Dichtern, die alt werden,

gesteht man das Murmeln zu. Das Raunen über die Bedeutung ihres Lebens und Werks darf zeitlupenhaft durch die Feuilletons wandern. Und zärtlich schleichen dabei die Eitelkeiten wie verwöhnte Katzen ums gepflegte autobiografische Erinnern. Im Grunde genommen ist das nicht weiter schlimm. Wenn es sich allerdings um politische Dichter wie den 71-jährigen Peter Rühmkorf handelt, der zeitlebens mit den schrillen Schellen seiner Lyrik an das vielleicht nie gänzlich vorhandene Gewissen der Bundesrepublik anschepperte… (Während „man“ bekanntlich bei der „Welt“ ganz uneitel auf das unerschrocken mahnende Dichterwort wartet. -Rühmkorf, geben Sie es – fragen Sie nach dem verschwundenen Biermann -Artikel über ’68 und Springer‘ , 19.1.!?) / Die Welt 22.1.01

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