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Veröffentlicht am 18. Mai 2020 von lyrikzeitung
Jakob van Hoddis
Postskriptum des Magiers:
Galgenlied
Das Ur-Ich und die Ich-Idee
Gingen selbander im grünen Klee:
Die Ichidee fiel hin ins Gras,
Das Ur-Ich wurde vor Schreck ganz blaß.
Da sprach das Ur- zur Ichidee:
»Was wandelst du im grünen Klee?«
Da sprach die Ichidee zum Ur-:
»Ich wandle nur auf deiner Spur.« –
Da, Freunde, hub sich große Not:
Ich schlug mich gegenseitig tot.
Aus: Jakob van Hoddis, Dichtungen und Briefe. Hrsg. u. kommentiert von Regina Nörtemann. Göttingen: Wallstein, 2007, S. 63
Kategorie: Deutsch, DeutschlandSchlagworte: Jakob van Hoddis
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Der Kommentar erinnert mich an das Urteil „Good, but not great!“ eines bekannten US-Kritikers über den ersten Shrek-Film. Das stand dann auf dem Umschlag der DVD, in China, gleich vorne, damit es jeder sieht. Wahrscheinlich, weil die Raubkopierer nicht Englisch konnten. Aber woher hatten sie den Ausspruch? Egal. Die Kombination ist unfreiwillig genial.
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Scheint genial zu sein, ist es aber nicht.
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