Man lerne, was auftaucht

Das lyrische Ich dieser Texte ist nicht humanes Deutungszentrum, sondern schmerzempfindliche Membran, „Erinnerung der Erde“, zufälliger Kreuzungspunkt, Echo oder Spiegelreflexion. Viele dieser Gedichte lesen sich wie Lehrstücke zum Verlernen der abendländischen Subjektivität, wie Anleitungen hin zu einem anderen Blick, einem Blick vom Anderen, Nicht-Menschlichen aus.

Christian Filips, Nachwort zu Ágnes Nemes-Nagy: Mein Herz: ein See.
Man lerne

Man lerne. Winterbäume.
Wie sie im Raureif stehen.

Man lerne. Sommerwolken.
Wie Himmelswälder glühen.

Man lerne Honig, Walnuss,
Raumschiff und Pappelbaum,

Wörter wie Montag, Hétfő,
Kedd und Freitag auch,

Ungarisch, alle Sprachen,
man lerne, was auftaucht.

Was leuchtet, Zeichen gibt:
Man lerne, was man liebt.

Deutsch von Christian Filips und Orszolya Kalász, aus: Ágnes Nemes Nagy, Mein Hirn: ein See. roughbook 056. Berlin, Budapest und Schupfart 2022, S. 41

Auch hier eine automatische Übersetzung von Google:

Screenshot
Tanulni kell

Tanulni kell. A téli fákat.
Ahogyan talpig zuzmarásak.

Tanulni kell. A nyári felhőt.
A lobbanásnyi égi-erdőt.

Tanulni kell mézet, diót,
jegenyefát és űrhajót,

a hétfőt, keddet, pénteket,
a szavakat, mert édesek,
tanulni kell magyarul és világul,
tanulni kell mindazt, ami kitárul,

ami világít, ami jel:
tanulni kell, szeretni kell.

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