33. Kladderbausch

Er selbst, so bekennt Egger, wandert „auf den Schleichwegen und Schmugglerpfaden der Sprache, Wort für Wort“, jenseits der breiten Straßen des prosaischen Standarddeutsch. Dessen Elemente rekombiniert er, weist ihnen zum Teil andere Funktionen zu oder generiert schlichtweg neue Worte, Neologismen, die etwas beschreiben, „was es vielleicht nicht mehr oder noch nicht gibt.“

Etwa den Kladderbausch. „Aber ich mache nichts Besonderes“, sagt Egger und verweist auf kleine Kinder, für die die Sprache noch eine Spielwiese ist, ein riesiger Experimentierkasten. Die erhalten dafür allerdings weder den H.C. Artmann- noch den Oskar-Pastior-Preis. „Ich habe eben ein größeres Publikum, als ich ursprünglich dachte“, gesteht Egger da. Eines, dem beim Lesen Bilder in den Kopf kommen, Assoziationen, Ideen. Klaren Interpretationen verweigert sich der 50-Jährige, der von Literaturwissenschaftlern gerne zu den Vertretern experimentell-hermetischer Lyrik gezählt wird, dagegen bewusst: „Meine Gedichte sind für jeden und alles offen.“ / Thomas Kölsch, General-Anzeiger

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