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Veröffentlicht am 24. Dezember 2010 von lyrikzeitung
Wie kaum ein zweiter Lyriker der Gegenwart kommt Wagner einem Ideal von Dichtung nahe, nach welchem Gehalt sich nicht diskursiv durch das Wort vermittelt, sondern evokativ in und mit dem Wort.
Ein Glücksfall sind Wagners Gedichte aber auch darin, dass diese Lyrik sich nicht im Elfenbeinturm von Dichtung als in sich kreisender, selbstgenügsamer Formübung einschließt – sowenig wie im Palastbau preziös verrätselter Innerlichkeit wie so häufig in zeitgenössischer Lyrik. Mit allen Sinnen öffnet die seine sich zur Welt. So nah bei den Dingen, so gesättigt mit Wirklichkeit ist Lyrik selten – ohne dass diese Gedichte sich in Formfragen auch nur im Geringsten etwas vergäben, im Gegenteil: Der Versvirtuose Jan Wagner ist ein Formkünstler erster Güte. / Hans-Dieter Fronz, Badische Zeitung 24.12.
Jan Wagner: Australien. Gedichte, Berlin Verlag, Berlin 2010, 106 Seiten, 18 Euro.
Kategorie: Deutsch, DeutschlandSchlagworte: Hans-Dieter Fronz, Jan Wagner
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