Außenseiter Lenau

Der 1802 geborene und 1850 früh gestorbene Lyriker war immer schon ein Eigenbrötler und Außenseiter. Dass er in ärmlichsten Verhältnissen aufwuchs, hielt ihn nicht davon ab, sich mit Haut und Haar der Poesie zu verschreiben. …  Als Verfasser von Versepen, dem „Savonarola“ und auch einer „Faust“-Version, mit der er in offene Opposition zu Goethe trat, begründete er eine Tradition der pessimistischen Weltsicht, die der heiteren, die Goethe favorisierte, offen opponierte. Auch Lenaus Liebeslyrik ist von der Erfahrung des Unglücks durchdrungen. Das lässt sich biografisch begründen. 1844 ereilte ihn ein Schlaganfall. Seitdem hielt er sich für einen vom Tode gezeichneten Menschen. Das trieb ihn allmählich in den Wahnsinn. Die letzten Jahre seines Lebens verbrachte er in einer Heilanstalt für Gemütskranke.

Gudrun Heinecke (Hg.): „Nikolaus Lenau heute gelesen“. Braumüller-Verlag, Wien. 152 Seiten, 48 Mark. / Frankfurter Neue Presse 31.5.01 

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