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Veröffentlicht am 26. April 2011 von lyrikzeitung
Aus einem Gespräch der Berliner Zeitung mit Kathrin Schmidt:
Hat sich ihr Schreiben verändert? Vielleicht bei den Gedichten?
Gedichte konnte ich fünf Jahre lang gar nicht schreiben. Mir fehlte einfach die dritte Dimension, oder ich habe das Geheimnis nicht mehr entdeckt. Bei einer Lesung im Herbst 2007 in Greifswald war ich besonders von den Gedichten von Ron Winkler fasziniert. Aber ich hatte sie überhaupt nicht verstanden, auch semantisch nicht. Ich habe mir dann alles von ihm gekauft und versucht, sie zu knacken. Immer wieder habe ich ihn gelesen, bis ich ein Gefühl dafür hatte, wie er ein Gedicht hinkriegt. Von dem Augenblick an kamen auch meine wieder. Also bin ich Ron Winkler zu großem Dank verpflichtet.
Kategorie: Deutsch, DeutschlandSchlagworte: Kathrin Schmidt, Ron Winkler
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Das ging mir ähnlich. Ich kann mich an die erste Begegnung mit Rons „vereinzelt Passanten“ erinnern. Selten hab ich einen Band gelesen, der mir selbst so viel Lust aufs Gedichteschreiben gemacht hat. Das lag daran, dass diese Gedichte so einen eigenen Ton hatten, einen Drive und Schwung, dass sie spielerisch waren und wirklich was sagten. Sie waren eine Sprache, die einen Urlaub erzeugten. Das zu lesen, warf mich etwas aus der Deutschen Bahn und ich landete in einem tollen Land. Die Gedichte sprachen so sehr für Lyrik. Ich schlug „vereinzelt Passanten“ auf, es schlug zurück. Ron übersetzt die natürlichsten Dinge der Welt ins Sachliche. So würde ich das bezeichnen und mir fällt auch nach längerem Überlegen keine bessere Umschreibung ein, obwohl ich weiß, dass es nicht den Kern der Sache trifft. Denn da ist ja noch mehr. Denn diese auf den ersten Blick oft nüchterne Betrachtung der Umwelt hat Zimmertemperatur, hat Witz, hat Zärtlichkeit, hat mich. Gepackt.
Die folgenden Bücher setzten dies fort und ich lese und lese. Und schreibe ab und zu auch.
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