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Veröffentlicht am 19. Oktober 2024 von lyrikzeitung
Henri Michaux
(* 24. Mai 1899 in Namur, Belgien; † 19. Oktober 1984 in Paris)
Übersetzung
Ich witzle und wölze mich
Im Grunde entliste ich mich
Nichts hält stand; ich kann noch so hinblicken
Es erfahlt sich und reiht sich
Clermont meldet sich und Ferrand antwortet
Blöde zufriedene Straßen, das wird noch was
Aber die Neidhammel und idem die Krümmler sollen sich ruhig
isolieren
Laß sie doch schwadrusten, die herben Derben
Ich kehre zurück zum Wasser des Ozeans. Adieu
Ich habe das Plätschockeln der Ozeandampfer gehört, ich gehe
an Bord
Doch, alte Gewohnheit, ich bin dort nicht viel; doch ich habe
in meinen Fingern die Weise von zwölf Matrosenknoten, und
backbord steuerbord mache ich gern mit den Beinen
Bei sehr schlechtem Wetter klammere ich mich an den
großen Kahlen und presse mein Ohr an ihn, da gibt's allerlei
Geräusche; zwischen zwei Böen sehe ich die Düner mit ihren
Klinkerkämmen näherkommen
Und manchmal wird dieses wilde Wasser so still und wie im
Todeskampf, man fühlt sich zutiefst glücklich
Kaum kräuselt es sich mit einigen Falten und Runzeln
Wie das was hält und krulichtet unter dem Auge eines alten Weibs.
Aus dem Französischen von Dieter Hornig, aus: Henri Michaux: Wer ich war. Frühe Schriften. Graz, Wien: Droschl, 2006, S. 138f.
Kategorie: Belgien, Frankreich, FranzösischSchlagworte: Dieter Hornig, Henri Michaux
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