Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Heute vor 150 Jahren starb der russische Dichter Fjodor Tjutschew.
Fjodor Tjutschew
(russisch Фёдор Иванович Тютчев, wiss. Transliteration Fëdor Ivanovič Tjutčev, * 23. Novemberjul. / 5. Dezember 1803greg. in Owstug im Gouvernement Orjol; † 15. Julijul. / 27. Juli 1873greg. in Zarskoje Selo)
Der Brunnen Sieh, wie der lichte Strahl sich ballt, Sich zur leibhaften Wolke rundet; Sich, wie sein feines Sprühen, kalt Entflammt, im Sonnenschein verdunstet. Sieh, die Fontäne steigt und steigt, Sie rührt ans Höchste, ans Ersehnte Und sinkt dann doch als Staub ganz leicht Herab – hienieden muß sie enden. O menschliches Gedankenspiel – Fontäne, niemals zu erschöpfen! Was spannt, was beugt dich, welches Ziel Ist dir bestimmt vom unerkannten Schöpfer? Mit welcher Lust drängst du nach oben!.. Doch des Schicksals unsichtbare Hand Biegt deinen strammen Strahl zum Bogen, In Spritzern sinkst du auf den Brunnenrand. 1836
Deutsch von Felix Philipp Ingold, aus: „Als Gruß zu lesen“. Russische Lyrik von 2000 bis 1800. Russisch-Deutsch. Zürich: Dörlemann, 2012, S. 313
Ф. И. Тютчев Фонтан Смотри, как облаком живым Фонтан сияющий клубится; Как пламенеет, как дробится Его на солнце влажный дым. Лучом поднявшись к небу, он Коснулся высоты заветной – И снова пылью огнецветной Ниспасть на землю осужден. О смертной мысли водомет, О водомет неистощимый! Какой закон непостижимый Тебя стремит, тебя мятет? Как жадно к небу рвешься ты!.. Но длань незримо-роковая Твой луч упорный, преломляя, Свергает в брызгах с высоты.
Neueste Kommentare