72. Pat Lowther

Es war der 24. September 1975. Die Metallarbeiterhalle in Vancouver war voller Gewerkschaftsmitglieder, die gekommen waren, um junge Dichter zu hören. Drei von ihnen, David Day, Pete Trower und Patrick Lane, gingen im Foyer auf und ab. Sie hörten die Unruhe im Publikum, die Geräusche der Metallsitze, aber sie bestanden darauf, auf den vierten zu warten. Es war Pat Lowther. Am Vortag hatte sie zu Patrick Lane gesagt, daß sie kommen würde, obwohl ihr Ehemann Roy sie bedroht hatte. Er sei der Dichter, hatte er gebrüllt. Er müßte vor den Arbeitern lesen, nicht sie. Patrick rief im Haus der Lowthers an, aber keiner meldete sich. Nach 10 Minuten begann die Lesung ohne die Pat.

Pat Lowther tauchte nie wieder auf. In der Nacht vor der Lesung hatte ihr Ehemann sie mit dem Hammer erschlagen und die Leiche verscharrt. Christine Wiesenthal schrieb in der Einleitung zu ihren Gesammelten Werken: „Das abrupte Ende von Pat Lowthers erfülltem und kreativem Leben, ermordet von ihrem Ehemann im September 1975, bleibt eins der traurigsten Ereignisse unserer jüngeren Literaturgeschichte.“ / Lorna Crozier, Globe and Mail 11.6.

The Collected Poems of Pat Lowther, edited by Christine Wiesenthal, NeWest Press, 333 pages, $24.95

Lorna Crozier gewann zwei Pat Lowther Awards für den besten Gedichtband einer kanadischen Autorin. Sie lebt auf der Vancouver Island mit dem Dichter Patrick Lane zusammen.

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