Brouheidig

„Brouheidig verkleama / head se fast so o, / ois ob koana mehr woaß, / wos des hoaßt/ und grad a so,/ ois obs as / no nia gem hod.“ Ist nicht schlimm, wenn Sie zu den Leuten gehören, die mit den ersten zwei Wörtern nichts anfangen können. Vielleicht kennen Sie „brouheidig“ auch schon aus Marcus H. Rosenmüllers Kinofilm „Räuber Kneißl“. Da kommt das seltsame Dialektwort nämlich in einer kurzen Szene vor. Sonst nirgends, auch nicht in Andreas Schmellers Bayerischem Wörterbuch.

Kann es auch nicht, weil Rosenmüller „brouheidig“ einfach erfunden hat. Das Wort sei ihm so passend wie kein anderes erschienen, sagte er einmal. Und dass er hoffe, das Wort werde überleben, auch wenn er in ferner Zukunft vergessen sei. Um letzteres zu sichern, hat er es vermutlich unter dem Titel „Vom Aussterm bedroht“ in seinem neuen Gedichtband wieder eingebaut, übrigens in einem der ganz wenigen Dialektgedichte in „Samuel Knotterbeck“ (Lichtung Verlag). / Süddeutsche Zeitung 11.11. S. 50

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