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Veröffentlicht am 8. Juli 2016 von lyrikzeitung
Die Gratwanderung, die Clemens Schittko mit seinem literarischen Gestus stets hinlegt, ist nicht, wie fälschlich angenommen werden kann, die Erich Fried’sche zwischen langweiligem Automatismus der Form und relevantem Thema. Die Gratwanderung ist vielmehr die zwischen dem Gelächter und dem Entsetzen, die auftreten, wenn sich ein bestimmtes Bündel Sprach- oder Empfindungsmaterial unhintergehbar als fundamental Scheiße herausstellt (und zwar eben: dazu gebracht wird, sich selbst so zu entpuppen).
Man mag einwenden: Buchstäblich alles, was manisch noch und noch und noch weiter runterdekliniert wird, wird dazu gebracht werden können, sich selbst zu widersprechen, Widerspruchsfreiheit wär da ja gleich noch gruseliger … Wir dürfen annehmen, dass Schittko dem sogar zustimmen dürfte (ich werde ihn fragen, und im Falle einer abschlägigen Antwort ein Erratum nachreichen); und dürfen aber darüber hinaus durchaus finden, dass die Methode Schittko, wenn sie sich wie hier gegen Zumutungen wie die Hartz-IV-Gesetzgebung, die Entfremdung im Allgemeinen und die fröhliche Akzeptanz massenhaften Elends wendet, unbedingt willkommen ist. / Stefan Schmitzer, Fixpoetry
Clemens Schittko
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Ritter Verlag
2016 · 152 Seiten · 13,90 Euro
ISBN: 978-3-85415-534-8
Kategorie: Deutsch, DeutschlandSchlagworte: Clemens Schittko, Erich Fried, Stefan Schmitzer
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