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Veröffentlicht am 20. September 2016 von lyrikzeitung
Steffen Popp gratuliert in der Welt:
In meinem Regal finde ich „Kaddish I–X“ und „Kaddish XI–XX“, die Sammlungen des gleichnamigen, in der Summe über Hunderte Buchseiten füllenden Großgedichtes, an dem Böhmer jahrzehntelang schrieb, außerdem der Band „Säugerleid“, die Trilogie „Am Meer. An Land. Bei Mir“ und „Zum Wasser will alles, Wasser will weg“, jenen Gedichtband, für den er 2015 den lange verdienten Peter-Huchel-Preis erhielt.
Habe ich diese Bücher gelesen? Ja, aber anders als fast alle anderen. Die Eigenart der Böhmerschen Gedichte, die sich in weitausgreifenden, material- und bildsatten Bögen und Schleifen oft über viele Seiten hinziehen, verführt nämlich dazu, die Hierarchie der Seitenfolge über Bord zu werfen.
Zu blättern, sich an immer anderen Stellen festzulesen und über das Buch verteilte Archipele von Satz- und Bildfunden anzulegen: „Die Buße ist ein Molekulargedicht, der Priester ein Dioxyd“, „Erzengel hockten mit heruntergelassenen Schlüpfern auf den Pfeilern“, „Du aber bist schön wie eine Million Waggons“.
Kategorie: Deutsch, DeutschlandSchlagworte: Paulus Böhmer, Steffen Popp
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