim halimizden haber Soranlara selâm olsun. Derviş Yunus söyler sözü Yaş doludur iki gözü Bilmeyen ne bilsin bizi Bilenlere selâm olsun.
Francesc Vicent Garcia (Rector de Vallfogona)
(*22. Januar 1579 in Saragossa; † 2. September 1623 in Vallfogona de Riucorb)
Auf eine Latrine, die der Autor im Garten seiner Pfarrei errichten ließ In des dritten Philipps Herrschaft übers Reich, das er erhöht, ward dies Scheißhaus hier erbaut, und der Papst war Paul der Fünfte. Eigens ward so schweres Werk neben dem Garten errichtet, so dass, wer Papier entbehret, leicht zum Rettich greifen kann. Seine Zunge halte fern von dessen kunstvoller Linie, wer missgünstig möchte eifern, denn verschissen kommt sie raus. Möge er auch nicht mit Hochmut richten, was er nicht versteht, und bevor er Urteil spricht, soll er selber es erst kosten. Tunlichst wird die Nachbarschaft solchen Fehler nicht begehen – wär das Werk ein hohes, hehres, müssten dieses hier sie schlucken. Achte du, bedachter Kacker, der du diesen Ort betrittst: Ist die Ladung allzu groß, wirst du wohl den Boden küssen. Monumente hohen Rangs scheinen uns die Mausoleen, Kolosseen und Kolosse – Mahnmale der Eitelkeit. Hier gedenken tausend Ärsche donnernd des Lepanto-Siegs und des Sturms auf La Goulette auf vollkommne Art und Weise. Erstmals wurde ein Gericht an dem Orte abgehalten, als ein Nachfahre von Bauter eines Sonntags dorthin schiss. Aufgeteilt sind alle Plätze: Diesen nimmt der Pfarrer ein, dort Messdiener, Tante dann, Gäste einfach, wo sie möchten. Bartomeu Monreal fecit, Recke der Architektur, fürchtet doch der härt’ste Fels seinen Hammer mitsamt Hebel.
Aus dem Katalanischen von Àxel Sanjosé
A una latrina que féu l’autor en l’hort de sa rectoria La monarquia regint Felip ters, que la millora, se féu esta cagadora, essent papa Paulo quint. Adredes obra tan grave se edificà prop de un hort perquè qui paper no port se puga valer de un rave. En sa traça artificiosa no pose lo maliciós la llengua amb zel envejós; perquè la traurà merdosa. Ni ab supèrbia presumesca, lo que no entén judicar; i ans que ho vinga a condemnar, tot primer ho asaboresca. Los veïns advertiran no cometre tan gran falta, que si fou obra més alta, tota aquesta se beuran. I tu cagador prudent que en aquest lloc entraràs, si molt pesat aniràs menjar-te has lo paviment. Si per obres soberanes són tinguts los mausoleus Colosos y Coliseus, memòria de coses vanes: ací mil culs retronant faran memòria perfeta de l’assalt de la goleta i victòria de llepant. Fonc [Fou?] el tribunal primer, que en est lloc se celebrà; un diumenge que hi cagà un descendent de Bauter. Dividits los llocs estan: est lo rector se apropia, per ordre l’escolà i la tia; les hostes on gustaran. Fecit Bartomeu Monreal un Cid en arquitectura, de qui la roca més dura tem lo martell i parpal.
(Quelle des katalanischen Textes: poesia.cat; deutsch erstmals hier)
Denise Levertov
(* 24. Oktober 1923 in Ilford, Essex, England; † 20. Dezember 1997 in Seattle, USA)
Illustrious Ancestors
The Rav
of Northern White Russia declined,
in his youth, to learn the
language of birds, because
the extraneous did not interest him; nevertheless
when he grew old it was found
he understood them anyway, having
listened well, and as it is said, «prayed
with the bench and the floor.» He used
what was at hand—as did
Angel Jones of Mold, whose meditations
were sewn into coats and britches.
Well, I would like to make,
thinking some line still taut between me and them,
poems direct as what the birds said,
hard as a floor, sound as a bench,
mysterious as the silence when the tailor
would pause with his needle in the air.
Erlauchte Ahnen
Der Raw
aus dem Norden Weißrußlands weigerte sich,
in seiner Jugend, die Sprache der
Vögel zu lernen, weil
das Fremde ihn nicht interessierte; trotzdem,
als er alt wurde, bemerkte man,
daß er sie irgendwie verstand, er hatte
gut zugehört und, wie man sagte, «gebetet
mit der Diele und mit der Bank.» Er nutzte,
was zur Hand war – wie es
Angel Jones of Mold tat, dessen Andachten
in Mäntel und Hosen genäht waren.
Nun, ich möchte, da ich denke,
irgendein Band ist noch zwischen ihnen und mir gespannt,
Gedichte so direkt machen wie das, was die Vögel sagten,
hart wie eine Diele, fest wie eine Bank,
geheimnisvoll wie die Stille, wenn der Schneider
mit der Nadel in der Luft innehält.
Aus dem Englischen von Jürgen Brôcan, aus: Zwischen den Zeilen. Zeitschrift für Gedichte und ihre Poetik. Hrsg. Urs Engeler. Oktober 2000, S. 148f.
Raw (Rav, Rab) ist ein hebräischer Ehrentitel für jüdische Gelehrte, verwandt mit dem Wort Rabbi. Denise Levertovs Vater stammte aus Weißrussland (Belarus):
"Paul Philip Levertoff stammte aus einer chassidischen (orthodox jüdischen) Familie. Nach seinem Abschluss an der renommierten Jeschiwa von Waloschyn konvertierte er 1895 zum Christentum. Er studierte in Russland und Deutschland Theologie und wurde 1912 Dozent am Institutum Judaicum Delitzschianum in Leipzig. Er war mit der Waliserin Beatrice Levertoff, Tochter eines methodistischen Pfarrers, verheiratet, war während des Ersten Weltkriegs als feindlicher Ausländer in Leipzig interniert und übersiedelte 1918 nach England, wo er für die anglikanische Kirche in der Judenmission wirkte. Er übersetzte die anglikanische Liturgie ins Hebräische. Levertoff engagierte sich in den 1930er Jahren gegen die faschistische Politik Italiens und die Politik in Deutschland und Spanien." https://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Philip_Levertoff
Joseph E. Drexel
(* 6. Juni 1896 in München; † 13. April 1976 in Nürnberg)
IM KERKER Ich lebe nicht. Ich esse, schlafe, trinke. Ich blättre blind in einem Buch. Ich schreibe sinnlose Worte in die Luft. Ich treibe Dahin, gewärtig, daß ich ganz versinke. Ich bin von allen Ufern losgerissen. Gleich einem Baum, gleich einem toten Tiere Trägt mich der Tage trübe Flut. Ich spüre Nicht Lust, noch Leid, noch fühle ich Gewissen. Ich starre lang in meine leeren Hände. Ich denke nichts, ich höre nichts, ich schaue Leblosen Auges nur die kahle, graue, Dumpfe Verzweiflung der verhaßten Wände. Und ab und auf die ruhelosen, matten, Und auf und ab die Schritte, ungemessen. Ich weiß nicht wer ich war, ich bin vergessen. Ich lebe nicht. Ich bin nur noch ein Schatten.
1939 in Untersuchungshaft im Gefängnis Berlin-Moabit geschrieben. Aus: Michael Moll/Barbara Weiler (Hrsg.): Lyrik gegen das Vergessen. Gedichte aus Konzentrationslagern. Marburg: Schüren, 1991, S. 28.
Altkatalanisch, anonym (14. Jahrhundert)
Llassa, mais m’hagra valgut que fos maridada, o cortès amic hagut que can sui monjada. Monjada fui a mon dan: pecat gran han fait, segons mon albir; mas cells qui mesa m’hi han, en mal an los meta Déus, e els aïr. Car si io ho hagués sabut, —mas fui un poc fada— qui em donàs tot Montagut no hic fóra entrada.
Ich Arme, besser wär’s gewesen, verheiratet zu werden oder am Hofe Freund zu haben als jetzt vernonnt zu sein. Vernonnt wurd ich, mir sehr zum Leid, sehr große Sünd begingen sie, wie es mir scheint, doch die, die mich hier reingebracht – in schlimme Zeit bringe sie Gott und zürne ihnen. Denn hätte ich’s vorher gewusst – ich war da etwas dumm –, gäb man mir auch ganz Montagut ich wär dort nie hinein.
Aus dem Altkatalanischen von Àxel Sanjosé
Der katalanische Text aus: Antologia general de la poesia catalana. Hrsg. v. J. M. Castellet u. J. Molas. 10. Aufl.. Barcelona: Edicions 62, 2000; deutsche Fassung erstmals hier.
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