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Veröffentlicht am 17. Januar 2026 von lyrikzeitung
152 Wörter, 1 Minute Lesezeit.
Ulf Stolterfoht
Aus: die mappe hochwechsler
(16)
sitz ich an meiner biergarnitur vor der hütte und will die lyrik
auf ein neues level heben, muss ich sofort an meine beete denken:
haben denn nicht auch salat, schnittlauch und zwiebeln meine avan-
cierte hand verdient? ich denke, schon! so steh ich auf und gieß
und jäte und les die schnecken einzeln aus. doch wisset: die hand,
die diese schnecken quetschte, hat auch ein feines textgespür!
(19)
die reichen dürfen die sexualität erleben, ich armer tropf
darf nicht mal daran denken – der abt hats untersagt. so
bleiben mir most, schnupftabak und komplizierte lyrik –
von diesen dreien aber wirkt der most am stärksten! zwei
bembel und du hörst die englein singen. dann vielleicht noch
ein schladminger oben drauf – und getröstet ab in die kiste!
Aus: Ulf Stolterfoht, die mappe hochwechsler: 150 gedichte von der kalten alp. roughbook 069, Berlin und Schupfart, Januar 2026, S. 34f
Kategorie: Deutsch, DeutschlandSchlagworte: deutsche Lyrik 2026, die mappe hochwechsler, experimentelle Lyrik, Gartenarbeit Lyrik, Gedicht des Tages, Gegenwartslyrik, kalte Alp, Lyrikzeitung, Metapoetik, Most und Lyrik, Roughbook, Sprachkomik, Stolterfoht Gedicht, Ulf Stolterfoht
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