106. Zweiter Band

Ihre schärfste Kritikerin ist sie selbst; meistens. Vor Jahren, als sie ihrer Schreibe schon ziemlich sicher war, bat sie den Weimarer Lyriker Wulf Kirsten um seine Meinung. Er riet ihr von einer Veröffentlichung ab. Damals nahm sie ihm das übel, heute weiß sie, dass er recht hatte. „Ich habe noch zwei Jahre gewartet, und das war gut.“ In dieser Zeit entstanden neue, immer bessere Texte, zum Beispiel „niemandem gleich“. Dieses Gedicht gab 2005 ihrem ersten Buch den Namen.

Jetzt hat Liane Bosse ihren zweiten Lyrikband veröffentlicht, am Dienstagabend stellt sie ihn inWeimar vor. „Die Wahrheit der Jahreszeiten“ ist ein beinahe programmatischer Titel, denn im Jahreslauf der Natur entdeckt sie Wahrheiten, die das Stadtleben zu übersehen und zu verdrängen gelernt hat. …

„Ich kann nicht jedem Menschen etwas sagen“, betont die Lyrikerin, „aber ich denke, dass jeder dazu in der Lage ist, Bilder umzusetzen.“ / Frauke Adrians, Thüringer Allgemeine 24.11.

105. Ludwig Hirsch ist tot

Ich übernehme eine Meldung aus dem Greifswalder Blog Wasser-Prawda. Nach Degenhardt und Kreisler eine weitere Todesnachricht eines Liedermachers.

„Komm großer schwarzer Vogel“ hieß einer seiner ersten Hits, ein tieftraurig-entschlossenes Lied über die Sehnsucht nach dem Tod. Zuletzt hatte er 2010 ein Buch mit dem Titel „Ich weiß nicht, wohin die Engel fliegen“ veröffentlicht. Am 24. November 2011 nahm sich der Liedermacher und Schauspieler Ludwig Hirsch in Wien das Leben. …

Eigentlich hatte Hirsch noch in diesem Jahr mit den Aufnahmen zu einem neuen Album beginnen wollen. Im Sommer war er von seiner Heimatstadt noch mit dem „Goldenen Rathausmann“ geehrt worden. Wegen einer Lungenentzündung war er in ein Krankenhaus gekommen, wo er sich durch einen Sprung aus dem Fenster ums Leben brachte.

Mehr: Die Presse

facebook-freunde und freunde der freunde kommentieren:

  • der grosse schwarze vogel hats wohl auf ein ganzes genre abgesehen?
  • „Georg Franz Kreisler (* 18. Juli 1922 in Wien; † 22. November 2011 in Salzburg) war ein US-amerikanischer Musiker, Kabarettist, Komponist, Satiriker und Schriftsteller österreichischer Herkunft. Bekannt wurde er vor allem in den 1950er- und 1960er-Jahren mit seinen hintergründigen und makabren Chansons.“ (wiki)

    ja, denn für einen österreicher hat er etwas zu weit über den tellerrand hinausgedacht.

  • und als einer der wenigeren auch in(nnerhalb) des tellers


104. Hochpolitische Gedichte

Die beiden Zyklen „The Future Of Terror und „Terror Of The Future“ erschienen 2007 in Harveys drittem Gedichtband „Modern Life“ und liegen nun in der deutschen Übersetzung von Uljana Wolf unter dem Titel „Du kennst das auch“ vor. In der Unsicherheit um „Nine Eleven“ als ästhetische Tabuzone hat sich die Lyrik vor allem mit patriotischem Pathos oder Etüden hervorgetan, die sich im Ringen um Worte selbst in Frage stellen. Dagegen sind Harveys Gedichte ein poetisches Wagnis wider die Unsagbarkeit. Es sind hochpolitische Gedichte entstanden, in denen „Gott“ neben „Geronimo“ und „Ölvorrat“ vor „Stacheldraht“ steht. Harvey ist eine hellsichtige Autorin, die einen entwaffnenden Blick auf Amerika wirft: „Ich sah ein Handtuch am Nagel hängen / und stahl es ohne einen Hauch von Ironie. / Hier ist meine Hypothese: Wir waren irreversibel /im Arsch/“.    / NADJA WÜNSCHE, FAZ 23.11.

Matthea Harvey: „Du kennst das auch“. Gedichte
Aus dem Englischen von Uljana Wolf. Zweisprachige Ausgabe. Kookbooks, Idstein 2010.

103. Adrian Kasnitz erhält den GWK-Literaturpreis 2011

Der GWK-Förderpreis Literatur geht in diesem Jahr an den Lyriker Adrian Kasnitz für seine unveröffentlichten Gedichte „Glückliche Niederlagen“. Die renommierte Auszeichnung für herausragende Nachwuchsautoren aus Westfalen ist mit 4.000 Euro und der Aufnahme in ein langjähriges Förderprogramm dotiert. Adrian Kasnitz wurde 1974 im Ermland geboren und wuchs in Lüdenscheid auf. Heute lebt er in Köln. Der Lyriker, so die Juroren Insa Wilke, Hauke Hückstädt und Hendrik Rost, habe Mut zur Leichtigkeit und Vertrauen ins poetische Bild. Seine reimlosen Gedichte sind durch genaue Beobachtungen und komplexe Reflexion hindurchgegangen. Alles ist Bild und Erzählung geworden in Texten, die eine konkrete Alltagssituation so mit Bedeutung aufladen, dass sie symbolisch lesbar ist. Der Literaturpreis wird zusammen mit den GWK-Förderpreisen für Kunst und Musik am 25. November 2011 um 19.30 Uhr im Museum Marta in Herford verliehen. Die Preisverleihung ist öffentlich.

102. Brennpunkte – Eine Schachtel Lyrik aus der Schweiz geht ins Theater

Im Herbst 2011 erschien Brennpunkte, eine Sammlung von Gedichten von sechs Schweizer Autorinnen im FIXPOETRY.Verlag. Die Gedichte von Irene Bourquin, Svenja Herrmann, Brigitte Fuchs, Marianne Rieter, Nathalie Schmid und Elisabeth Wandeler Deck wurden von Judith Sombray ausdrucksstark illustriert. Beat Brechbühl, der Verleger des Waldgut Verlages in Frauenfeld hat das Vorwort geschrieben.

Im Rahmen von Teppich offen stellen wir das Buch in einer szenischen Lesung in sechs Akten im Theater Neumarkt in Zürich vor. Zu den Gedichten habenLiz Hanley (New York City) und Thomas Lebioda (Sheffield, GB) Musik komponiert, die wir vom Band einspielen. Das Bühnenbild wurde von Julietta Fix und Korinna Feierabend konzipiert und führt Sie in eine phantasievolle Schachtelwelt. Als Gast begrüßen wir Beat Brechbühl.

Im Vorprogramm präsentiert Julietta Fix eine Auswahl aus dem soeben erschienenen Buch „Ein Bild von einem Gedicht“ – Sammlung aller Wort – Bild – Konstrukte 2011 in einer multimedialen Lesung.

29.11.2011
19:30 Uhr
Theater Neumarkt
Chorgasse 5

Julietta Fix
www.fixpoetry.com
FIXPOETRY.Verlag

101. Georg Kreisler 89-jährig gestorben

Der Humanist mit den bösen Liedern: Der Letzte aus der Goldenen Ära des Nachkriegskabaretts ist gestorben. … In seinem Buch „Zufällig in San Francisco“ entpuppte er sich zuletzt sogar noch als veritabler Lyriker.

„Dichterkomponistchansonnierpianist“. Diese Berufsbezeichnung fand Hans Weigel 1955 für Kreisler. / Kurier

100. Günderrode-Lieder

Sie zeigt auf, wie problematisch das Leben einer jungen, aber mittellosen Adeligen war, die zudem noch als Dichterin arbeiten wollte, jedoch mit einer anspruchsvollen Dramatik, die man einer Frau Anfang des 19. Jahrhunderts schlichtweg absprach.

Vertonungen der reichhaltigen Lyrik Günderrodes gibt es erst in jüngster Zeit, obwohl sie von ihren männlichen Zeitgenossen wie Johann-Wolfgang von Goethe hoch geschätzt wurde, berichtete Illert. Ausgewählt hat sie fünf Gedichte der Günderrode, die von dem zeitgenössischen Komponisten Wolfgang Rihm vertont wurden. / Gießener Anzeiger

99. Raum der Unsicherheit

Anmerkungen zu Elke Erbs Gedichtband Meins. Von Jayne-Ann Igel

Ich hielt mich auf in der Unsicherheit betitelt Elke Erb eines ihrer Gedichte, und vermittelt den Eindruck, daß die Unsicherheit ein Raum, in dem ein Sich Bewegen möglich, oder sie ein Mantel (ja, eingedenk der stehenden Redewendung: im Mantel des Schweigens gehüllt) – wir sehen eine auf wackligen Beinen stehende Alte, in den Mantel ihrer Unsicherheit gewandet, die sich kaum über die Straße wagt und uns veranlaßt, herbeizueilen … Diese Interpretation erscheint nach Art ihrer Dichtung und ihres dichterischen Selbstverständnisses nur konsequent, denn sowohl die Sprache als auch der Textkörper bilden für sie gleichsam Instrumentarium wie Raum für die Erkundungsgänge, auf die sie sich begibt.

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(Zuerst in der Zeitschrift Ostragehege Nr. 62/2011)

www.roughbooks.ch

98. Forschung

Wie gut, daß es die Forschung gibt. Wie sollte sonst das Journalistenvolk bescheidwissen?

Agnes Miegel: Die Lyrikerin wurde 1879 in Königsberg geboren und schrieb Gedichte und Erzählungen, die nach Meinung der Forschung auf eine tiefe Verbundenheit zu Adolf Hitler schließen lassen. Sie wurde auch als „Mutter Ostpreußens“ bezeichnet. Im Oktober 1933 gehörte sie zu den 88 Schriftstellern, die das „Gelöbnis treuester Gefolgschaft“ für Adolf Hitler unterschrieben haben, wie auch Ina Seidel. 1940 trat sie in die NSDAP ein. / General-Anzeiger

Wüßten Sie’s? Urteilen Sie selbst! 2 Strophen der Dichterin aus dem Gedicht „Dem Schirmer des Volkes“:

Und er lehrte dich, o Volk, erkennen:
Du bist aller Zukunft Herz und Pfand!
Wenn aus deinem First die Flammen steigen,
wird des weißen Mannes Welt entbrennen,
wenn sich deine Sonnenfahnen neigen,
sinkt die Nacht über das Abendland!

Laß in deine Hand,
Führer, uns vor aller Welt bekennen:
Du und wir,
nie mehr zu trennen,
stehen ein für unser deutsches Land!

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97. Klar

Es ist klar, dass ein Haus, das sich der Literatur verschrieben hat, Rudolf Hagelstange, den Schriftsteller und Dichter aus Nordhausen, der am 14. Januar 2012 seinen 100. Geburtstag hat, in das Programm aufnimmt… / Neue Nordhäuser Zeitung

96. Eindrucksvoll

… auch die Auftritte der beiden Lyriker des Literaturgesprächs: Grünbein, dessen in die klassische Form gegossenen Rom-Gedichte vor Welthaltigkeit und Gedankenreichtum vibrieren; und die diesjährige Huchelpreisträgerin Marion Poschmann, deren Lyrik gegen die erbarmungslose Eindeutigkeit modernen Lebens eine Ästhetik der Unschärfe konzipiert. / Hans-Dieter Fronz, Badische Zeitung

95. Schicksalslied

Brahms hatte das Hölderlin-Gedicht, das in der ersten Strophe die göttliche Glückseligkeit im Jenseits und in der zweiten die Hoffnungslosigkeit des irdischen Daseins beschreibt, während eines Besuches bei Freunden gefunden und war davon so fasziniert, dass er noch am gleichen Tag mit der Vertonung begann. / Rheinische Post

Im Jahre 1868, nach der Bremer Erstaufführung des “Deutschen Requiem”, komponierte Johannes Brahms sein opus 54, das “Schicksalslied”, auf ein Gedicht aus Hölderlins “Hyperion”. Da er sich  über die kompositorische Gestaltung des Schlusses zunächst im unklaren war, wurde das Werk erst 1871 vollendet. Dieser Schluß, den Brahms bereits damals gegen seine Freunde verteidigen mußte, ist bis heute umstritten. Man wirft dem Komponisten vor, das abschließende Orchesternachspiel stehe im Widerspruch zur Hoffnungslosigkeit der letzten Textworte, er deute damit die Aussage des Gedichtes um. Manche deuten das als eine Korrektur im christlichen Sinn, indem “Hölderlins heidnisch-fatalistische Antithese von Götter- und Menschenwelt durch die tröstliche Botschaft der Hoffnung auf ein Jenseits überwunden wird” (Joseph Groben, Konzertprogramm). Für andere stellt dieses Nachspiel geradezu einen Stein des Anstoßes dar; so schrieb etwa Gerhard R. Koch in einer Konzertkritik (FAZ vom 30. Mai 1996), Brahms habe “Hölderlins Fatalismus doch arg ins Tröstliche abgewandelt.”  / casagrandefred.de

Hyperions Schiksaalslied

Ihr wandelt droben im Licht
 Auf weichem Boden, seelige Genien!
   Glänzende Götterlüfte
     Rühren euch leicht,
       Wie die Finger der Künstlerin
         Heilige Saiten.

Schiksaallos, wie der schlafende
 Säugling, athmen die Himmlischen;
   Keusch bewahrt
     In bescheidener Knospe,
       Blühet ewig
         Ihnen der Geist,
           Und die seeligen Augen
             Bliken in stiller
               Ewiger Klarheit.

Doch uns ist gegeben,
 Auf keiner Stätte zu ruhn,
   Es schwinden, es fallen
     Die leidenden Menschen
       Blindlings von einer
         Stunde zur andern,
           Wie Wasser von Klippe
             Zu Klippe geworfen,
               Jahr lang ins Ungewisse hinab.

Text nach Friedrich Hölderlin: Sämtliche Werke. Kritische Textausgabe. Hg. D.E. Sattler. Bd. 4: Oden I. Darmstadt und Neuwied: Luchterhand 1985, S. 30.

Das Gedicht entsteht nach einem ersten Entwurf vom Herbst 1796 in der Frankfurter Zeit und steht im zweiten Band des Hyperion-Romans im 28. Brief:

Ich wollte mich stärken, ich nahm mein längstvergessenes Lautenspiel hervor, um mir ein Schiksaalslied zu singen, das ich einst in glüklicher unverständiger Jugend meinem Adamas nachgesprochen.

Friedrich Hölderlin: Sämtliche Werke. Kritische Textausgabe. Hg. D.E. Sattler. Bd. 11: Hyperion. Darmstadt und Neuwied: Luchterhand 1984, S. 193.

Es handelt sich um eine von fünf rhapsodischen Odenentwürfen Hölderlin – rhapsodisch im Sinne von metrisch ungebunden. Ich vermute, die Bezeichnung rührt von dem Negativimage, das die griechischen Rhapsoden schon im 5. Jahrhundert v.d.Z. hatten, als fehlerhafte Überlieferer. Platons Ion rechnet mit dem Stand ab. Wer das Schicksalslied googelt, kann sich leicht von heutigem Rhapsodentum in diesem Sinn überzeugen.

94. Luxusproblem

Man wird das Gefühl nicht los, dass sich ein 1969 geborener Gegenwartslyriker einen Lyriker wie eine Romanfigur erfindet, welcher dann gleich Caspar David Friedrichs „Mönch am Meer“ eremitisch in der weiten, rauschenden Landschaft steht, als gäbe es keine sieben Milliarden Menschen, keine Vernetzung, keine Globalisierung, keine Fernseher, keine Flughäfen, keine Discounter, keinen Sex und kein Fußballspiel.  Die Ausklammerung der realen Welt mit all ihren Begrifflichkeiten wird in einem Maße überstrapaziert, dass einem nur wenig Raum zur Identifikation bleibt. Man assoziiert ständig einen Klausner in stachliger Kutte, barfuß, nach Beeren suchend. Selbstredend geht es beiAufkommender Atem um die Kultivierung einer Ausnahmesituation, um die (Re-) Mystifizierung des Individuums im Glauben, doch bergen die Gedichte konzeptionell eine mitunter ärgerliche Realitätsferne, beinahe einen aufkommenden Eskapismus, beispielsweise, wenn Lehnert für den Sommer die chronologisch dem Jahreslauf folgenden Gedichte nach Lanzarote verlagert, um die Kulisse für seinen tragischen Gegenstand weiterhin aufrecht erhalten zu können:  Der schwarze Sand verrinnt.  Die schwarzen Burgen / am Wasser, schwarze Steinchen auf der Haut: / Weißt du, wie lang es ist bis zum Erwachen? (S.54), Ein schwarzer Strudel, dessen Maß noch fehlt / folgte der menschenhohen Lavawelle (S. 56).

In diesem Sinne spricht auch die Umschlagabbildung Auferstehung, eine Radierung des 1968 (sic!) geborenen Künstlers Michael Triegel, der in der Manier alter Meister, besonders der späten Renaissance tätig ist, für sich.  Ich kann feststellen, dass ich die Gedichte des Pfarrers Christian Lehnert  nicht unbedingt für das schätze, was sie sind, sondern eher für das, was sie – für einen exkursiven, nostalgischen Novembernachmittag mit meiner Katze und einem Kaffee – innerhalb der heutigen Lyrik, aber nur ausnahmsweise, auch mal nicht sind. Aber wer es tatsächlich vermag, sich mit dieser Poesie nachhaltig zu identifizieren, der hat ein Luxusproblem. / Dominik Dombrowski, fixpoetry

Christian Lehnert, Aufkommender Atem, 99 Seiten, Suhrkamp Verlag, Berlin 2011

93. Poetische Begegung der Kulturen in Bonn

Renommierte Dichter zu Gast im „deutsch-arabischen lyrik-salon“

Vor mehr als 6 Jahren gründete der aus Syrien stammende deutschsprachige Dichter, Übersetzer, Herausgeber und Publizist Fouad El-Auwad den „deutsch-arabischen lyrik-salon“.  Zur illustren Gästeschar seiner bisherigen Festivals zählten u.a. Reiner Kunze, Raoul Schrott, Evelyn Schlag und Fuad Rifka. Nunmehr findet der „lyrik-salon“ zum vierten Mal statt. Zu Gast sind diesmal bei der poetischen Begegnung der Kulturen neben Fouad El-Auwad auf deutschsprachiger Seite Ulrike Draesner, Eva Förster, Ludwig Steinherr, Suleman Taufiq und Christoph Leisten. Auf arabischsprachiger Seite werden  Naim Talhouk (Libanon) , Maram Massri (Syrien), Hanane Aad (Libanon),  Aisha Bassry (Marokko), Rim Najmi ( Marokko) und  Sarjoun Karam (Libanon) zu hören sein. Zum „4. lyrik-salon“ erscheint unter dem Titel „dOrt“ eine von Fuad El-Auwad herausgegebene deutsch-arabische Lyrik-Anthologie beim Shaker Verlag. Die zweisprachige Lesung aller Gedichte wird musikalisch begleitet durch den Oud-Virtuosen Raed Khoshaba. Sie findet statt am Samstag, dem 26. November 2011, 19 Uhr, im Festsaal der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn (Am Hof 1, 1. Obergeschoss). Der Eintritt beträgt 10,- Euro (ermäßigt 6,- Euro). – Weitere Informationen: www.lyrik-salon.de

92. Murrays Verse

Der australische Dichter Les Murray gilt seit Jahren als Literaturnobelpreisanwärter. In seinen Versen überträgt er die Sprache der Natur in geschmeidige Rhythmen, versetzt sich in Fauna und Flora hinein, beobachtet „grasende Tiere / an den Steilhängen der Erde“. Mit Pferden, Fischen, Spinnen, Katzen und Vögeln belebt er die weiten Landstriche seiner melodiösen Verse. Zwischen lichtdurchfluteten Eukalyptuswäldern, Prärie und Ozean hört er das Wollhaargras wachsen. Der Einklang dissonanter Sinneseindrücke macht die Verse dicht und zugleich offen. / Dorothea von Törne, Die Welt

Les Murray: Größer im Liegen. Aus dem Englischen von Margitt Lehbert. Edition Rugerup, Berlin. 160 S., 19,90 Euro.