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Veröffentlicht am 7. Januar 2025 von lyrikzeitung
Franz Hodjak
(* 27. September 1944 in Hermannstadt, Rumänien)
DEUTLICHE ANZEICHEN
Wenn einem der Sinn danach steht,
so vor sich hinzugehen und
nichts zu suchen, findet man das meiste.
Ich habe nur eine Holzwanne geerbt
und den Segen Gottes, daß er
die Holzwanne mit genug Wasser füllt,
damit ich immer baden kann.
Träume und Wirklichkeit liegen eng
nebeneinander wie in der
Fußgängerzone Nobelboutiquen
und Billigdiscounter. Wohin man sich
auch dreht, immer sieht man
deutliche Anzeichen, daß etwas
mit der Zeit nicht stimmt. Und jeden
Abend ist man zufrieden mit den
Möglichkeiten, die man hatte,
weil man nie weiß, wie viele
Möglichkeiten man wirklich hatte.
Aus: Sinn und Form 1/2025, S. 84
Kategorie: Deutsch, DeutschlandSchlagworte: Franz Hodjak
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