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Veröffentlicht am 21. August 2025 von lyrikzeitung
96 Wörter, 1 Minute Lesezeit
Franzobel
Klagbaumgasse
Im tiefsten Wiener, wenn es schneit,
Eiszapfen von den Regenrinnen flennen
wenn Hunger es in den Mägen gärt
die Luft vor den Mündern in Scherben zerfällt.
Im tiefsten Wiener, wenn es klirrt
und alles Kälte von den Bäumen fällt,
die Straßenbahn schon nicht mehr fährt
die Kinder an der Schule verhungern.
Im tiefsten Wiener, wo es plärrt,
Wiener, tiefster Wiener,
und ringt nur noch um Luft,
um Wienerabende am Feuer.
Aus: Lyrik von jetzt. 74 Stimmen mit einem Vorwort von Gerhard Falkner. Herausgegeben von Björn Kuhligk und Jan Wagner. Köln: DuMont, 2003, S. 123
Kategorie: Österreich, DeutschSchlagworte: Österreichische Gegenwartslyrik, Björn Kuhligk, DuMont Literatur, Franzobel, Franzobel Gedichte, Franzobel Lyrik, Gegenwartslyrik Österreich, Großstadtlyrik, Hunger und Kälte, im tiefsten Wiener wenn es schneit, Jan Wagner, Kälte in der Stadt, Klagbaumgasse, Lyrik über Armut, Lyrik über Hunger, Lyrik von Jetzt, poetischer Realismus, soziale Kälte, Sprachspiel in der Lyrik, Straßenbahnen im Schnee, urbane Poesie, Wien in der Literatur, Wiener Dialekt, Wiener Realismus, Wiener Schmäh, Wiener Winter
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