124. Lyrik für Wahnsinnige

Prosa ist für Erdferkel, Lyrik für Bergsteiger – dieses einfache Wort ist ohne den ordnungsgemäßen Gebrauch von Nachtsichtgeräten und das fachgerechte Verkleben von Zeilenbruch kaum zu verstehen. Das wurde mehrfach untersucht, gilt als bewiesen und ist gleichzeitig eine Chiffre für das Weltkulturerbe, wenn man es in einem Rucksack trägt.

Aber auch sonst ist klar: Das Wort Quadrat wurde nur erfunden, weil es sich auf Spagat reimt. Pferde, die Sonette schreiben, können nicht mehr als Hering verarbeitet werden. Hymnen sind kein guter Zeitvertreib für Vasen, die Neutralität von Begriffen gilt in Oden über Gleitsichtbrillen oft als unbegründeter Zentralismus. „Poesie“, sagte schon Adam zu Eva, „können wir uns sparen.“  / Jan Ullrich, taz 28.2.

One Comment on “124. Lyrik für Wahnsinnige

  1. die stelle im artikel „Versuchsanordnung für den Weltuntergang“ dürfte auf die ehemalige berliner location VERSUCHSSTATION FÜR DEN WELTUNTERGANG vom wiener dichter & betreiber des ladens Andreas Lenzmann (ein freund von HEL ToussainT) zurückgehen. dort habe auch ich mal vor jahren gelesen, ich glaube aber, den ort gibts schon länger nicht mehr – oder wurde er wieder woanders neueröffnet?

    Like

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..