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Veröffentlicht am 19. Juli 2023 von lyrikzeitung
Anna Rabinowitz
(Geboren am 28. Mai 1933 in Brooklyn)
Dort⎯da drüben⎯neben dem Eisenzaun,
Sich festhaltend, wartend,
Jede Zelle ihres Fleisches ein klarer Kristall,
In Erwartung eines Schnitts⎯was eine andere Facette
Der Erfahrung sein könnte in dem Leben, das noch vor ihr liegt⎯oder eines Risses⎯
Ein Makel in dem, was als nächstes kommt⎯oder eines Herausschneidens, obwohl sie
Jetzt noch nichts weiß über
Ausgänge⎯
Nicht weiß sie, dass Kusinen, Tanten, Onkel, Großeltern
Im alten Land in ein paar Jahren vergast sein werden⎯und sie wird
Nie mit ihnen gesprochen, sie nie berührt oder den Knoblauch in ihrem Atem
Gerochen haben. Während sie posiert weiß sie nicht, dass das Kamerageschick
Die Zukunft negiert und die Vergangenheit freispricht, dass ihr Spielplatz
Gelb wird während Steckrüben in entlegenen Kellern verrotten und aus außergewöhnlichen
Geschehnissen Gift sickert⎯gegen die Vernunft, gegen die Geschichte⎯Häuser, Felder
Himmelschreiend vom Feuer⎯und blaue Flammenklauen fremde Prämissen ersticken.
Endlösungen sind zu Hand während offizielle Verleugnungen die Radiowellen beflittern.
Liebes Kind auf dem in Brooklyn gemachten Schnappschuss⎯für immer am Platz,
Die Arme um Deine polnische Puppe geschlungen⎯
aus dem Da, das nirgendwo ist
Du, die danach brennt hinauszugehen⎯um die Welt zu verbrühen mit Gründen für das Sein.
Aus dem Amerikanischen von Barbara Felicitas Tax. Aus: Anna Rabinowitz, Darkling. Wiesbaden: luxbooks, 2012, S. 21f
http://www.annarabinowitz.com/poems.html
Kategorie: Englisch, USASchlagworte: Anna Rabinowitz, Barbara Felicitas Tax
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Bei Archive.org nachzulesen (nach dem Leihen!) https://archive.org/details/darkling0000rabi/page/6/mode/2up
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