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Veröffentlicht am 13. April 2026 von lyrikzeitung
Martin Piekars Gedichte verbinden deutsche, polnische und englische Sprachpassagen mit experimenteller Typografie. In „livestream & leichen“ treffen gesellschaftliche Konflikte, digitale Technologien und poetische Stimmen aufeinander.
Martin Piekar
Aus: wasche mich nur noch mit abwasser


Aus: livestream & leichen. Gedichte: Martin Piekar. Illustrationen: Nina Kaun. Berlin: Verlagshaus Berlin, 2023 (Quartheft 87), S. 23f
ich singe für die, die
spiegelbleich das grinsen des scheiterns üben
ich singe, um uns allen zu beweisen, dass
wir am leben sind
Was als Spaziergang beginnt, entpuppt sich bald als Tour de Force, als Streitgespräch mit Bots, Bekannten, Liebhaber*innen – und Leichen. Martin Piekar lässt diejenigen sprechen, die am Rand unserer Gesellschaften sprachlos werden. Lässt sie Liebeshymnen anstimmen für diejenigen, die lieblos am Boden liegen gelassen werden. Ungelöste menschliche Konflikte – Herkunft, Beziehungen, Ungleichheiten – werden mit technischen Entwicklungen kontrastiert, die Lösungen anbieten, die eine neue Herrschaftsstruktur einläuten. Wie ein Chor aus griechischen Tragödien fordern Leichen genauso wie der lebendige digitale Livestream immer wieder das Gespräch mit der Vergangenheit und mit der Gegenwart.
Kategorie: Deutsch, DeutschlandSchlagworte: 5G-Mast im Gedicht, Bots und KI, deutsch-polnische Literatur, Digitale Gesellschaft, Experimentelle Typografie, Gegenwartslyrik, Gesellschaftskritische Lyrik, livestream & leichen, Lyrik 2023, Martin Piekar, Mehrsprachige Lyrik, Mehrsprachigkeit in der Lyrik, Nina Kaun, Politische Lyrik, Quartheft 87, Randfiguren der Gesellschaft, Typografie im Gedicht, Verlagshaus Berlin, wasche mich nur noch mit abwasser
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