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Veröffentlicht am 1. Oktober 2023 von lyrikzeitung
Konrad Bayer
(* 17. Dezember 1932 in Wien; † 10. Oktober 1964 ebenda)
marie dein liebster wartet schon marie dein liebster wartet schon mit einer stange von beton in seiner guten sanften hand im haar trägt er ein seidenband er schlägt den prügel dir ums ohr da spritzt das blut gar hell empor dein neuer hut er ging entzwei ihm war das alles einerlei warum geht er so eilends fort warum spricht er kein einzig wort was hat den knaben so bewegt dass er dich einfach niederschlägt er war so still er war so zart sein kinn war weich und unbehaart wer hätte das von ihm gedacht marie er hat dich umgebracht hat grausam dir und ohne grund zerschlagen deinen rosenmund nun liegst du hier und kannst nicht fort die strasse ist ein schlimmer ort zu sterben denn es schickt sich nicht dass man im freien augen bricht warum ist diese welt so schlecht warum war er so ungerecht
Aus: Konrad Bayer, Sämtliche Werke. Hrsg. Gerhard Rühm. Überarb. Neuausgabe 1996. Wien: ÖBV–Kledtt-Cotta, 1996, S. 95
Kategorie: Österreich, DeutschSchlagworte: Konrad Bayer
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