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Veröffentlicht am 4. Februar 2018 von lyrikzeitung
Louise Bogan
(* 11. August 1897 in Livermore Falls, Maine; † 4. Februar 1970 in New York City), US-amerikanische Dichterin und Literaturkritikerin
Morgen 1. Die grünblauen Eier der Rotdrossel Haben die Komplementärfarbe Zur rosenroten Brust der Rotdrossel — Ist es eine Vision des Auges, ein Entschluß im Blut, Was das Lieben und Schützen diesen Vögeln in Erinnerung ruft? 2. Die kluge und beinahe planvolle Ranke der Winde, Die den Rosenzweig als Stütze für ihren spiralförmigen Aufstieg erwählte, Vermeidet erfolgreich alle Bis auf die kleineren Dornen.
Aus: Sehen heißt ändern. Dreißig amerikanische Dichterinnen des 20. Jahrhunderts. Eine zweisprachige Anthologie. Hrsg., übertragen u. m.e. Nachwort von Jürgen Brôcan. München: Stiftung Lyrik Kabinett, 2006, S.31
Weitere deutsche Übersetzungen hier

Kategorie: Englisch, USASchlagworte: Jürgen Brôcan, L&Poe-Anthologie, Louise Bogan
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Danke für die kundige Antwort. Die Dichterin hat wohl die Wanderdrossel gemeint, da stimmt auch die Eifarbe und -größe. Vielleicht hätte ich Rotkehlchen übersetzt, aber die Eifarbe stimmt dann nicht. Oder ich hätte mit Anmerkungssternchen eine Rotbrustdrossel erfunden …
Öfter mal zweisprachig ist vielleicht eine Anregung, aber ich bin bei dieser Newsletterversion noch nicht lang genug dabei; gefunden habe ich „Erdolchte Taube“.
(Bin selber Biologe UND Germanist oder Literaturliebhaber und habe auch Erfahrung mit Übersetzungen, Lyrik eher aus skandinavischen Sprachen …)
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Schade, es mag ja rechtliche Gründe haben – aber wenn schon aus einer zweisprachigen Ausgabe zitiert wird, dann wäre es doch ganz schön, wenn auch das Original wiedergegeben würde. Dann könnte ich auch beurteilen, ob es wirklich um eine Rotdrossel geht – jedenfalls würde ich robin (Bildunterschrift) normalerweise mit Rotkehlchen übersetzen …
(Damit kein Missverständnis entsteht: Ich erwarte gerade bei Lyrik natürlich keine Wort-für-Wort-Übersetzung … aber der Vergleich wäre trotzdem interessant.)
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ja, es heißt robin, also zunächst rotkehlchen. für mich, der sich nur mit europäischen vögeln ein bißchen auskennt, paßt auch die beschreibung im gedicht zunächst eher auf das rotkehlchen. allerdings gibt es den american robin, der im deutschen wanderdrossel heißt, turdus migratorius, die amerikaner sagen wohl einfach robin. die hat auch grüne eier und rote brust. anders als die rotdrossel (turdus iliacus, englisch redwing), die wie der englische name sagt rote flügel hat, aber keine rote brust. ich nehme an, die dichterin kennt sich da besser aus als der nachdichter. („sehen heißt ändern“!). der anfang des originals: „the robins‘ green-blue eggs / Being the complementary color / To the robins‘ rosy breast“
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