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Veröffentlicht am 15. Juni 2002 von rekalisch
Das Werk von Elfriede Gerstl ist in alle Winde verstreut. Sie verzettelt ihre Texte in Anthologien und Zeitschriften, und manchmal erscheint ein Sammelband, und die Kritiker machen große Augen. Sie hat einen Roman geschrieben, „Spielräume“ (1977), der aus dem Rahmen fällt, weil er von weiblicher Identität handelt, bevor Frauenliteratur in aller Munde war. Mit den Mitteln der Sprachkritik wird ironisch ein Frauenleben untersucht. Ihr Gedichtband „wiener mischung“ (1982) räumt auf mit Vorstellungen von einer Lyrik der Empfindsamkeit und Metaphernseligkeit. Diese Gedichte stehlen dem Leben die Schau, indem sie von der Wandlungsfähigkeit der Sprache zeugen, und das, was wir für die Wirklichkeit halten, auf den Kopf stellen und durchschütteln. Der Sammelband „Unter einem Hut“ (1993) bringt Gedichte und Essays zusammen und zeigt Gerstl als eine Autorin, die in Wut und mit Eleganz der Gesellschaft die Leviten liest. / Süddeutsche 15.6.02
Kategorie: Österreich, DeutschSchlagworte: Elfriede Gerstl
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